Zitat
Fischer, U., & Liebermann, S. (2024). Zum Stellenwert nicht-standardisierter Methoden in der Forschung zum Bedingungslosen Grundeinkommen. In B. Neumärker & J. Schulz, Care & Gender - Potentials & Risks of Universal Basic Income (UBI) (pp. 289–322). Zürich: LIT.
Abstract
Der Beitrag untersucht, welchen Stellenwert qualitative, speziell rekonstruktive Forschungsmethoden für Untersuchungen zum Bedingungslosen Grundeinkommen haben. Um Auskunft darüber geben zu können, nach welchen handlungsleitenden Überzeugungen Entscheidungen getroffen werden und in welchem Verhältnis sie zu den Möglichkeiten stehen, die ein BGE schüfe, ist es notwendig, diese Überzeugungen zu rekonstruieren. Dazu sind Datenerhebungs- und Auswertungsmethoden notwendig, die es erlauben, möglichst nah an die konkrete Lebensführung heranzukommen. Im Unterschied zu standardisierten Verfahren, die aufgrund ihrer Eigenheiten vom Individuum abstrahieren müssen, weil sie es in Merkmalsdimensionen zerlegen und nur aggregiert messen, können rekonstruktive Verfahren, Habitus- und Deutungsmuster von Personen rekonstruieren. Diese Habitus und Deutungsmuster bilden sich vor dem Hintergrund allgemeiner Handlungsprobleme, auf die sie eine Antwort geben. Um diese These zu begründen, stellt der Beitrag zunächst die grundsätzlichen Unterschiede zwischen standardisierten und nicht-standardisierten Verfahren der Datenerhebung und -auswertung dar, um deutlich zu machen, was beide Vorgehensweisen unterscheidet. Am konkreten Beispiel einer laufenden Forschungsarbeit zum BGE werden mit dem Verfahren der Objektiven Hermeneutik Kurzanalysen vorgenommen, um die Unterschiede deutlich zu machen und die Vorteile rekonstruktiver Verfahren aufzuzeigen.
Schlagwörter
Bedingungsloses Grundeinkommen
Objektive Hermeneutik
Unterschiede qualitative und quantitative Forschungsverfahren