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veröffentlicht am:
  • 21.12.2020
Pandemie-Aufklärung

Ein Bilderbuch in der Stammessprache isiZulu

Ein Bilder-Malbuch in der Stammessprache isiZulu soll afrikanischen Kindern in Elendsvierteln spielerisch vermitteln, wie wichtig Hygiene in Zeiten von Corona ist. Die Idee dazu kommt aus der FH Dortmund, umgesetzt wird sie in Kooperation mit Hochschulen und NGOs in KwaZulu-Natal.

Vorder- und Rückseite des Kinderbuchs.

Entwicklungs- und Schwellenländer treffen die Folgen der Corona-Pandemie besonders hart. Während in ländlichen Gebieten Südafrikas schon vorher der Zugang zu Beratungsangeboten der Sozialen Arbeit beschränkt war, verschärfen Einschränkungen des öffentlichen Lebens diese prekäre Situation weiter.

Prof. Michael Boecker forscht seit 2019 mit südafrikanischen Hochschulen an Fragestellungen im Kontext von Globalisierungsfolgen.

Es sei durch die Pandemie zunehmend schwieriger, die Kinder in den Vororten zu erreichen, weiß er aus dem Austausch mit seinen Kooperationspartnern. Kinder sind häufiger als Erwachsene nach einer Infektion asymptomatisch, können aber dennoch zur Ausbreitung des Virus beitragen. Ihnen angemessene Hygienemaßnahmen spielerisch nahezubringen, ist Ziel einer Idee, die aus der Beratungspraxis entstanden ist. Der Fokus liegt dabei auf Corona. Die Hygienemaßnahmen sind aber auch im Kampf gegen andere Krankheiten wichtig. 

FH Dortmund unterstützt Corona-Präventionsarbeit in Südafrika

Ein Bilder- bzw. Ausmalbuch für 6- bis 12-Jährige soll kindergerechte Informationen über Covid-19 weitergeben und Bewältigungsstrategien für Quarantäne und Trauer aufzeigen. Konzipiert wurde das Projekt an der Fachhochschule Dortmund. Michael Boecker: „Die Besonderheit ist, dass es in Stammessprache geschrieben ist und sich an den Lebensrealitäten der Menschen vor Ort orientiert.“ Zum Beispiel bedeute Händewaschen in unterentwickelten Gebieten nicht, im Bad den Wasserhahn aufzudrehen, sondern erfordere lange Wege zum nächsten Brunnen und Schlangestehen ohne Abstand.

Dass die Forderung nach social distancing hier an die Grenzen der Lebenswirklichkeit stößt, ist den Projektbeteiligten sehr bewusst. „Und ebenso, dass Corona für viele Menschen in Afrika nicht das größte Problem ist, sondern nur eines neben zum Beispiel HIV, Tuberkulose und schlechten hygienischen Bedingungen“, zählt Boecker auf. Dennoch gehe es darum, Verständnis für das Problem zu wecken und auf zentrale Dinge aufmerksam zu machen. Die ersten 400 Exemplare des Bilderbuchs sollen noch 2020 an die Familien ausgegeben werden. Eine zweite Auflage ist bereits in Planung.

Das Projekt wird vom DAAD mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.