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„Mein Ziel ist es, für möglichst viele Menschen möglichst gute Lebensumstände zu schaffen“

Helene (18) zieht es in die Politik

Eine beträchtliche Anzahl der Schülerinnen und Schüler im TalentScouting zeichnt sich durch ihren Blick für die Mitmenschen aus. Zivilgesellschaftliches Engagement ist für sie ein fester Bestandteil der Freizeit, selbst wenn diese oft genug knapp bemessen ist. Besonders erfüllend ist es, wenn dem Ehrenamt dann eine berufliche Perspektive, ja eine Berufung erwächst. Bestes Beispiel dafür ist die 18-jährige Helene, die an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Lünen die 13. Jahrgangsstufe besucht.

„Ich fand es schon immer wichtig, mich für andere einzusetzen. Für möglichst viele Menschen möglichst gute Lebensumstände schaffen – das ist mein Ziel“, sagt die junge Frau. Ihr Ziel verfolgt Helene als Sprecherin der Grünen Jugend in Lünen, außerdem koordiniert sie den Arbeitskreis Europa und Globales und hat für Bündnis 90 Die Grünen einen Platz in der Landesdelegiertenkonferenz – dabei ist sie erst seit einem guten Jahr institutionell eingebunden. „Ich habe eine relativ steile Karriere gemacht“, sagt die Schülerin lachend.

Vom Ehrenamt inspiriert: Berufsziel Politik

Gemeinsam mit den anderen Aktiven der Grünen Jugend versucht Helene, gesellschaftliche Impulse zu setzen: So hat die Lüner Ortsgruppe Spenden für Bürger gesammelt, die ihre Wohnung aufgrund von Brandschutzdefiziten verlassen mussten und über Jahre in Turnhallen lebten. Auch Umweltthemen stehen regelmäßig auf der Agenda, im Sommer hat das Team beispielsweise eine Informationskampagne zum Insektensterben umgesetzt. „Jeder hat eine Meinung, aber die wenigsten sind bereit, dafür einzustehen. Wenn man etwas gestalten möchte, muss man etwas tun“, wirbt Helene dafür, auch als junger Mensch aktiv am zivilen Geschehen zu partizipieren.

Die angehende Abiturientin ist bereit, Zeit und Einsatz zu investieren. Umgekehrt profitiert sie von ihrem politischen Ehrenamt, kurzfristig ebenso wie langfristig: Helene hat gelernt, ohne Probleme vor größeren Gruppen zu sprechen, sie hat ihr Ausdrucksvermögen geschult und eine Menge Wissen erworben. Vor allem aber hat sie eine Berufsperspektive erschlossen, die eins ist mit dem Gefühl einer Berufung: „Ich habe schnell gemerkt: Das macht mich glücklich und zufrieden. Und dieses Gefühl braucht jeder Mensch“, gibt sie einen Einblick in ihre Emotionen. Unglaublich inspirierend sei es zudem, auf Menschen mit großer politischer Expertise zu treffen. Unter dem Eindruck dieser Erfahrungen und Begegnungen hat Helene das Vorhaben entwickelt, Berufspolitikerin zu werden.

„Wie eine Freundin, die mir sogar bei der Berufsfindung helfen kann“

Dem TalentScouting der FH Dortmund verdankt sie, dass nach dem Berufsziel auch der Weg dahin klarer geworden ist: „Ich bin eigentlich ein absoluter Planungsmensch und hatte doch das Gefühl, vollkommen planlos zu sein. Das hat sich im TalentScouting geändert.“ Die nächsten Etappen sind jetzt abgesteckt: Nach dem Abitur im Frühjahr 2019 strebt Helene ein freiwilliges soziales Jahr im politischen Berlin an, gefolgt vom Studium des Zweifach-Bachelors „Politik und Gesellschaft“ bzw. „Sprache und Kommunikation in der globalisierten Mediengesellschaft“ an der Uni Bonn. Die Planung des FSJ hat aktuell Priorität, denn Helene strebt eine illustre Dienststelle an: den deutschen Bundestag. Sie ist froh, bei den maßgeblichen Themen Bewerbung und Finanzierung in TalentScout Julia Eberlein eine kundige Beraterin an ihrer Seite zu haben: „Julia hat alles im Blick: Wie mache ich was richtig, was muss ich beachten?“, erzählt sie von der gemeinsamen Arbeit. Dabei ist ihr TalentScout für Helene weit mehr als eine externe Expertin: „Julia ist eher wie eine Freundin, die mir sogar bei der Berufsfindung helfen kann.“

Mit Sicherheit und Gelassenheit ins FSJ

Auch vom generellen Ansatz des TalentScoutings ist Helene sehr angetan: „Man steht zum Ende der Schulzeit vor einem Urwald an Möglichkeiten. Und dann jemanden zu haben, der Ahnung hat und sich zielführend mit den eigenen Plänen befasst, gibt einem Sicherheit und Gelassenheit.“ Gelassenheit war denn auch für Helene ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für das FSJ: Bei allen karriereförderlichen Aspekten eines einjährigen Engagements in Berlin freut sich die junge Frau auch auf Abstand vom Lernstress. „Ich brauche zwischen Abitur und Studium eine Lernpause, etwas Freiraum,“ sagt Helene. Freiraum ist für die zielstrebige 18-Jährige dabei keinesfalls mit Müßiggang gleichzusetzen: Helene sagt von sich selbst, dass sie gerne viel zu tun hat – die für das FSJ übliche 39 Stunden-Woche scheut sie deshalb nicht. Vielmehr blickt sie voller Vorfreude auf die Perspektive, ihrer Berufung in einem Umfeld nachzugehen, das inspirierender und aufregender kaum sein könnte.