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„World Press Photo 2026“ von FH-Studentin

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Ausgezeichnete Aufnahme: Seniorin Waltraud mit dem Roboter „Emma“

Die Gewinner*innen des internationalen Wettbewerbs „World Press Photo 2026“ stehen fest. Zu ihnen gehört Paula Hornickel aus dem Master-Studiengang Fotografie der Fachhochschule Dortmund. Mit ihrem Bild „Emma The Social Robot“ greift sie die aktuelle Situation in deutschen Pflegeheimen auf.

Inhaltlich geht es bei dem Beitrag der 27-jährigen Studentin um zwei konkrete Herausforderungen: den Personalmangel in Pflegeeinrichtungen sowie die zunehmende Einsamkeit älterer Menschen. Vor diesem Hintergrund werden soziale Roboter wie „Emma“, entwickelt von einem Münchner Start-up, zunehmend erprobt.

Entstanden ist die prämierte Aufnahme in einem Pflegeheim in Albershausen, einer Gemeinde in Baden-Württemberg. Zu sehen ist Bewohnerin Waltraud, die sich mit „Emma“ unterhält. Der Roboter kann Gesichter erkennen, nonverbale Signale analysieren und sich an Gespräche erinnern. „Emma“ reagiert sowohl mit Sprache als auch mit Gesten. „Obwohl sie anfangs skeptisch war, baute Waltraud mit der Zeit eine enge Bindung zu Emma auf“, berichtet Paula Hornickel. Der Seniorin gefalle es, wenn „Emma“ Witze erzähle, das sei genau der richtige Humor. Allerdings würde Waltraud menschlichen Kontakt immer vorziehen.

Potenzial für mehr Lebensqualität

Für eine Studie sammelte das Pflegeheim ein Jahr lang Erfahrungen mit Maschinenmensch „Emma“. „Die Auswertung zeigte, dass die Mitarbeitenden Potenzial in sozialen Robotern sehen, die Lebensqualität der Bewohner*innen zu verbessern, obwohl es Einschränkungen gibt“, sagt Paula Hornickel. So könne sich „Emma“ nicht selbstständig bewegen und die Gespräche seien noch nicht immer vollständig zusammenhängend. Ein Mitarbeiter habe die elektrische Helferin als „ein sehr teures Unterhaltungsgerät“ bezeichnet.

„Roboter und künstliche Intelligenz dringen immer weiter in die Gesellschaft vor, daher stellen sich Fragen nach Autonomie, Privatsphäre und den Grenzen der Technologie“, erläutert Paula Hornickel, die sich in ihrer Bachelor-Arbeit mit der Begegnung von Mensch und Roboter beschäftigt hat. Für die Fotografin, deren Mutter in einem Krankenhaus mit Robotern arbeitet, entwickelte sich dieses Projekt aus persönlichem Interesse zu einer bundesweiten Dokumentation darüber, wie Roboter Arbeit und Alltag in Deutschland verändern.

Die Wanderausstellung „World Press Photo“ macht in diesem Jahr auch wieder Station in Dortmund: Vom 25. September bis 25. Oktober 2026 werden alle prämierten Beiträge im Kulturort Depot an der Immermannstraße gezeigt.

Paula Hornickel

Zur Person

Paula Hornickel, gebürtig aus Cottbus in Brandenburg, ist Porträt- und Dokumentarfotografin, sie lebt und arbeitet in Dortmund und Berlin. Für ihre Werke berücksichtigt sie Themen wie Zukunftsvisionen, Popkultur und gesellschaftliche Fragen, oft in Verbindung mit aktuellen Ereignissen.

Parallel zum Studium an der FH Dortmund absolviert Paula Hornickel derzeit ein Master-Studium in Visueller Kommunikation an der Universität der Künste Berlin. Sie arbeitet freiberuflich für Redaktionen und Kooperationsprojekte. Produktionen von ihr erschienen unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im „manager magazin“.

Betreuende der Bachelor-Arbeit