Die Fachhochschule Dortmund hat einen neuen Prorektor für Forschung und Transfer: Die Wahlversammlung, bestehend aus Mitgliedern des Senats und des Hochschulrats, wählte Prof. Dr. Michael Boecker am 7. Juli 2026 einstimmig zum Nachfolger von Prof. Dr. Jörg Thiem. Die Amtszeit beginnt am 1. September.
Michael Boecker, Jahrgang 1974, wurde im Jahr 2015 auf die Professur für Sozialmanagement und Wirkungsorientierung der Sozialen Arbeit im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften (Öffnet in einem neuen Tab) an der Fachhochschule berufen. Hier ist er seitdem in unterschiedlichen Rollen aktiv, unter anderem als Auslandsbeauftragter, Mitglied der Kommission für Internationalisierung und seit 2020 als Prodekan für Studiengangsentwicklung und Internationalisierung. Zudem ist er professorales Mitglied im Institut für Digitalisierung von Arbeits- und Lebenswelten (IDiAL (Öffnet in einem neuen Tab) ) der FH Dortmund.
Im Jahr 2023 berief ihn der Deutsche Wissenschaftsrat zum Sachverständigen und seit 2024 ist er professorales Mitglied des Promotionskollegs NRW. Neben weiteren Funktionen, beispielsweise als Senior Research Associate der Universität in Johannesburg (Südafrika), steht er seit dem Jahr 2020 als Vorsitzender dem Aufsichtsrat des Caritasverbandes in Hagen vor. Vor Beginn seiner Hochschullaufbahn hatte Michael Boecker dort 17 Jahre als Sozialarbeiter und stellvertretende Einrichtungsleitung gearbeitet, zuletzt als Leiter für den Fachbereich „Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen“.
„Als Sozialarbeiter habe ich Gelegenheit gehabt, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Lebenswelt positiv zu verändern. Als Forschender habe ich immer daran festgehalten, einen Beitrag zur Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse zu leisten“, so Michael Boecker. Dies zeigt sich an seinen zahlreichen Forschungsprojekten im In- und Ausland. Eine besondere Verbindung besteht seit über 20 Jahren zu Hochschulen und Nicht-Regierungsorganisationen des südlichen Afrikas, im Kontext von Entwicklungszusammenarbeit und geförderten Projekten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD); insbesondere zu globalen Fragen der Nachhaltigkeit entlang der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.
Forschung und Transfer als zentrale Elemente
„Forschung und Transfer sind für mich zentrale Elemente meiner langjährigen Tätigkeit in Wissenschaft und Praxis. Dabei treiben mich seit jeher Neugierde und der Wunsch nach gesellschaftlichen Veränderungen an“, sagt Michael Boecker und betont: „Die gegenwärtigen Herausforderungen, globale Netzwerke und multilaterale Abhängigkeiten, der Strukturwandel der Gesellschaft im Kontext von Demografie, Klimawandel und Nachhaltigkeit sowie die Herausforderungen des demokratischen Sozial- und Rechtsstaats, können nur jenseits fachdisziplinärer Grenzen beantwortet werden, unter explizitem Einbezug zivilgesellschaftlicher Akteur*innen.“
Eine nachhaltige und demokratische Transformation unserer Gesellschaft, verbunden mit der Frage, wie wir als Gemeinschaft gut zusammenleben können, seien für ihn zentrale Motivationspunkte seiner Tätigkeit. „Damit trägt Forschung für mich immer auch eine gesellschaftliche Verantwortung und muss sich mit ethischen Aspekten hinsichtlich der von uns adressierten Zielgruppen, Produkte oder Dienstleistungen beschäftigen.“ Angewandte Wissenschaft komme seines Erachtens nicht ohne einen normativen Kompass aus.
Starkes Netzwerk der FH Dortmund
„Genau hier sehe ich die Stärken unserer Fachhochschule. Als Hochschule des Ruhrgebiets sind uns transformative Prozesse ,in die Wiege gelegt‘. Wir verfügen über ein starkes Netzwerk mit Akteur*innen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Die Heterogenität des Ruhrgebiets spiegelt sich auch in unserer Studierendenschaft wider. Das macht uns besonders. Komplexe gesellschaftliche Herausforderungen bedürfen komplexer Lösungsansätze, starker regionaler, nationaler und internationaler Netzwerke und Innovationskraft.“
In seiner beruflichen Laufbahn habe Michael Boecker gemerkt, dass es seine Stärke sei, Menschen zusammenzubringen und Räume der Begegnung für Innovation und Kreativität zu bilden. „Diese Fähigkeiten werde ich künftig gerne als Prorektor für Forschung und Transfer für unsere Hochschule mit einbringen.“
„Collective Impact“ für Forschung und Transfer
Für die Fachhochschule hat er die Vision „Campus 2030“ von einem zentralen Ort des „Collective Impact“ – einem offenen Innovations- und Transformationsraum, in dem Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft dauerhaft gemeinsam an den gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit arbeiten. „Ein solcher physischer Ort schafft Sichtbarkeit für Forschung und Transfer, fördert interdisziplinäre Zusammenarbeit und ermöglicht echte Co-Creation.“
Die räumliche Verankerung von „Collective Impact“ könne die Fachhochschule als gesellschaftliche Akteurin in der Region und darüber hinaus stärken. „Sie verbindet lokale Bedarfe mit globalen Zukunftsfragen, macht wissenschaftliche Expertise zugänglich und schafft neue Formen partizipativer Forschung.“ So entstehe ein lebendiges Ökosystem, in dem Innovation nicht isoliert innerhalb von Disziplinen entsteht, sondern im kontinuierlichen Austausch zwischen unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Interessen.
Ein solcher Ort an der Fachhochschule Dortmund könne zugleich Experimentierraum, Begegnungsplattform und sichtbares Symbol der Hochschule sein, die Forschung, Transfer und gesellschaftliche Verantwortung konsequent als Haltung und Markenkern nach außen trägt und sich als verlässliche Partnerin in der Stadt und der Region etabliert.