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Gemeinsame Treibhausgasbilanz der NRW-Hochschulen

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In den vergangenen Jahren hat die FH Dortmund ihre Photovolatik-Anlagen ausgebaut auf inzwischen circa 60 Kilowattpeak.

Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen machen erfolgreichen Klimaschutz jetzt messbar. 14 Universitäten und 16 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben erstmals eine gemeinsame Bilanz für ihren CO2-Ausstoß vorgestellt. 

Insgesamt emittierten die 30 öffentlich-rechtlichen Hochschulen in NRW 2021 rund 441.000 Tonnen CO2-Äquivalente – etwa so viel wie eine Stadt mit 40.000 Einwohnern. Für die FH Dortmund weist die Bilanz 3.034 Tonnen CO2-Äquivalente aus. Jeweils knapp die Hälfte davon werden durch Wärmebedarf (1.450 t) und Strom (1.449 t) erzeugt. Dienstliche Mobilität macht mit 135 Tonnen die deutlich kleinere Emissions-Säule aus.

Die gemeinsame Treibhausgas-Bilanz (THG-Bilanz) (Öffnet in einem neuen Tab)  nach einheitlichen Standards geht auf eine Initiative der Landesregierung zurück. Die erste Bilanz umfasst die Jahre 2019 bis 2021. Künftig ist ein jährliches Monitoring geplant. Die Bilanzen für 2022 und 2023 sind bereits in Arbeit.

„Die nun vom Wirtschafts- und Klimaschutzministerium vorgelegte Gesamtbilanz zeigt, dass wir in Dortmund auf einem sehr guten Weg sind. Darauf können wir stolz sein“, sagt Dorothee Albrecht, Klimaschutzmanagerin der FH Dortmund. „Eine wesentliche Errungenschaft der Bilanz ist es, eine gemeinsame und einheitliche Datenbasis gefunden zu haben“, ergänzt ihre Kollegin Karen Müller.

Methodik und Unterschiede zum Klimaschutzkonzept

Die Bilanzierung erfolgt nach den Anforderungen des international anerkannten Standards des Greenhouse Gas Protocol. Dabei werden die Treibhausgasemissionen in drei Kategorien eingeteilt, die sogenannten Scopes.

  • Scope 1 sind direkte Emissionen, die durch Verbrennungen oder durch flüchtige Gase innerhalb der Hochschule entstehen – etwa durch den eigenen Fuhrpark, den Verbrauch von Erdgas oder flüchtige Gase in Laboren.
  • Scope 2 sind indirekte Emissionen, die durch den Bezug von Strom, Wärme und Kälte verursacht werden.
  • Scope 3 sind alle anderen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, wie z. B. Dienstreisen.

Während Scope 1 und 2 vollständig in der Treibhausgasbilanz berücksichtigt sind, gibt es bei Scope 3 erheblichen Spielraum, wie Klimaschutzmanagerin Dorothee Albrecht beschreibt. Für die gemeinsame Bilanzierung haben die Hochschulen entschieden, hier zunächst nur die Dienstreisen und die sogenannten Vorketten der eingekauften Energie zu berücksichtigen. Darunter fallen zum Beispiel die Emissionen, die beim Abbau von Kohle oder beim Transport von Erdöl entstehen.

Dorothee Albrecht

„In unserer eigenen Treibhausgasbilanz, die wir lange vor der gemeinsamen Bilanz für unser integriertes Klimaschutzkonzept (IKSK) erstellt haben, haben wir mehr Bereiche aus Scope 3 mit aufgenommen“, sagt Dorothee Albrecht. Dazu zählten etwa Abfall, Wasser und Beschaffung, aber vor allem die Pendelwege von Studierenden und Mitarbeitenden.

Vor allem letztere erklären, warum die nun vorliegenden Zahlen so stark von der eigenen Bilanzierung im IKSK abweichen. „Allein die An- und Abreise zur Hochschule sorgt für etwa 10.000 Tonnen CO2-Äquivalente“, erklärt Karen Müller. Entsprechend standen in der IKSK-Bilanzierung unterm Strich rund 13.000 Tonnen CO2-Äquivalente für die FH Dortmund, während die neue Bilanz nur circa 3.000 Tonnen ausweist. „Wir haben in dieser Bilanz zwar weniger Daten, dafür ist die Qualität der Daten deutlich höher“, betont Dorothee Albrecht. Für sie ist vor allem wichtig, dass „die einheitliche Bilanzierung die nötige Klarheit schafft, um Klimaschutz nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern als messbaren Prozess zu steuern.“

FH Dortmund auf gutem Weg

Die FH Dortmund hat sich längst auf den Weg gemacht, ihre Emissionen zu senken. Dazu wurden bereits in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen:

Karen Müller
  • Beispiel Strom: Dieser machte 2021 mit knapp 1.500 Tonnen CO2-Äquivalenten fast die Hälfte der im Bericht bilanzierten Emissionen an der FH Dortmund aus. „Bereits 2022 wurde an allen drei Hauptstandorten auf Ökostrom umgestellt“, sagt Dorothee Albrecht. Zugleich wurde in Photovoltaikanlagen investiert und die Leistung von 3 Kilowattpeak (2021) auf inzwischen 60 Kilowattpeak gesteigert. „Diesen Strom verbrauchen wir zu fast 100 Prozent selbst und der Bau einer weiteren Anlage ist bereits in Planung“, ergänzt Karen Müller.
  • Beispiel Wärme: Gemeinsam mit Fachbereichen arbeiten Energiemanager und Klimaschutzmanagement gemeinsam an einer Vielzahl technischer Anpassungen, um den Wärmebedarf zu senken. Dazu zählen die Steuerung der Wärmezufuhr und Belüftung in Hörsälen und die Optimierung von Wärmebrücken etwa an Eingängen.
  • Beispiel Mobilität: Vor allem Flugreisen sind für die Emissionen verantwortlich. Darum gilt bereits seit 2022 quasi ein Flugverbot für Ziele, die innerhalb von fünf Stunden mit der Bahn erreichbar sind. Auch der Fuhrpark der FH Dortmund wird konsequent auf E-Autos umgestellt, Diensträder und E-Bikes stehen zur Nutzung bereit und mit neuen diebstahlgeschützten Radabstellanlagen und Fahrradchecks setzt die FH gezielt Anreize für nachhaltiges Pendeln.