Kooperation

FH Dortmund unterzeichnet Kooperationsvertrag mit dem Karl-Schiller-Berufskolleg

Über die gelungene Kooperation freuen sich (v.l.): Studien- und Berufswahl-Koordinator des Karl-Schiller-Berufskollegs Yavuz Bicer, FH-TalentScout Julia Eberlein, Talent Mübeccel Sener, Schulleiter des Karl-Schiller-Berufskollegs Dortmund  Dr. Uwe Wiemann, FH-TalentScout Anna Frankenberg, FH-TalentScouting-Koordinatorin Cornelia von Soosten, FH-Rektor Prof. Dr. Wilhelm Schwick.
Kooperieren in der Förderung von Talenten: Die FH Dortmund und das Karl-Schiller-Berufskolleg

Am Karl-Schiller-Berufskolleg Dortmund trifft man auf talentierte junge Erwachsene, die ihr Potenzial ausschöpfen möchten. Vor allem Schülerinnen und Schüler aus Nicht-Akademiker-Familien werden dabei schon seit Ende 2016 vom TalentScouting der Fachhochschule Dortmund unterstützt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Berufskolleg und Fachhochschule wurde jetzt auch vertraglich besiegelt: Am 25. Juni 2018 haben Schulleiter Dr. Uwe Wiemann und FH-Rektor Prof. Dr. Wilhelm Schwick eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, mit der beide Partner ihr Engagement für Bildungsgerechtigkeit bekräftigen.

Talent Mübeccel: Fachhochschulreife mit 1,3-Durchschnitt

Talente verschiedenster Herkunft nutzen seit eineinhalb Jahren das Beratungsangebot. Sie bringen vielfältige Stärken und Träume mit, aus denen im TalentScouting Zukunftsentwürfe werden. Da ist beispielsweise Mübeccel Sener, die die Berufsfachschule Wirtschaft und Verwaltung besucht. Nach glänzender Fachhochschulreife mit einem Notendurchschnitt von 1,3 strebt die 19-Jährige das Abitur an. Gerne möchte sie danach ihre Vorliebe für Wirtschaft und Mathematik beruflich verwirklichen, das konkrete Ziel ist noch offen. In TalentScout Julia Eberlein hat Mübeccel eine sachkundige Mentorin, die sie langfristig begleitet. „Das TalentScouting verläuft ergebnisoffen. Ob am Ende die Entscheidung für ein Studium oder eine Ausbildung fällt und bei welcher Institution die Talente einsteigen, richtet sich nach ihren Vorstellungen und Begabungen“, beschreibt Julia Eberlein die Zusammenarbeit. Dabei geht es um mehr als reine Studien- und Berufswahlberatung: Für Mübeccel sind beispielsweise die Themen Lern- und Zeitmanagement sehr wichtig, schließlich muss die angehende Abiturientin ein straffes Pensum bewältigen. Und an manchen Tagen ist Julia Eberlein einfach die vertrauensvolle Gesprächspartnerin, mit der die junge Frau verschiedene Alltagsfragen diskutiert – die Inhalte des Programms sind so vielfältig wie die Talente selbst. Deren Betreuung übernimmt ab sofort TalentScout Anna Frankenberg: „Ich freue mich darauf, am Karl-Schiller-Berufskolleg talentierte Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg von der Schule in die Hochschule oder in eine Berufsausbildung zu unterstützen.“

FH-Rektor Wilhelm Schwick: "Grundlage für einen erfolgreichen Bildungsweg"

Die regelmäßigen, ergebnisoffenen Coaching-Gespräche spielen dabei eine zentrale Rolle. „Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler in diesem Prozess ist sehr wichtig, denn eine fundierte Entscheidung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Bildungsweg“, erläutert FH-Rektor Prof. Dr. Wilhelm Schwick. Ergänzt werden die Beratungen durch individuelle Förderangebote. Für Schulleiter Dr. Uwe Wiemann passt die Kooperation hervorragend zum Leitbild des Karl-Schiller-Berufskollegs: „Wir verstehen uns als Institution, die die Vielfalt ihrer Lernenden wahrnimmt und nutzt. Unser Anliegen ist die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler – eben da setzt auch das TalentScouting an und unsere Talente schätzen die unvoreingenommene Betreuung.“ Yavuz Bicer, Koordinator der Studien- und Berufsorientierung am Karl-Schiller-Berufskolleg, ergänzt: „Die Kolleginnen und Kollegen haben ihren klassischen Talentbegriff erweitert, das Bewusstsein für die Potenziale besonderer Zielgruppen ist schärfer denn je.“

Tatsächlich ist eine aufmerksame Betreuung speziell für BildungsaufsteigerInnen wichtig. Denn wer beispielsweise in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, glaubt oft trotz guter Noten nicht an die eigenen Aufstiegschancen. „Mit dem TalentScouting unterstützen wir die Jugendlichen darin, ihre Stärken und Interessen besser einzuschätzen und finden einen geeigneten, gangbaren Weg, um diese Potenziale bestmöglich auszuschöpfen“, beschreibt FH-TalentScouting-Koordinatorin Cornelia von Soosten.

Zum Projekt TalentScouting

In Deutschland entscheiden oftmals nicht die Fähigkeiten über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe: Während 77 Prozent aller Akademikerkinder studieren, beträgt dieser Anteil bei Kindern aus Nichtakademiker-Familien nur 23 Prozent. Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, vertraut seltener auf die eigenen Stärken und lässt trotz guter Noten vorhandene Aufstiegschancen ungenutzt. An dieser Stelle setzt das Projekt TalentScouting an, das ursprünglich von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entwickelt wurde und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft in NRW auf mittlerweile 17 Hochschulen ausgeweitet wurde.