Kooperation

Kooperationsvertrag mit dem Cuno-Berufskolleg I unterzeichnet

VertreterInnen von FH und Cuno-Berufskolleg I freuen sich über die Plakette, die die Zusammenarbeit sichtbar macht.

Talentierte Schülerinnen und Schüler des Cuno-Berufskollegs I werden zukünftig noch intensiver bei der Studien- und Berufsorientierung begleitet – dafür sorgt das TalentScouting der FH Dortmund. Als erste Schule Hagens unterzeichneten am Freitag, 25. November 2016, der Schulleiter OStD Thomas Luig und Prof. Dr. Wilhelm Schwick, Rektor der Fachhochschule Dortmund einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

 

Für den Bildungserfolg ist in Deutschland noch viel zu oft der familiäre Hintergrund entscheidend und viel zu wenig die individuelle Begabung. Hier zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit beizutragen, ist das erklärte Ziel des TalentScouting-Projektes.

 

Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, glaubt oft trotz guter Noten nicht an die eigenen Aufstiegschancen. Die TalentScouts unterstützen in Coaching-Gesprächen die Jugendlichen darin, ihre Stärken und Interessen besser einzuschätzen und daraufhin fundierte Entscheidungen in der Studien-und Berufsorientierung zu treffen. „Wir möchten insbesondere diejenigen Schülerinnen und Schüler ermutigen, ein Studium in Erwägung zu ziehen, die von sich aus diese Option gar nicht im Blick haben“, erklärt Sonja Hunscha, die als TalentScout der FH Dortmund Sprechzeiten im Cuno-Berufskolleg I anbietet. Orientierung ist auch hier das Stichwort. Thomas Luig, Schulleiter des Cuno-Berufskolleg I: „Unsere Schülerinnen und Schüler haben viele Talente, die wir gezielt suchen, finden und fördern wollen. Wir freuen uns, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern diese zusätzliche Beratung ermöglichen können“

 

Auch Ausbildungsberufe oder schulische Bildungsgänge haben die Scouts im Fokus. „Die Beratung muss komplett ergebnisoffen sein: Es geht ja darum, für jede und jeden den individuell richtigen Weg zu finden“, beschreibt Cornelia von Soosten, Koordinatorin des Projektes an der FH Dortmund. Tareq Hakim, der zuständige Lehrer der Schule, erkennt darin den besonderen Reiz: „Es gibt so viele Angebote, da ist es eine große Hilfe, wenn die jungen Menschen eine Person haben, mit der er oder sie verschiedene Ergebnisse und Zwischenstufen reflektieren kann.“ Hakim steht für ein sehr engagiertes Team, das generell die Studien- und Berufsorientierung voran treibt: Die fünf Hagener Berufskollegs veranstalten seit über 20 Jahren einen gemeinsamen Berufsinformationstag, bei dem Schülerinnen und Schüler der 8., 9. und 10. Klassen der Hagener Schulen sich über das Ausbildungsangebot in ca. 120 Berufen informieren können. Dafür wurden die fünf Hagener Berufskollegs 2016 mit dem TalentAward der TalentMetropole Ruhr ausgezeichnet.

 

Die FH Dortmund bietet bereits ein breites Angebot für Studierwillige. „Die TalentScouts schließen nun eine wichtige Lücke in diesem Angebot, indem sie vor Ort in der Schule talentierte junge Menschen ansprechen und den Prozess der Orientierung über einen längeren Zeitraum begleiten. Dadurch werden Perspektiven eröffnet – und davon profitiert letztlich die ganze Region“, resümiert FH-Rektor Schwick.

 

Zum Projekt:

Während 77 Prozent aller Akademikerkinder studieren, beträgt dieser Anteil bei Kindern aus Nichtakademiker-Familien nur 23 Prozent. Dies geht aus der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) hervor. Talentierte junge Menschen dazu zu ermutigen, ihre Bildungschancen auszuschöpfen, ist Anliegen des Projekts TalentScouting, das ursprünglich von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entwickelt wurde. Gefördert durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung in NRW, sprechen TalentScouts talentierte Schülerinnen und Schüler bereits in der Schule an, informieren sie über Chancen, warnen vor Stolpersteinen und helfen bei Hindernissen. Für den Ausbau des TalentScoutings stellt das Land bis Ende 2020 22 Mio. Euro zur Verfügung. Neben Gelsenkirchen sind mittlerweile 16 Hochschulen in NRW am Projekt beteiligt, darunter die FH und die TU Dortmund.