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Studierenden-Wettbewerb

Ein Central Park am Dattelner Ostringstadion

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In ihrem Entwurf für das Gelände des Ostringstadions in Datteln mischen Celina Spandern und Silvia Wolf Einfamilienhäuser und mehrgeschossiges Mietwohnen.

Mit mehr als 60 städtebaulichen Entwürfen haben Architekturstudenten der Fachhochschule Dortmund Ideen für die angespannte Wohnraum-Situation im Ruhrgebiet geliefert. Da die hochschuleigenen Werkstätten coronabedingt geschlossen bleiben mussten, setzte die FH bei dem von der Stadt Datteln ausgelobten Wettbewerb auf „Carepakete“ für das studentische Homeoffice. Die digitale Jurysitzung erlaubte einmalige Einblicke in städtebauliche Entscheidungsprozesse. 

Fast eine halbe Tonne Knetmasse hat die FH Dortmund für den Wettbewerb an die Studierenden ausgegeben – samt Bauanleitung und Material für ein präzises Schneidgerät. „Die Werkstätten sind aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen“, erklärt Städtebau-Professor Christian Moczala (Öffnet in einem neuen Tab) . Mit den Carepaketen habe man für alle gleiche Bedingungen im Homeoffice geschaffen. 140 Studierende des Fachbereichs Architektur haben sich im Wintersemester mit dem Gelände des Ostringstadions in Datteln beschäftigt und mit der Knetmasse ihren Ideen Form verliehen.

Das Zentrum bildet der Park, der den Baumbestand des ehemaligen Stadions mit einbezieht. Am Ende des Parks steht das ehemalige Vereinsheim.

Große Parkanlage im Zentrum

In der Jurysitzung am 3. Februar 2021 setzte sich der Entwurf von Celina Spandern und Silvia Wolf durch. Ihre Vision, die Wohnbebauung auf einen großzügigen grünen Freiraum auszurichten, überzeugte auch die Stadtplaner*innen der Ruhrgebietskommune, die darin die Idee eines kleinen Central Parks für Datteln erkannten. „Der Entwurf entspricht in höchstem Maße dem Ort und den Anforderungen an die Bebauungsdichte“, lobt auch FH-Professor Moczala.

Niedrige Einfamilienhäuser und mehrgeschossiges urbanes Wohnen sind kleinteilig durchmischt und bringen die Bewohner*innen über gemeinschaftliche Freiräume zusammen. Das Areal wird durch viele kleine Grünflächen aufgelockert. Im Zentrum aber steht die große Parkanlage, die das ehemalige Fußball-Grün des Ostringstadions einbezieht und auf das alte Vereinsheim ausgerichtet ist – ein Gebäude, in dem künftig ein Kindergarten beheimatet werden könnte. Professor Moczala ist überzeugt: „Der Entwurf hat gute Chancen in die Planung einzugehen.“ Er werde nun den politischen Gremien der Stadt Datteln vorgestellt. Für die beiden Studentinnen gibt es 500 Euro Preisgeld.

Studierende lauschten der Jury-Sitzung

Anders als bei städtebaulichen Wettbewerben üblich, konnten die Studierenden der Jurysitzung digital beiwohnen. Die externen Architektur-Expert*innen – teils aus dem europäischen Ausland zugeschaltet – und Verantwortliche der Stadt Datteln hatten dabei schnell vergessen, dass fast 140 Studierende der Videokonferenz lauschten. Pointiert debattierten sie über Vor- und Nachteile der Entwürfe. Die angehenden Architekt*innen erlebten live, wie die Qualitäten der Entwürfe, aber auch die örtlichen Bedingungen und das Gesamtgefüge einer Stadt die Entscheidung beeinflussen. „Die Chance, bei so einer Sitzung Mäuschen zu spielen, ist nahezu einmalig“, sagt Professor Moczala. Bei allen Hürden, die ein Online-Semester für die Studierenden bedeute, würden so auch die Vorteile von Digitalität erlebbar.

Alle Preisträger des Wettbewerbs

  • 1. Platz (500 Euro): Celina Spandern & Silvia Wolf
  • 2. Platz (400 Euro): Dayna Hülsevoort & Elias Sturm
  • 3. Platz (300 Euro): Julia Victoria Lamprecht & Emily Schulte
  • Anerkennung: Enya-Marie Ullrich & Charlotta Weiß
  • Anerkennung: Sascha Felix Becker & David Frankemölle
  • Anerkennung: Annika Hermes & Miriam Schmidt

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