Rund 160 Erstis des Fachbereichs Wirtschaft haben sich gemeinsam einer Team-Challenge gestellt. Das Pilot-Workshopformat ist Teil des neuen Onboarding-Programms des Fachbereichs.
Die Aufgabe: Befördert ein Glas Wasser aus einer kreisförmigen Fläche, ohne den Kreis zu betreten, das Glas zu berühren oder etwas zu verschütten. Erlaubte Hilfsmittel sind sechs Schnüre, ein Fahrradschlauch und eine Schere.
Weitere Schwierigkeit: Das Team teilt sich in „Operator*innen“, „Supervisor*innen“ und „Direktor*innen“ auf. Nur erstere dürfen aktiv an der Glas-Bergung teilnehmen – allerdings mit verbundenen Augen und Arbeitshandschuhen. Die anderen geben ihnen nur die Anweisungen. Zeit zum Lösen: 45 Minuten.
Idee in Team-Arbeit
Die Idee zu dieser Veranstaltung im Modul „Nachhaltigkeit und Selbstreflexion“ aus dem Studiengang Bachelor Betriebswirtschaft hatte Prof. Dr. Hanaa Ryari. Bei der Ausarbeitung und Durchführung unterstützten sie Diplom-Psychologin Miriam Klappert, die externe Trainerin, Systemische Organisationsentwicklerin und Gestalttherapeutin Ursula Moll sowie die Hilfskräfte Hevie Cheikho und Diar Karim.
Ziel war es, den Studierenden gleich zu Beginn ihres Studiums eine gemeinsame Lern- und Reflexionserfahrung zu ermöglichen. Gleichzeitig konnten sie sich mit ihren Kommiliton*innen, dem Fachbereich und dem Hochschulalltag vertraut machen und Skills wie Teamverständnis und Kommunikation schärfen.
Der Schlauch in der Mitte
Acht Teams mit jeweils um die 20 Erstis versuchten ihr Glück. Sie alle fanden eine vergleichbare Vorgehensweise: Sie legten den Fahrradschlauch doppelt übereinander und knüpften vier Schnüre so daran, dass je zwei auf der oberen und unteren Schlaufe des Schlauchs einander gegenüberlagen. So konnten sie den Schlauch sowohl schwebend manövrieren als auch durch Zug an den Schnüren zusammenziehen und damit das Glas greifen.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht, ob die Challenge am Ende erfolgreich gelöst wurde. Vielmehr bot die anspruchsvolle Aufgabe den Studierenden die Möglichkeit, das eigene Verhalten und die Dynamik innerhalb einer größeren Gruppe unmittelbar zu erleben. Wer übernimmt Verantwortung? Wie entstehen Ideen und Entscheidungen? Werden alle Gruppenmitglieder einbezogen? Wie geht die Gruppe mit unterschiedlichen Vorschlägen, Unsicherheit und Zeitdruck um? Und was passiert, wenn der zunächst gewählte Lösungsweg nicht zum gewünschten Ergebnis führt?
Wertvolle Selbstreflexion
Diese Erfahrungen bildeten die Grundlage für die anschließende Selbstreflexion. Die Studierenden setzten sich mit ihrer eigenen Rolle, der Kommunikation innerhalb der Gruppe und dem gemeinsamen Vorgehen auseinander. Dabei konnten sie reflektieren, was gut funktioniert hatte, wo Schwierigkeiten entstanden waren und was sie bei einer erneuten Durchführung anders machen würden.
Neben dem Spaß und dem gemeinsamen Erleben stand somit der Lernprozess im Vordergrund. Die Challenge machte Kommunikation, Zusammenarbeit, Rollenverhalten und Entscheidungsprozesse unmittelbar erfahrbar und schuf damit konkrete Anknüpfungspunkte für die persönliche Übertragung auf das eigene Studium.