Wir freuen uns über Zuwachs im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften (Öffnet in einem neuen Tab) : Zum 1. September 2026 hat Prof.in Dr. Nora Berner ihre Professur für Soziale Gerontologie an unserer Hochschule angetreten. Wir heißen sie herzlich willkommen und freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit!
In "Fünf Fragen an..." gibt Prof.in Dr. Nora Berner u.a. einen kleinen Einblick in ihre Lehr- und Interessengebiete.
Was hat Sie an unsere Hochschule gelockt – und welcher Moment in Ihrer Laufbahn hat Ihre Leidenschaft für Ihr Fach- und Interessengebiet erstmals geweckt?
An der FH Dortmund hat mich besonders die enge Verbindung von praxisnaher Lehre und Wissenschaft gereizt. Ich möchte nicht nur über Altern und Alter forschen, sondern gemeinsam mit den Studierenden erarbeiten und reflektieren: Was brauchen ältere Menschen wirklich? Wie können soziale Teilhabe und Selbstbestimmung unterstützt werden? Und wie müssen (Bildungs-)Angebote gestaltet sein, damit sie ankommen? Genau dafür möchte ich Studierende der Sozialen Arbeit begeistern.
Meine Leidenschaft für das Fach und diese Themen begann bereits während meines Studiums der Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Soziale Arbeit und Soziale Gerontologie. Diese Kombination hat mich seitdem in meinem beruflichen Werdegang begleitet.
Wenn Sie Ihre aktuellen Interessengebiete in drei Schlagworten oder einem Satz für Laien zusammenfassen müssten: Womit beschäftigen Sie sich genau?
Bildung und Lernen älterer Menschen, Demenz im Lebensverlauf, qualitative Bildungs- und Sozialforschung.
Konkret interessiert mich, wie Menschen bis ins hohe Alter lernen und selbstbestimmt und möglichst lange am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Dabei geht es auch darum, wie gute Unterstützung für ältere Menschen aussieht, gerade auch für Menschen mit Demenz.
Prof.in Dr. Nora BernerKonkret interessiert mich, wie Menschen bis ins hohe Alter lernen und selbstbestimmt und möglichst lange am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.
Was ist Ihnen im Umgang mit den Studierenden besonders wichtig? Und welche Fähigkeit möchten Sie ihnen für die Zukunft mitgeben?
Mir ist wichtig, Studierende für die Lebenslagen älterer Menschen zu sensibilisieren und diese wirklich wahrnehmen zu lernen – mit einem Blick, der über Pflegebedürftigkeit und Demenz hinausgeht und die Vielfalt des Alterns in den Mittelpunkt stellt. Dazu gehört auch, dass sie ihre eigenen Altersbilder hinterfragen.
Am Ende geht es darum, dass wir gemeinsam wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Situationen aus der Praxis der Sozialen Arbeit verknüpfen und daraus professionelle Handlungsmöglichkeiten entwickeln.
Prof.in Dr. Nora BernerAm Ende geht es darum, dass wir gemeinsam wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten Situationen aus der Praxis der Sozialen Arbeit verknüpfen und daraus professionelle Handlungsmöglichkeiten entwickeln.
Vor welchen großen Herausforderungen steht Ihr Interessengebiet und Forschungsfeld aktuell – und welchen Beitrag möchten Sie hier in den nächsten Jahren leisten?
Wir leben in einer Gesellschaft des langen Lebens, und das verändert einiges, u. a. Familienstrukturen, Wohnformen, die Anforderungen an soziale und pflegerische Versorgung. Eine zentrale Frage bleibt, wie Kommunen und Sozialräume so gestaltet werden können, dass sie den unterschiedlichen Bedürfnissen älterer Menschen wirklich gerecht werden. Dazu kommt ein Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: Bildung im Alter. Denn Lernen hört nicht mit dem Berufsleben auf. Bildungsangebote können Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe im höheren Alter maßgeblich unterstützen.
In den nächsten Jahren möchte ich hier ansetzen, indem ich Forschung und Lehre eng mit der Praxis verzahne, Studierende für die Arbeit mit älteren Menschen qualifiziere und gemeinsam mit Praxispartner*innen an Fragen arbeite, die für das Leben älterer Menschen relevant sind.
Wie schalten Sie nach einem intensiven Tag in Lehre und Forschung am liebsten ab?
Am besten beim Sport. Ich mache Functional Fitness und Cardio-Boxen. Dabei kann ich den Kopf ausschalten und mich richtig auspowern.