Kooperation

TalentScouting der FH Dortmund fördert Talente am Leibniz-Gymnasium

Die FH Dortmund und das Leibniz-Gymnasium Dortmund freuen sich über die gelungene Kooperation.

Bildungserfolg hängt in Deutschland noch immer sehr stark vom sozialen Status ab: So nutzen junge Erwachsene aus Nicht-Akademiker-Familien viel zu selten alle Bildungschancen, zu denen ihr Schulabschluss sie berechtigt. Mit dem TalentScouting leistet die Fachhochschule Dortmund ihren Beitrag dazu, das zu ändern – gemeinsam mit dem Leibniz-Gymnasium Dortmund International School. Am 20. November 2017 unterzeichneten Reinhard Schwebke, stellvertretender Schulleiter des Leibniz-Gymnasiums, und FH-Prorektor für Hochschulmarketing und regionale Einbindung Gerd Erdmann-Wittmaack, die Kooperationsvereinbarung, mit der sich beide Partner dem gemeinsamen Motto „Talente finden, fördern und begleiten“ verschreiben.

 

Viele Talente wurden bereits entdeckt in den vergangenen Monaten – zum Beispiel Hayrunnisa Cabuk. Die 18-Jährige hat 2017 ihr Abitur am Leibniz-Gymnasium gemacht, mittlerweile studiert sie Jura in Heidelberg. Diese Entscheidung entwickelte sich nicht auf Anhieb: „Mein TalentScout hat mir den Anstoß gegeben, meine Zukunftspläne zu hinterfragen, denn ich war kurz davor, eine Ausbildung im Gesundheitswesen anzutreten.  aber jetzt weiß ich, dass meine Bestimmung schon immer die einer Juristin war!“

 

Das Beispiel zeigt, dass das TalentScouting auch am Leibniz-Gymnasium  sehr gut aufgehoben ist. FH-TalentScout Serah Dubidad erzählt: „In der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern hier an dieser Schule begeistert mich immer wieder das Engagement für andere, und die Motivation, mit der sie ihre individuellen Lebenswege planen – trotz vielleicht widriger Umstände. Dabei ist ihnen manchmal gar nicht klar, dass es gerade diese Eigenschaften sind, die sie zu einem Talent machen.“

 

Seit dem Frühjahr 2017 begleitet sie talentierte Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg von der Schule in die Hochschule oder in eine Berufsausbildung. Neben individuellen Förderangeboten spielen regelmäßige, ergebnisoffene Coaching-Gespräche dabei eine zentrale Rolle. „Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler in diesem Prozess ist sehr wichtig, denn eine fundierte Entscheidung ist die Grundlage für einen erfolgreichen weiterführenden Bildungsweg“, erläutert FH-Prorektor für Hochschulmarketing und regionale Einbindung Gerd Erdmann-Wittmaack.  „Unsere Talente fühlen sich sehr unterstützt, die Schülerinnen und Schüler wissen diese Begleitung sehr zu schätzen.“, ergänzt der stellvertretende Schulleiter Reinhard Schwebke. „Und dass es gleichberechtigt neben dem Thema Studium auch um Ausbildung gehen kann, ist dabei besonders wichtig, weil es den Entscheidungsprozess offen hält.“  Und Katrin Erdmann, Studien- und Berufswahl-
Koordinatorin am Leibniz-Gymnasium, fügt hinzu: „Ich stelle fest, dass bei den Kolleginnen und Kollegen der Talentbegriff tatsächlich aufgebrochen wird und wir dabei dennoch auch besondere Zielgruppen im Blick behalten.“ Denn wer beispielsweise in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, glaubt oft trotz guter Noten nicht an die eigenen Aufstiegschancen. „Mit dem TalentScouting unterstützen wir die Jugendlichen darin, ihre Stärken und Interessen besser einzuschätzen und finden einen geeigneten, gangbaren Weg, um diese Potenziale bestmöglich auszuschöpfen“, beschreibt FH-TalentScouting-Koordinatorin Cornelia von Soosten.

 

Zum Projekt TalentScouting:

 

In Deutschland entscheiden oftmals nicht die Fähigkeiten über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe: Während 77 Prozent aller Akademikerkinder studieren, beträgt dieser Anteil bei Kindern aus Nichtakademiker-Familien nur 23 Prozent. Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, vertraut seltener auf die eigenen Stärken und lässt trotz guter Noten vorhandene Aufstiegschancen ungenutzt.
An dieser Stelle setzt das Projekt TalentScouting an, das ursprünglich von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entwickelt wurde und vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung in NRW auf mittlerweile 17 Hochschulen ausgeweitet wurde.