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veröffentlicht am:
  • 30.10.2020
Bibliothek

Drei Fragen an Mario Hütte

Porträtbild
Mario Hütte leitet die FH-Bibliothek. (Foto: FH Dortmund / Matthias Kleinen)

Corona-Schutzmaßnahmen haben im digitalen Sommersemester 2020 auch die Bibliothek an ihren drei Standorten vor ungewohnte Herausforderungen gestellt. Im Interview mit unserer FH-Online-Redaktion zieht Leiter Mario Hütte Bilanz.

  • Wir mussten uns intern zunächst neu organisieren und lernen, Dinge aus dem Homeoffice zu regeln sowie die Verbindung untereinander aufrecht zu erhalten. Da wir aber ohnehin viele Teilzeitkräfte haben und über drei Standorte verteilt arbeiten, war die räumlich und zeitversetzte Kommunikation, die uns die Corona-Bedingungen abverlangen, für uns keine ganz neue Situation.
  • Während des „Lockdowns“ mussten wir unsere Services kurzfristig auf „E-only“ umstellen. Das heißt, wir haben Medien in erster Linie digital beschafft und viele zusätzliche E-Books im Rahmen von Sonderaktionen bereitgestellt. Da es aber nach wie vor nicht jedes Buch im digitalen Format gibt und Studierende insbesondere zum Lernen lieber auf gedruckte Lehrbücher zurückgreifen, haben uns in dieser Zeit viele Anfragen erreicht, ob wir nicht irgendwie einen Zugang zu den Büchern ermöglichen können. Da bis Mitte Mai ein striktes Betretungsverbot der FH-Gebäude für Studierende herrschte, haben wir dann in mehreren Aktionen Bücher nach Vorbestellung herausgesucht, in Tüten gepackt und im Rahmen einer „Frischluftausleihe“ vor den Gebäuden an die Besteller ausgegeben. Inzwischen kann man unsere Bibliotheken zumindest wieder zur Ausleihe und Rückgabe von Medien besuchen.
  • Führungen, Schulungen und Einzelberatungen können wir dagegen nach wie vor nicht vor Ort durchführen und bieten deshalb digitale Formate an, konkret Videos beziehungsweise Videokonferenzen.
  • Die physischen Ausleihen in der Zeit zwischen Januar und August sind um etwa 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen.
  • Demgegenüber sind die Kapitel-Downloads von E-Book im selben Zeitraum um circa 56 Prozent und die Artikel-Downloads aus E-Journals um 45 Prozent angestiegen.
  • Seit August näheren sich die physischen Ausleihen aber wieder dem Vorjahresniveau, wobei die Zugriffe auf digitale Medien hoch bleiben. Unsere Nutzer fahren also „zweigleisig“ bei der Mediennutzung.
  • Der überwiegende Teil ist sehr verständnisvoll und fast alle Besucher*innen halten sich anstandslos an die coronabedingten Auflagen.
  • Dass unsere Studierenden aber sehr genau registrieren, was an den benachbarten Hochschulen und Bibliotheken passiert, haben wir gemerkt, als die Bibliothek der TU Dortmund sowie die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund bereits im Sommer wieder Lese- und Lernplätze freigegeben haben. Da die Bibliotheken der FH Dortmund nicht in einem eigenen Gebäude untergebracht sind und wir keine Zugangskontrolle gewährleisten können, hat es bei uns etwas länger gedauert, bis wir auf diesen immer wieder geäußerten Bedarf reagieren konnten. Seit dem 12. Oktober 2020 bieten wir nun aber an allen drei Standorten eine begrenzte Anzahl von Lernplätzen an, die vorab online über unsere Webseite gebucht werden müssen.