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Büsra - von der talentierten Schülerin zur Stipendiatin

Ihr TalentScout unterstützte Büsra auch bei der Suche nach einem Praktikumsplatz.

Ein Weg, der für Büsra nicht vorgezeichnet war: Viele Coaching-Gespräche, Ermutigung und Unterstützung des TalentScoutings mündeten in eine Erfolgsgeschichte. Für TalentScout Julia Eberlein, die die Schülerin auf ihrem Weg begleitete, ist Büsras Geschichte ein gutes Beispiel, was TalentScouting ganz konkret bewirken kann.

Die Lüner Schülerin hatte das TalentScouting-Angebot am Lippe-Berufskolleg eigentlich gar nicht auf dem Schirm gehabt.  "Das ist nur etwas für die, die nicht wissen, was sie nach der Schule machen sollen. Ich weiß ja, dass ich Hebamme werden möchte", dachte die Schülerin – und ging dann trotzdem in die Beratung zu Julia Eberlein.

Per Studium zur Hebamme

Von ihr erhoffte sie sich lediglich Hilfe bei der Studienplatzbewerbung. Doch was sie bekam, war viel mehr. Büsra und Julia suchten gemeinsam nach einem passenden Studiengang  im Gesundheitswesen. An der Hochschule für Gesundheit in Bochum entdeckten sie den Studiengang „Hebammenwissenschaften“ und Büsra bewarb sich dort. Weil sie hierfür noch ein Praktikum brauchte und ihre Bewerbungsunterlagen noch vorbereiten musste, vermittelte Julia sie an die Schreibberatung am TalentKolleg Ruhr in Herne weiter.

Steine auf dem Weg

Die Arbeit von Julia Eberlein fing dann erst richtig an, viele weitere Gespräche folgten: über einen möglichen Umzug bis hin zu den Möglichkeiten der Studienfinanzierung. Und sie bestärkte die Schülerin darin, sich um ein Stipendium bei der Hans-Böckler-Stiftung zu bewerben. Büsra Düzgün: „Ich dachte, wieso sollten die mich nehmen?“ Julia Eberlein zeigte ihr auf, dass es nicht nur auf besonders gute Schulnoten ankommt, sondern familiäres und soziales Engagement für Stipendiengeber von großer Bedeutung sind.

Erfolgreich beim Stipendium

Und tatsächlich: Büsra nahm nicht nur ihr Studium der Hebammenwissenschaft an der Hochschule für Gesundheit Bochum auf, sondern konnte auch ihre finanziellen Sorgen hinter sich lassen - im Februar 2017 bekam sie die Zusage, als Stipendiatin ins Förderprogramm der Hans-Böckler-Stiftung aufgenommen zu werden. „Bei der Bewerbung für das Stipendium hat Julia mich sehr motiviert: Sie schrieb ein Gutachten und bereitete mich auf die Auswahlgespräche vor. Das war unglaublich hilfreich.“

Alles auf Null: Soziale Arbeit in Bielefeld

Besser könnte der Übergang von der Schule ins (Wunsch-)Studium nicht gelingen, möchte man meinen. Für Büsra folgte etwas Überraschendes, ein Prozess des Entdeckens und Reflektierens mit folgender Einsicht: „Mir wurde bewusst, dass mich der gesundheitliche Kontext des Hebammenberufs gar nicht so sehr reizt wie angenommen. Die Arbeit im Krankenhaus und dem Gesundheitsumfeld machte mich nicht glücklich.“ Vielmehr war es die Arbeit mit den Familien, die Büsra faszinierte: „Mich interessierte vor allem der Umgang mit familiären Krisensituationen.“

Was tun? Die junge Frau entschied sich für einen Neustart, an der Fachhochschule Bielefeld studiert sie jetzt Soziale Arbeit. Der Mut zum Wechsel wurde belohnt: „Ich merke, dass ich in dem Themenbereich richtig aufblühen kann und fühle mich im studentischen Leben endlich angekommen. Mit meiner Entscheidung bin ich sehr zufrieden.“ Auch die Hans-Böckler-Stiftung unterstützt Büsras Entscheidung und fördert sie weiterhin als Stipendiatin.