Sie befinden sich hier: FachbereicheDesignZumEwigenKnecht

Weitere Informationen

Informationen für Studieninteressierte

Kontakt

veröffentlicht am:
  • 20.08.2020
Zum Ewigen Knecht

Kneipenmusical als Masterarbeit an der FH Dortmund

Kneipensterben und Landflucht – sind das passende Themen für einen Musical-Film? FH-Dortmund-Absolvent Jakob Reuter und die Dortmunder Band Dieselknecht legen mit „Zum Ewigen Knecht“ den Beweis und zugleich eine liebevolle Hommage an die Pinte um die Ecke vor.

Filmszene: Vor dem Tresen einer Kneipe diskutieren eine ältere Frau und ein junger Mann.
Karl (Maximilian Wex) zieht es aus der Dorfkneipe in die Großstadt. Mutter Erika (Sabine Müller) ist in heller Aufregung. (Foto: Ruhrfolk)

Die Geschichte in zwei Sätzen: Karl ist 22 Jahre alt und arbeitet seit seiner Kindheit in der gemütlichen Dorfkneipe „Zum Ewigen Knecht“, die von Mutter Erika und deren Lebensgefährten Werner geführt wird. Als Karl eines Tages verkündet, dass es ihn in die Großstadt zieht, ist das ganze Dorf in Aufruhr.

Erzählt wird das alles mit viel Musik umrahmt von spitzen Dialogen, die ebenso mit Klischees spielen wie die Bildsprache des Films. Gedreht wurde im Sauerland, in Dortmund und Bochum. Die Bochumer Traditionskneipe Haus Fey mit ihrem urigen Charme und ihrer Flaschenöffner-Sammlung wird im Film zur Dorfkneipe. „Tagsüber haben wir dort gedreht, abends wurde wieder Bier ausgeschenkt“, berichtet Regisseur Jakob Reuter. Die Gäste an der Theke blieben dieselben. „Die Stammgäste von Haus Fey sind Teil des Films, ebenso wie die Wirtin“, erzählt der FH-Absolvent. Das 30-minütige Musical im Bluegrass-Stil und ein Dokumentarfilm zum Kneipensterben bilden seine Abschlussarbeit im Masterstudiengang Film an der Fachhochschule Dortmund.

Porträtfoto
Jakob Reuter hat an der FH Dortmund seinen Film-Master gemacht. Das Kneipenmusical „Zum Ewigen Knecht“ ist Teil seiner Abschlussarbeit. (Foto: Stephan Fröhlich)

Zusammenspiel zwischen Profis und Laien

Die Herausforderung im Zusammenspiel zwischen professionellen Schauspieler*innen und Laien-Darsteller*innen war für Jakob Reuter faszinierend. Der Profi spiele jemand anderes, der Laie spiele sich selbst. „Da braucht es viel Lockerheit“, sagt er. „Teilweise haben wir die Kamera schon bei den Proben einfach mitlaufen lassen.“ Der Schnitt wurde durch die Fülle an Aufnahmen aufwendiger. Doch das habe sich gelohnt, sagt der FH-Absolvent. „Es sind diese echten Charaktere, die dem Film seinen besonderen Charme verleihen.“

Die Songs des Films sind von der Dortmunder Band Dieselknecht. Jakob Reuter bezeichnen die Musiker als „unseren Regisseur“, nachdem er bereits bei mehreren Musikvideos die Verantwortung trug. Die Geschichte des Musicals haben sie gemeinsam zu den Liedern der Band entwickelt. Wenn der Film gezeigt wird, spielen Dieselknecht dazu oft ein Live-Konzert. So war es beim „Fiege Open Air Kino“ in Bochum und auch beim „PSD Bank Kino“ im Dortmunder Westfalenpark im August 2020. Dort hat die FH Dortmund den Film präsentiert.

 


Vimeo: Trailer des Films 


Gruppenbild in der Film-Kneipe
Das Team am Set im Haus Fey (v.l.): Anke Kampmann, Stephan Hock, Wolfgang Schlößer, Max Wex, Valentin Hilker, FH-Absolvent und Regisseur Jakob Reuter und Sabine Müller. (Foto: Ruhrfolk)

Derzeit planen der Dortmunder Regisseur und die Band schon für das nächste Jahr. Und sie denken groß. Eine Tour ist im Gespräch, Kneipen-Themenabende, Gastauftritte anderer Musiker. Zudem hat Jakob Reuter den Film bei mehreren Festivals eingereicht.

Filmwerkstatt der FH Dortmund

Die Fachhochschule Dortmund stellte für das Projekt einen Teil des Equipments. Auch die Test-Screenings von „Zum Ewigen Knecht“ fanden vor Kommiliton*innen und Professor*innen statt. „Im Fachbereich Design gibt es zudem die Filmwerkstatt mit Studio, Schnittplätzen, Tonmischung und Farbkorrektur“, erzählt Jakob Reuter, das sei wie ein „wahr gewordener Traum“ für Filmemacher. Seinen Traum von einem abendfüllenden Musicalfilm will sich der 31-Jährige in Zukunft erfüllen. Mit „Zum Ewigen Knecht“ hat er als Regisseur, Kameramann und Cutter eine beachtliche Referenz geliefert.