Das Start-up CUT4ALL von zwei Architekturstudenten der FH Dortmund hat eine Methode entwickelt, mit der sie abgeschnittene Haare in einen hochwertigen Baustoff verwandeln.
Den Gedanken der angewandten Forschung haben Nils Ebler und Gero Ulrich bereits im Studium durchgespielt. Als Sohn eines Friseurmeisters kennt Gero Ulrich die Abläufe in einem Friseursalon gut. Die dort täglich an- bzw. abfallende Menge an abgeschnittenen Haaren und die Frage, ob man die nicht sinnvoll nutzen könne, beschäftigte ihn immer wieder.
Im Architekturstudium gingen er und sein Kommilitone Nils Ebler das Problem wissenschaftlich an. Sie entdeckten die vielversprechenden Eigenschaften des Rohstoffs Keratin, aus dem Haare bestehen.
Die Vorteile der Naturfaser
Unterstützt vom FH-Makerspace SQuArE gründeten sie das Start-Up cut4all und entwickelten ein Verfahren, aus Haaren ein Naturfaser-Material herzustellen, dass sich hervorragend für den Innenausbau von Gebäuden und weitere Anwendungen eignet.
Ihre Naturfaser ist
- hypoallergen und antibakteriell dank reiner Proteinstrukturen
- plastik- und toxinfrei durch eine gesundheitlich unbedenkliche Verarbeitung
- schalldämmend durch die Art und Weise, wie die Haare miteinander verwoben werden
- auf natürliche Weise feuchtigkeitsregulierend
Die Vorteile für die Kooperationspartner
Ihr Rohmaterial sammeln sie in Kooperation mit mittlerweile rund 20 Friseursalons. Für die Friseur*innen bedeutet das eine kostenfreie Abholung der Haare und die Gewissheit, nicht nur Abfall zu vermeiden, sondern damit zusätzlich einen hochwertigen, umweltfreundlichen Baustoff zu ermöglichen.
Weitere Friseursalons sind willkommen: Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf www.cut4all.com (Öffnet in einem neuen Tab)
Im FH-Podcast reinSTUDIERT (Öffnet in einem neuen Tab) schildern Gero Ulrich und Nils Ebler, wie ihr Projekt aus ihrem Studium heraus entstand.