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IDiAL – Institut für die Digitalisierung von Arbeits- und Lebenswelten

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Dissertation Dr.-Ing. Christian Schlösser

Towards Concise Gaze Sharing

Abb. 1: Während der digitalen Zusammenarbeit erfasst und interpretiert ein System die Blickbewegungen von Nutzenden und stellt diese in Form von prägnanten Darstellungen auf den digitalen Arbeitsflächen der anderen Teilnehmenden dar.

Bei der computervermittelten Zusammenarbeit fehlen nonverbale Hinweise, die einen wesentlichen Bestandteil der gemeinsamen Gruppenarbeit ausmachen, wie z.B. das Verfolgen des Blickes. Der Forschungsbereich des „Gaze Sharing“ (zu Deutsch: Teilen des Blickes) zielt darauf ab, diesen Nachteil auszugleichen, indem die Augenbewegungen von Nutzenden aufgezeichnet werden, um diese dann im Arbeitsbereich der Kooperationspartner zu visualisieren. Dies erhöht die gemeinsame Aufmerksamkeit einer Gruppe und kann für die Effizienz der Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung sein. Die visuelle Überlagerung von Augenbewegungen auf einer Groupware erfordert jedoch die Verwendung strenger WYSIWIS-Benutzeroberflächen (What-You-See-Is-What-I-See, zu Deutsch: Was-du-siehst-ist-was-ich-sehe) und gilt selbst für die Blickbewegungen eines einzelnen Nutzers als ablenkende Visualisierung. Gruppen statt Dyaden und nicht durchgängig umgesetzte WYSIWIS-Benutzeroberflächen sind jedoch üblich bei der computervermittelten Zusammenarbeit und erschweren somit zusätzlich den Einsatz dieser Darstellungsmethode. Ein möglicher Ansatz besteht darin, den aktuellen Kontext zu erfassen, wie z.B. Merkmale der Aufgabe, die gegenwärtige Nähe der Zusammenarbeit oder Muster von Augenbewegungen, um prägnante Repräsentationen der visuellen Aufmerksamkeit anzuzeigen (siehe Abbildung 1), welche dann nicht von den genannten Einschränkungen herkömmlicher Überlagerungsvisualisierungen betroffen sind. Für das Design und die Evaluation von präg-nanten „Gaze Sharing“-Repräsentationen war das Ziel der Dissertation von Christian Schlösser, ein gestaltungsorientiertes Vorgehensmodell vorzuschlagen und durch die Anwendung in drei Fallstudien zu evaluieren. Aus diesen Fallstudien wurde auch relevantes Gestaltungswissen für „Gaze Sharing“ in Groupware abgeleitet.

Im Dezember 2019 verteidigte Christian Schlösser seine Dissertation erfolgreich. Die Promotion wurde in Kooperation mit Prof. Dr.-Ing. Jörg M. Haake von der FernUniversität in Hagen durchgeführt. Die Dissertation befindet sich im Zeitpunkt des Drucks dieses Berichts im Veröffentlichungsprozess der Online-Bibliothek der FernUniversität Hagen.

Nach der Ausbildung zum Fachinformatiker in der Fachrichtung „Anwendungsentwicklung“ studierte Christian Schlösser zunächst Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Dortmund mit dem Abschluss Bachelor of Science und wechselte im Anschluss in den Masterverbundstudiengang Wirtschaftsinformatik der TH Köln und Fachhochschule Dortmund.

Mit Beginn des Studiums arbeitete er als studentische und wissenschaftliche Hilfskraft sowie nach dem Masterabschluss als wissen-schaftlicher Mitarbeiter in verschiedenen (Drittmittel-)Forschungsprojekten unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Kienle.


Gutachter

  • Prof. Dr.-Ing. Jörg M. Haake (Fakultät für Mathematik und Informatik, FernUni Hagen)
  • Prof. Dr. Andrea Kienle (IDiAL, Fachhochschule Dortmund)