Kooperation

TalentScouting der FH Dortmund fördert Talente an der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn

Die FH Dortmund die Werner-von-Siemens-Gesamtschule-Königsborn fördern ab sofort gemeinsam Talente.

Bildungserfolg hängt in Deutschland noch immer sehr stark vom sozialen Status ab: So nutzen junge Erwachsene aus Nicht-Akademiker-Familien viel zu selten alle Bildungschancen, zu denen ihr Schulabschluss sie berechtigt. Mit dem TalentScouting leistet die Fachhochschule Dortmund ihren Beitrag dazu das zu ändern – gemeinsam mit der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Königsborn. Am 14. Mai 2018 unterzeichneten Ludger Kloer, stellvertretender Schulleiter der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Unna-Königsborn, und FH-Rektor Prof. Dr. Wilhelm Schwick, die Kooperationsvereinbarung, mit der sich beide Partner dem gemeinsamen Motto „Talente finden, fördern und begleiten“ verschreiben.

Talent Laurenz: Jura-Studium im Visier

Viele Talente wurden bereits entdeckt in den vergangenen Monaten – zu Beispiel Laurenz Schönborn. Während er am Anfang seiner Begleitung vor eineinhalb Jahren noch unsicher war, welchen beruflichen Weg er einschlagen sollte, ist er jetzt, drei Monate vor seinem Abitur, sicher: „Ich will Rechtswissenschaften studieren und Volljurist werden.“ Bestärkt hat ihn vor allem die Teilnahme an der Summer-University der Ruhr-Universität Bochum in den vergangenen Herbstferien, an der er auf Vorschlag von seinem TalentScout Ursula van Holt teilgenommen hat. Zurzeit geht es in der Beratung vor allem um Organisatorisches: Bewerbung um den Studienplatz, erste Recherchen über den angestrebten zukünftigen Studienort und die Finanzierung des Studiums. Laurenz ist ein leistungsstarker Schüler, der sich auch außerschulisch in seinem Sportverein ehrenamtlich engagiert, deshalb kommt für ihn auch die Bewerbung um ein Stipendium in Frage. „Das TalentScouting gibt ihm die Sicherheit, alles, was mit einem Studium zusammenhängt, bewältigen zu können“, beschreibt Ursula van Holt ihre Zusammenarbeit.

Talent Joline: "Eine Möglichkeit, die vielen anderen Schülern auch helfen kann"

Ein weiteres Beispiel: Joline Müller ist die erste in ihrer Familie, die ein Studium anstrebt. Für sie war von Anfang an klar, dass sie Lehrerin werden möchte. Auf Hinweis ihres TalentScouts hat sie sich gründlich mit den verschiedenen Möglichkeiten eines Lehramtsstudiums, den Zugangswegen und den möglichen Fächerkombinationen auseinandergesetzt. Jetzt möchte sie noch Kontakt aufnehmen zu einem Studierenden ihrer bevorzugten Universität, um auch persönlich die Uni ihrer Wahl kennen zu lernen. Joline unterstützt mittlerweile auch Markus Engelhaupt, den Studien- und Berufswahlkoordinator der Schule, bei der Organisation der TalentScouting-Termine: „Das mache ich gerne. Ich finde, das ist eine Möglichkeit, die vielen anderen Schülern auch helfen kann“, begründet sie ihre Tätigkeit. Und mit dieser Unterstützung und ihrem anderen schulischen Engagement öffnet sie sich auch den Weg, eventuell von der Schule für ein Stipendium vorgeschlagen zu werden.

Erfolgreiche Zusammenarbeit seit Herbst 2016

Bereits seit Herbst 2016 begleitet ein TalentScout talentierte Schülerinnen und Schüler der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Unna-Königsborn auf ihrem Weg von der Schule in die Hochschule oder in eine Berufsausbildung. Neben individuellen Förderangeboten spielen regelmäßige, ergebnisoffene Coaching-Gespräche dabei eine zentrale Rolle. „Die Begleitung der Schülerinnen und Schüler in diesem Prozess ist sehr wichtig, denn eine fundierte Entscheidung ist die Grundlage für einen erfolgreichen Bildungsweg“, erläutert FH-Rektor Prof. Dr. Wilhelm Schwick. „Unsere Talente fühlen sich sehr unterstützt, die Schülerinnen und Schüler wissen diese Begleitung sehr zu schätzen.“, ergänzt der stellvertretende Schulleiter Ludger Kloer. „Und dass es gleichberechtigt neben dem Thema Studium auch um Ausbildung gehen kann, ist dabei besonders wichtig, weil es den Entscheidungsprozess offen hält.“ Markus Engelhaupt fügt hinzu: „Ich stelle fest, dass sich bei den Kolleginnen und Kollegen der Talentbegriff verändert und wir dabei besondere Zielgruppen im Blick behalten.“ Denn wer beispielsweise in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, glaubt oft trotz guter Noten nicht an die eigenen Aufstiegschancen. „Mit dem TalentScouting unterstützen wir die Jugendlichen darin, ihre Stärken und Interessen besser einzuschätzen und finden einen geeigneten, gangbaren Weg, um diese Potenziale bestmöglich auszuschöpfen“, beschreibt FH-TalentScouting-Koordinatorin Cornelia von Soosten.

Zum Projekt TalentScouting:

In Deutschland entscheiden oftmals nicht die Fähigkeiten über den Bildungsweg, sondern die familiären Hintergründe: Während 77 Prozent aller Akademikerkinder studieren, beträgt dieser Anteil bei Kindern aus Nichtakademiker-Familien nur 23 Prozent. Wer in weniger privilegierten Verhältnissen aufwächst, vertraut seltener auf die eigenen Stärken und lässt trotz guter Noten vorhandene Aufstiegschancen ungenutzt. An dieser Stelle setzt das Projekt TalentScouting an, das ursprünglich von der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen entwickelt wurde und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft in NRW auf mittlerweile 17 Hochschulen ausgeweitet wurde.