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veröffentlicht am:
  • 14.09.2020
DRZ-Kooperation

Meilenstein für Rettungsrobotik

Im Deutschen Rettungsrobotik Zentrum (DRZ) forschen Experten aus Wissenschaft und Anwendung daran, Rettungseinsätze der Feuerwehr mit mobilen Robotersystemen sicherer zu machen. Um einen schnellen Einsatz mit Drohnen und Robotern zu koordinieren, wurde ein völlig neuartiger Robotikleitwagen (RobLW) entwickelt.   

Thomas Straßmann hält den Schlüssel in der Hand, vor ihm steht der Roboter.
Prof. Dr. Thomas Straßmann bekommt den symbolischen Schlüssel von einem Roboter überreicht. (Foto: FH Dortmund / Eva-Maria Reuber)

Die Fachhochschule Dortmund ist seit 2018 wissenschaftlicher Partner in dem BMBF-geförderten Projekt. Passend zum Anlass übergab ein Roboter symbolisch einen überdimensionalen Schlüssel an DRZ-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Thomas Straßmann (Maschinenbau), der die Einzigartigkeit der Entwicklung betonte: „Solche Spezialfahrzeuge für Robotereinsätze sind bislang weder in der Forschung noch bei den Feuerwehren üblich.“ 

Der Wagen wird künftig zu Forschungszwecken und Übungen für die Erprobung von Robotern und Drohnen, aber auch bei besonderen Großeinsätzen zur Verfügung stehen. Zum Innenleben gehören leistungsfähige Server zur Erstellung von 3D-Modellen, zwei PCs mit supergroßen Monitoren, 4KW-Stromerzeuger, WLAN und umfangreiche funktechnische Ausrüstung für die besonderen Einsatzbedingungen. Aufgabe des Leitwagens ist es, die Informationen, die die Sensoren der eingesetzten mobilen Robotersysteme liefern, zentral zu verarbeiten und an entsprechende Stellen weiterzuleiten.

Ein kistenförmiger Roboter steht auf dem Asphalt.
Der Modul-Roboter ist flexibel einsetzbar. (Foto: FH Dortmund / Eva-Maria Reuber)

FH-Bodenroboter enthüllte den Leitwagen

Ein Teil in diesem vernetzten Rettungssystem könnte künftig auch ein von den Robotik-Experten Prof. Dr. Thomas Straßmann, Prof. Dr. Christof Röhrig und den wissenschaftlichen Mitarbeitern Alexander Miller und Alexander Lel entwickelte innovative Bodenroboter werden.

Den Leitwagen offiziell zu enthüllen, war seine leichteste Übung – ansonsten ist der wendige Roboter je nach Konfiguration in verschiedenen Indoor-Szenarien behilflich: Bei der Detektion und Bekämpfung von aufflammenden Bränden in verrauchten Gebäuden, um eine Kommunikationsinfrastruktur herzustellen oder bei der Probennahme von unbekannten festen, flüssigen oder gasförmigen Substanzen.

„Möglich ist das durch seinen modularen Aufbau. Die mobile Plattform wird je nach Bedarf mit Modulen ergänzt: Radar, Laserscanner, Kameras oder Löschmittel“, erklärt Prof. Dr. Christof Röhrig. Die Module sind plattformunabhängig einsetzbar, funktionieren also auch auf anderen Roboter der Verbundpartner.

Drei Personen stehen vor einer Reihe Feuerwehrfahrzeuge.
Rrof. Dr. Thomas Straßman und die wissenschaftlichen Mitarbeiter Alexander Miller (l.) und Alexander Lel (r.). (Foto: FH Dortmund / Eva-Maria Reuber)

Was macht den Roboter wertvoll für die Feuerwehr? Durch den direkten Einsatz vor Ort kann er schnell auf entstehende Brände reagieren und größere Schäden vermeiden. Mit fünf Metern pro Sekunde bzw. 18 Stundenkilometern ist er sehr schnell. Sobald die Einsatzkräfte der Feuerwehr eintreffen, können diese den Roboter auch zur Lageerkundung nutzen. Konzipiert ist der Roboter ausschließlich für den Einsatz in Innenräumen.

In Industrieanlagen und Lagerräumen könnte er auf er geplanten Routen patrouillieren, um Hitzequellen zu detektieren. Erkennt er aufflammende Brandherde, kann er sie selbst mithilfe des Moduls “Löschmitteleinsatz” des Verbundpartners “Minimax Viking GmbH” frühzeitig löschen.