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Talente im Porträt: Burak Üyüküler

Ich verfolge meinen Traum von einem Leben ohne Existenzsorgen

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Mit Fleiß und Mut hat sich Burak Üyüküler (24) aus der beruflichen Sackgasse befreit

Es ist gerade einmal gute zwei Jahre her, da stand Burak mit dem Rücken zur Wand. Trotz großem Engagement mündete seine überbetriebliche Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann nicht in die erhoffte Vollzeit-Übernahme. „Es war enttäuschend. Ich befand mich nach der Absage in einer existenziellen Situation“, erinnert sich der damals 22-Jährige.

Bei allen Zukunftssorgen blieb Burak stark und hatte schnell einen neuen Plan im Kopf: auf dem zweiten Bildungsweg das Fachabitur machen, um dann mit der höherwertigen Qualifikation durchzustarten. Die Wahl fiel aufs Konrad-Klepping-Berufskolleg (KKB), das Schüler*innen mit abgeschlossener Berufsausbildung in einem Jahr zur Fachhochschulreife führt.

Für Burak war es die richtige Entscheidung: „Das Jahr am KKB war eine positive Erfahrung für mich. Ich habe ein gutes Fachabi gemacht, obwohl ich kaum für die Klausuren lernen konnte: Ich habe parallel zum Vollzeitunterricht in Teilzeit in einem Supermarkt gearbeitet. Oft war ich erst um 23 Uhr zu Hause und am nächsten Morgen ging es dann schon weiter.“ Mit seinem Fleiß und der Bereitschaft die eigene Komfortzone zu verlassen motivierte Burak sogar seine Mitschüler*innen.

„Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob ich es schaffen würde. Dieser ständige Kreislauf aus Arbeit und Homeschooling hat mir sehr zu schaffen gemacht. Ich war wie in einem Tunnel.“

Fachabitur unter Pandemie-Bedingungen

Fast hätte die aufbrandende Corona-Pandemie dem jungen Mann auf den letzten Metern einen Strich durch die Rechnung gemacht, überschattete der Ausnahmezustand doch das entscheidende zweite Halbjahr inklusive der Abschlussprüfungen. „Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob ich es schaffen würde. Dieser ständige Kreislauf aus Arbeit und Homeschooling hat mir sehr zu schaffen gemacht. Ich war wie in einem Tunnel.“ Dass Burak das Licht am Ende dieses Tunnels nie aus den Augen verlor, verdankt er neben der beständigen Unterstützung durch seine Eltern und seinen Onkel auch TalentScout Eva. „Ich konnte sie immer anschreiben, zu allen Themen. Wir haben regelmäßig und auch über meine privaten Sorgen gesprochen. Eva hat mich bestärkt, meinen Traum von einem Leben ohne Existenzsorgen weiter zu verfolgen und genau das habe ich getan.“

Studium: Gesundheit und Digitalisierung an der Hochschule für Gesundheit Bochum

Burak ist ein Mensch, der die Höhen und Tiefen des Lebens kennt und akzeptiert. Er hat mit seinen jetzt 24 Jahren gelernt, aus herausfordernden Rahmenbedingungen das Beste zu machen. Das Beste, das bedeutet seit dem Wintersemester 2020/21, dass Burak als erster seiner Familie studiert. An der Hochschule für Gesundheit in Bochum ist er im Studiengang Gesundheit und Digitalisierung eingeschrieben. „Hätte mir vor fünf oder sechs Jahren jemand gesagt, dass ich einmal studieren würde – ich hätte ihn nicht ernst genommen und gelacht“, ordnet er diese Errungenschaft ein. Doch Burak wäre nicht Burak, wenn er nicht weiterhin den schwierigen Weg ginge: Wie gehabt jobbt er 15-20 Stunden pro Woche, wird an manchem Tag an seine Grenzen geführt und bleibt dennoch beharrlich. Das zahlt sich aus: „Ich habe alle Prüfungen der ersten beiden Semester im ersten Versuch bestanden“, bilanziert er zufrieden das erste Studienjahr.

„Ich konnte sie immer anschreiben, zu allen Themen. Wir haben regelmäßig und auch über meine privaten Sorgen gesprochen. Eva hat mich bestärkt, meinen Traum von einem Leben ohne Existenzsorgen weiter zu verfolgen und genau das habe ich getan.“

Das Studium selbst ist vielfältig. Auf dem Modulplan stehen medizinische Grundlagen ebenso wie die Gesundheitsökonomie, Ethik oder zeitgemäße Wege der Gesundheitskommunikation. Die Studierenden werden darauf vorbereitet, die Schnittstellen zwischen Ärzt*innen, Patient*innen und Informatiker*innen zu gestalten. Schon jetzt hat Burak eine Idee von dem Leben, das nach dem Studium vielleicht einmal auf ihn wartet: „Ich würde gerne im Gesundheitswesen arbeiten, am liebsten bei einer Krankenkasse. Und ich möchte eine Familie gründen.“

Gut möglich, dass er bis dahin noch manche Klippe meistern muss. Aber das ist in Ordnung für ihn. Und mehr noch: Er hofft, dass sein Beispiel auch anderen jungen Leuten Mut machen kann, in schwierigen Phasen nicht aufzugeben. „Wir sollten niemals die Hoffnung verlieren. Wir sollten in den Spiegel schauen und sagen: Ich bin etwas wert und komme aus der Situation heraus. Ich will es!“

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