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Kooperation

Ministerin bestaunt FH-Projekt bei Innovations-Tour

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NRW-Ministerin Mona Neubaur begutachtet eines der Speichermodule aus dem Projekt KV-Batt. Die Personen von links: Geschäftsführer Dr. Tycho Weißgerber, die Ministerin, FH-Rektorin Prof. Dr. Tamara Appel, Heike Marzen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Dortmund, Prof. Dr. Stefan Kempen vom Fachbereich Elektrotechnik der FH Dortmund.

Landes-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur hat auf ihrer „Innovations-Tour“ durch Nordrhein-Westfalen am 15. April 2026 die WEISSGERBER engineering GmbH in Dortmund besucht und sich über das Kooperationsprojekt KV-Batt informiert. Forschende der Fachhochschule Dortmund arbeiten zusammen mit Partnern aus Industrie und Wirtschaft daran, Batteriespeicher hochspannungstauglich und so effizienter zu machen.

Mit einer 10-fach höheren Spannung von mindestens 10.000 Volt in den Batteriespeichern sollen Energieverluste um das 100-fache reduziert werden. Dafür hat das Forschungsteam um Prof. Dr. Stefan Kempen und Prof. Dr. Martin Kiel vom Fachbereich Elektrotechnik der FH Dortmund mit Projektpartnern neue modulare Baugruppen für Speicherzellen entwickelt und ein neues Batteriemanagement-System aufgesetzt, das kleinste Spannungsschwankungen erkennen und darauf reagieren kann. „Das ist in dieser Form einzigartig“, betont Prof. Kempen.

Firmenbesuch der Ministerin

Mit den Expert*innen der WEISSGERBER engineering GmbH konnten Prototypen in kleiner Stückzahl gebaut, getestet und immer wieder angepasst werden. Das System ist inzwischen so weit perfektioniert, dass der erste Speichercontainer mit 10.000 Volt bei den Stadtwerken im sauerländischen Ense in den realen Testbetrieb gehen kann. „Dann kann sich das jeder anschauen und sehen, dass es funktioniert“, sagt Geschäftsführer Dr. Tycho Weißgerber. Er lobt die Kooperation mit der FH Dortmund und den Innovationsgeist. „Wir haben unsere Meetings nicht in Besprechungsräumen, sondern im Labor“, erklärt er der Ministerin. Als Ingenieur*innen hätten sie sich eine gewisse kindliche Experimentierfreude beibehalten. Ihr Credo: alles ausprobieren, dabei auch mal hinfallen, aber immer aufstehen und weitermachen.

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Innovation gibt es bei KV-Batt neben Aufbau und Managementsystem auch bei der Wartung der Batteriespeicher. Die Module und einzelne Zellen können von einem Roboter im laufenden Betrieb erneuert werden, wenn die Lebensdauer der Speichereinheiten erreicht ist. Das spart zugleich Platz, da keine Wartungsgänge für Menschen erforderlich sind und die Speicher so dichter und effizienter bestückt werden können. Die sauerstoffarme Umgebung innerhalb der Speicher reduziert obendrein die Brandgefahr. Neben klassischen stationären Batteriespeichern sind derartige Speicher angepasst auch für Lkw, Schiffe oder Elektrolyseure denkbar. „Das hat viel Potenzial“, betont Prof. Kiel. Die Forschenden sind dafür im Austausch mit dem Institut für Elektromobilität der Ruhr-Universität Bochum.

Ein aktiver Stapel mit Speichermodulen. Die Module sind hochspannungstauglich und können beliebig kombiniert werden.

Ministerin Neubaur zeigte sich beeindruckt vom innovativen Ergebnis dieser engen Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Bei ihrem Besuch in Dortmund stellte sie viele Fragen zum System, lotete vor Ort weitere Kooperationsmöglichkeiten aus. Am Ende richtete sie noch einen Appell an die Schüler*innen des Landes – an die Fachkräfte von Morgen: Was hier im Bereich Batterietechnik entsteht, sei einmalig. Davon würde Elon Musk nur träumen. „Wenn ihr das auch machen wollt, dann studiert Elektrotechnik!“