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veröffentlicht am:
  • 13.11.2020
Aktionstag „8 gegen 88“

Was bleibt vom Populismus der Regierung Trump?

Porträtbild
Prof. Dr. Hubertus Buchstein forschte selbst in den USA und lehrt aktuell an der Universität Greifswald. (Foto: Angelika Leuchter)

Die Menschen in den USA haben gewählt. Joe Biden hat gewonnen. Doch Donald Trump will das Weiße Haus nicht verlassen. Die Vereinigten Staaten sind tief gespalten. Was bleibt nach vier Jahren vom Populismus der Regierung Trump? Mit dieser Frage hat sich der Aktionstag „8 gegen 88“ des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften der FH Dortmund befasst.

Treffsicherer hätte das Thema für den jährlich stattfindenden Aktionstag nicht gewählt werden können. Wenige Tage nach der Wahl in den USA stieß die Veranstaltung „8 gegen 88“ am 10. November 2020 auf großes Interesse. Coronabedingt erstmals rein digital durchgeführt, verfolgten mehr als 130 Teilnehmende live den spannenden Vortrag des Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Hubertus Buchstein von der Universität Greifswald. Der Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte hat längere Zeit in den USA geforscht.

Tiefe Einblicke ins politische System

Sein Vortrag war weit mehr als eine Abrechnung mit der Trump-Ära. Professor Buchstein ging in seiner Analyse zurück bis zur Unabhängigkeitserklärung. Detailliert beleuchtete er das politische System und die Verfassung der USA unter dem Blickwinkel des wachsenden Populismus. Er analysierte den spezifischen „plutokratischen Populismus“ der Regierung Trump sowie die vielfältigen Gründe für den Aufstieg Trumps. „In einer solchen Tiefe habe ich das noch nicht erlebt“, sagte Prof. Dr. Dierk Borstel von der FH Dortmund im Anschluss. Gemeinsam mit Prof. Dr. Katja Nowacki, Dekanin des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften, hatte er zum digitalen Aktionstag „8 gegen 88“ begrüßt und sich intensiv in die anschließende Diskussion eingebracht.

Der Abschluss des Vortrags von Professor Buchstein enthielt eine vorsichtige Prognose der kommenden Jahre unter einer neuen demokratischen Regierung mit dem Präsidenten Joe Biden. Hier äußerte er Besorgnis darüber, dass die stark gespaltene US-Bevölkerung nur schwer wieder zusammenzuführen sei, zumal sich im US-amerikanischen Senat weiterhin eine Mehrheit für die Republikaner abzeichne und somit weitere Grabenkämpfe drohten. „Prof. Hubertus Buchstein sagte, dass er sich schon mal geirrt habe. Darum haben uns am Ende der Diskussion verständigt, dass es gut wäre, wenn er mit seiner Prognose über die Zukunft der USA nicht ganz richtigliegt“, so Prof. Dierk Borstel augenzwinkernd.

Die Organisator*innen der Veranstaltungsreihe „8 gegen 88“ hoffen, im kommenden Jahr 2021 wieder eine große Präsenzveranstaltung anbieten zu können. Die Veranstaltung findet jährlich um den Gedenktag des 9. November (Reichsprogromnacht) statt und soll zum Thema Rechtsextremismus und angrenzenden Thematiken aufklären sowie ein Diskussionsforum bieten. 

 


Hintergrund

88 ist ein typischer Code der rechtsextremen Szene, der für den achten Buchstaben steht. HH ist die Abkürzung für „Heil Hitler“ und findet sich oft auf rechtsextremen T-Shirts oder Tätowierungen. „8 gegen 88“ bringt zum Ausdruck, dass der Fachbereich 8 (Angewandte Sozialwissenschaften) der FH Dortmund sich gegen Rechtsextremismus positioniert. Beim jährlichen Aktionstag im November haben Studierende, Hochschulangehörige und alle Interessierten Gelegenheit, sich mit externen Wissenschaftler*innen verschiedenen Aspekten des Themas zu widmen. Dabei greift der Aktionstag auch Themen rund um den zunehmenden Populismus auf.