Nachbericht: Workshop Digitale Lern- und Arbeitswelten

Wie sehen die Lern- und Arbeitswelten der Zukunft aus? Welche Kompetenzen sind im digitalen Zeitalter gefragt? Und wie wollen wir den weitreichenden Wandel in ethischer Hinsicht gestalten? Gut 20 Oberstufen-Schüler*innen des Hans-Böckler-Berufskollegs Marl widmeten sich in Theorie und Praxis diesen und anderen Fragen.

Einblicke ins digitale Profil der Fachhochschule gaben Devin Kunze von der E-Learning-Koordinierungsstelle und Philipp Tendyra vom Institut für die Digitalisierung der Lebens- und Arbeitswelten (IDiAL). Überrascht waren die Schülerinnen und Schüler von den interaktiven Lehrformaten, die an der FH zum Einsatz kommen; praktisch ausprobieren konnten sie Smartphone-gesteuerte Lernquizze, die den Gamifikation-Ansatz gewinnbringend in die Lehre tragen. Spannend nicht nur für Tech-Nerds: Die unter dem Dach von IDiAL betriebene Forschung wirkt in verschiedenste Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft hinein; so entsteht im Projekt "Pflege im Quartier" eine digitale Pflegeplattform mit angeschlossener App, die den wachsenden gesellschaftlichen Bedarfen im Pflegebereich Rechnung trägt.

Der Teilworkshop „Digitale Arbeitswelten“ wurde im Anschluss vom städtischen Zentrum der Medienkompetenz in Dortmund (ZMiDO) gestaltet. Im Zentrum stand der Wandel verschiedener Berufe und damit verbundener Kompetenzen. Nach einem theoretischen Input von ZMiDO-Mitarbeiterin Lea Krutwage entstanden in Kleingruppenarbeit bunte Collagen, die etwa für die Branchen Medizin/Gesundheit, Bildung oder Verkehr/Fortbewegung den Status quo und die zu erwartenden Change-Prozesse gegenüberstellten. In einem "Museumsrundgang" wurden die Collagen diskutiert, u.a. mit folgenden Ergebnissen:

  • Berufsbilder und damit einhergehende Kompetenzprofile ändern sich teils signifikant. Lebenslanges Lernen ist gefragt und erfordert von den Arbeitnehmer*innen Anpassungsfähigkeit.
  • Die Digitalisierung bringt Licht und Schatten mit sich. Technologischer Fortschritt wird drängenden gesellschaftlichen Problemstellungen zugute kommen, etwa bezogen auf den Fachkräftemangel, Fragen der Mobilität oder der alternden Gesellschaft. Zugleich ist nicht absehbar, wie beispielsweise das Empathie-Defizit der etwa jetzt schon eingesetzten Pflege-Roboter zu lösen ist. Der Mensch bleibt unersetzbar
  • Jenseits des technisch Machbaren müssen wir uns fragen, in welcher Welt wir leben wollen.

Aus der angeregten Workshop-Atmosphäre nahmen alle Beteiligten Learnings und Denkanstöße mit in ihren Alltag. Sicherlich werden sie die Schülerinnen und Schüler des Hans-Böckler-Berufskollegs im Verlauf ihrer weiteren Bildungs- und Berufsbiographie begleiten.

Der Workshop fand unter dem Dach der TalentTage Ruhr 2019 statt.

Informationen zum neuen Zentrum der Medienkompetenz in Dortmund gibt's hier: ZMiDO

Fotos: Marc Albers/TalentMetropole Ruhr