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Prof. Dr. Ralf Bohn

Person

Publikationen

Lehre

Forschung, Entwicklung & künstlerische Arbeiten

Prof. Dr. Ralf Bohn

Ralf  Bohn
Position  Professor
Lehrgebiet  Medienwissenschaften
Org.-Einheit  FB Design
Raum  MOP 2 121
Tel.  +49 (0231) 9112-448
E-Mail 
Adress-Alias  www.fh-dortmund.de/ralfbohn

Medienwissenschaften als Vermittler von Vermittlungen

Medienwissenschaften beschreiben und analysieren die Beziehungen von Menschen und Dingen, Menschen untereinander und Subjekten zu sich selbst als sprachliche und körperbezogene Kommunikation, als Eröffnung von dialogischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Tauschbeziehungen. Der äußeren Vermittlung liegt dabei jederzeit eine innere Selbstbeziehung zu Grunde. Medienwissenschaften untersuchen also keine objektiven Informationsübertragungen, sondern nach Außen verlagerte Selbstbeziehungen, also menschliche Produktivität, ästhetische Gestaltung insbesondere.

Die Beziehungen von Mensch und Ding sind auf drei Ebenen vermittelt: der realen (Strukturen), der symbolischen (Zeichen) und der imaginären (Vorstellungen). Übertragungen innerhalb der und Übersetzungen auf den Ebenen gehen niemals ohne Rest auf. Die Reste und Spuren kumulieren im Laufe der Kommunikationsprozesse zu medialen Gestalten, indem sie Verlust und Überschuss der Austauschverhältnisse kanalisieren. Medien sind Kontingenzoperationen, die Sprünge in der Kommunikation moderieren, stabilisieren intersubjektive und gesellschaftliche Beziehungen. Folglich sind Medien in der entwickelten Ökonomie notwendige institutionalisierte Tauschorte, an denen eine Gegenbewegung zur technischen Information und zum Zwang technischer Objektivierung legitimiert wird. Technik und Ästhetik sind in ihnen aufeinander bezogen. Deswegen werden in den Medienwissenschaften sowohl gestalterische als auch medientechnische Fragen behandelt.

Institutionalisierte Tauschorte sind technisch vermittelnde Einzelmedien (Text, Foto, Film, Ton etc.), die – wie alle Technik – die Illusion verfolgen, mediale Vermittlungen könnten eine verlustlose Aufnahme, Archivierung und Wiedergabe leisten. Medienwissenschaften am FB Design versuchen an Hand von praktischen Szenifikationen, von Tausch und Austausch die kommunikativen, technischen und kulturellen Vermittlungen in ihren Ökologien und Ökonomien zu entfalten und körperbezogen zurückzubinden. D.h., sie beschäftigen sich auch mit allen Störungen, Fehlleistungen und Pathologien von Mensch-Ding-Körperbeziehungen.


gedruckt am: 25.07.2017  16:31