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80 Jahre

Adolf Winkelmann im Dortmunder U geehrt

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Seit Mitte der 1970er-Jahre ist Adolf Winkelmann (Mitte) eng mit der Fachhochschule Dortmund verbunden, wo er als Professor für Film am Fachbereich Design Generationen von Studierenden geprägt und eine filmische Ausbildung mit aufgebaut hat.

Der Dortmunder Filmemacher und langjährige FH-Professor Adolf Winkelmann ist zu seinem 80. Geburtstag mit einem Festakt gewürdigt worden. Die Fachhochschule Dortmund gratulierte ihrem ersten Professor für Film und dem Erfinder der „Fliegenden Bilder“.

Die Stadt Dortmund hatte am 12. April 2026 ins Dortmunder U geladen – dorthin, wo Adolf Winkelmanns „Fliegende Bilder“ seit Jahren als leuchtende Landmarke über der Stadt schweben – als Balletttänzer*innen, als Tauben, als Kicker-Figuren in Schwarz-Gelb. Rektorin Prof. Dr. Tamara Appel nahm an der Feier teil und gratulierte Adolf Winkelmann im Namen der gesamten Hochschule.

Du warst wahrhaft der erste Influencer des Ruhrgebiets. Nur eben ganz ohne Filter.

Prof. Dr. Pamela C. Scorzin in ihrer Laudation auf Adolf Winkelmann

In ihrer Laudatio erinnerte Prof. Dr. Pamela C. Scorzin, Dekanin des Fachbereichs Design, daran, dass hier nicht „irgendein runder Geburtstag“ begangen werde, sondern ein besonderes Jubiläum: „Wir feiern 80 Jahre geballte, kreative Malocher-Energie.“ Sie zeichnete den Weg Adolf Winkelmanns vom sauerländischen Hallenberg nach Dortmund nach, wo er mit Blick auf den Unionsbrauereiturm aufwuchs und früh seine Leidenschaft für bewegte Bilder entdeckte.

In seiner Studienzeit habe er dann filmische Konventionen durchbrochen und „quasi das filmische Selfie erfunden“, so Prof. Scorzin. Mit Blick auf diesen Pioniergeist sagte sie über den Jubilar: „Du warst wahrhaft der erste Influencer des Ruhrgebiets. Nur eben ganz ohne Filter und noch ganz ohne Likes, dafür mit echten interessierten Zuschauer*innen.“

Würdigung im Dortmunder U (von links): Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti, Prof. Dr. Pamala C. Socrzin, Regina Selter, Direktorin des Museums Ostwall und kommissarische Leiterin des Dortmunder U, der Jubilar Adolf Winkelmann und Benjamin Sadler, Hauptdarsteller aus Adolf Winkelmanns Contergan-TV-Mehrteiler und Moderator des Festakts.

Seit Mitte der 1970er-Jahre ist Adolf Winkelmann eng mit der Fachhochschule Dortmund verbunden, wo er als Professor für Film am Fachbereich Design Generationen von Studierenden geprägt und eine filmische Ausbildung mit aufgebaut hat. Er habe Nachwuchsregisseur*innen und Kameraleute nicht nur technisch begleitet, sondern ihnen vor allem auch den Mut vermittelt, die Geschichten aus eigenem Blickwinkel zu erzählen, so wie er es selbst stets getan habe, betonte Prof. Scorzin: „Lieber Adolf, du bist unser Auge fürs Ruhrgebiet. Du hast uns mit deiner Kamera filmische Erzählungen geschenkt, die Geschichte schreiben.“

Zu seinem filmischen Werk zählen etwa die Ruhrgebiets-Trilogie „Die Abfahrer“ (1978), „Jede Menge Kohle“ (1981) und „Nordkurve“ (1993) sowie der vielfach ausgezeichnete Mehrteiler „Contergan“ (2007). Prof. Scorzin erinnerte daran, dass Adolf Winkelmann damit weit über das reine Erzählen hinausgewirkt habe: Seine Filme hätten Menschen berührt und politische Debatten angestoßen, bis hin zu Gesetzesänderungen im Fall der Contergan-Opfer. 

„Fliegende Bilder“

„Und dein vielleicht sichtbarstes Meisterwerk leuchtet beständig weithin mitten in Dortmund“, betonte die Laudatorin und erinnerte an 625 Quadratmeter LED mit 1,7 Millionen Lämpchen, die seit dem Kulturhauptstadtjahr 2010 die „fliegenden Bilder“ hoch oben am U-Turm ermöglichen. Seitdem haben etwa 200 Motive das U in einen Leuchtturm der Kultur und einen „modernden Uhrenturm für die Stadt Dortmund“ verwandelt.

Der Jubilar selbst zeigte sich tief bewegt von den vielen persönlichen Worten und Erinnerungen. „Das war jetzt auch für mich ein bisschen viel“, sagte er scherzend. Im Herbst dieses Jahres werden die Filme Adolf Winkelmanns noch mal im Kino im U zu sehen sein. Im kommenden Jahr ist im Dortmunder U zudem eine große Winkelmann-Ausstellung geplant.