Förderwettbewerb

Bis zu 240.000 Euro Starthilfe für Gründungen

Neue Runde des Förderwettbewerbs „Start-up Transfer.NRW“: Bis zum 30. April 2021 können Gründer*innen aus Hochschulen Anträge auf Förderung stellen. Erdme Brüning von der Transferstelle der FH Dortmund erklärt, worauf zu achten ist.

Porträtbild
Erdme Brüning ist Gründungslotsin der Transferstelle der FH Dortmund. (Foto: FH Dortmund / Kristin Trüb)

In Kürze:

  • Bewerber*innen gehören zu einer staatlich anerkannten Hochschule oder Forschungseinrichtung in NRW
  • Zuschussförderung beträgt maximal 90 Prozent und höchstens 240.000 Euro
  • Förderphase dauert maximal 18 Monate
  • die projektbegleitende Beratung durch einen Coach  ist verpflichtend
  • Anträge werden beim Projektträger Jülich eingereicht
  • Weiter Informationen: www.ptj.de/hochschulausgruendung

Gefördert werden können gründungswillige Absolvent*innen und Wissenschaftler*innen aus nordrhein-westfälischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Es geht darum, Forschungsergebnisse und Know-how mit großem Marktpotenzial und einem überzeugenden Geschäftskonzept weiterzuentwickeln und in die Gründung eines eigenen Unternehmens umzusetzen. Durch das Programm werden Vorhaben gefördert, die auf technologischen, betriebswirtschaftlichen oder sozialen Innovationen beruhen. Antragsberechtigt sind dabei die Hochschulen, nicht die Personen selber. Die Projektmittel können unter anderem für Personalpauschalen und projektspezifische Sach- und Materialausgaben beantragt werden.

Dafür gibt es zahlreiche individuelle Gründe. Das eigene Start-up bietet oft überhaupt erst die Möglichkeit, Ideen tatsächlich umzusetzen. Auch wenn es heutzutage in Unternehmen verstanden wird, die Kreativität der Angestellten zu fördern und zu nutzen, bleiben sehr wahrscheinlich noch immer viele gute Ideen auf der Strecke. Ein Start-up kann quasi um diese Ideen herum aufgebaut werden. Der Beginn „bei null“ erlaubt es, das Geschäftsmodell passgenau für die Ideen zu entwickeln. Es ist heute auch üblich, die Ideen mit den Konsument*innen weiter zu entwickeln, um so die Zielgruppen von vornherein zu beteiligen und damit nicht am Markt vorbei zu planen. Viele Gründer*innen sind davon getrieben, ihr*e eigene*r Chef*in zu sein. Auch wenn in einigen Fällen die Realität eine andere ist, – denn als Selbständige*r agiert man auch nicht im luftleeren Raum –, ist dies ein weiteres starkes Motiv für das eigene Start-up. Der Aufbau eines Teams, das Entwickeln von Strukturen und Prozessen, hat für viele Gründer*innen einen besonderen Reiz.

Der an der Transferstelle angesiedelte Gründungsservice steht allen Studierenden, Hochschulbeschäftigten und Alumni zur Verfügung. Das Team bietet unter anderem individuelle Beratungsgespräche, Unterstützung bei der Businessplanentwicklung, Hilfe bei der Beantragung spezifischer Förderprogramme, Coaching und Mentoring sowie Informations- und Vernetzungsveranstaltungen. Das Angebot des Gründungsservice wird derzeit konsequent erweitert. Ermöglicht wird dies durch die erfolgreiche Bewerbung der FH Dortmund um zwei Förderprogramme des Bundes. Zum einen das Projekt „SQuArE“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), zum anderen das Verbundprojekt „ruhrvalley Start-up-Campus“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Der „ruhrvalley Start-up-Campus“ läuft im Verbund mit der Hochschule Bochum und der Westfälischen Hochschule.

Mithilfe von „SQuArE“ wurden etwa Räume im Westfalencenter an der Lindemannstraße mit einem Co-Working-Raum, einer Werkstatt und einem PC-Pool ausgestattet. Sobald es die Pandemie-Situation wieder zulässt, werden diese Einrichtungen den Hochschulangehörigen zur Verfügung stehen. Hier soll sich ein „entrepreneurial spirit“ ausbreiten können. Es wird Vernetzungsmöglichkeiten geben. Jede*r soll die Möglichkeit bekommen, Ideen auszuprobieren, weiter zu entwickeln oder gegebenenfalls auch zu verwerfen. Dieses Konzept lässt erkennen, dass es relativ unerheblich ist, wie weit eine Idee schon vorangetrieben sein soll. Für jedes Stadium wird es Angebote geben. So können sich Gründungswillige beispielsweise um Kickstart-Mittel in Höhe von bis zu 7.500 Euro bewerben, wenn die Idee schon ausgereifter ist und zum Beispiel ein Prototyp erstellt werden soll. Doch auch wenn es sich erst einmal nur um eine unausgegorene Idee handelt, wird niemand weggeschickt. Denn dann geht es darum, sie auf ihre Machbarkeit, Kundennutzen und Ähnliches abzuklopfen. Abgerundet wird der Gründungsservice durch die Angebote des „ruhrvalley Start-up-Campus“ wie Planspiele, Stammtische, Ideenwettbewerbe und Bootcamps.