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veröffentlicht am:
  • 24.04.2020
Kooperationsprojekt

„Barriere-Check“ in Herdecke

Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Boecker haben Studierende des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften die Stadt Herdecke auf Barrierefreiheit überprüft. Angefragt wurde Prof. Boecker von der ehemaligen Absolventin des Fachbereichs und derzeitigen Inklusionsbeauftragten der Stadt Herdecke, Alina Boldt.

Präsentation in einem Sitzungssaal mit Beamer
Im Sozialausschuss der Stadt Herdecke präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse. (Foto: FH Dortmund)

Von den rund 24.000 Einwohner*innen Herdeckes haben laut Erhebungen des Kreisgesundheitsamtes knapp 6000 eine Behinderung. Ein Kooperationsprojekt mit der Fachhochschule Dortmund sollte nun die Barrierefreiheit in der Stadt vorantreiben.

Im Alltag sind Barrieren und Hindernisse nicht nur für viele Menschen erleb- oder fühlbar, sondern auch für Eltern mit Kinderwagen, ganz junge, verletzte, kranke oder alte Menschen. Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention entsteht eine Behinderung aus der Wechselwirkung zwischen dem Menschen mit seiner Beeinträchtigung und den einstellungs- und umweltbedingten Barrieren.

Physische und soziale Barrieren

Innerhalb des Projektes mit der Fachhochschule Dortmund wurde an insgesamt drei Tagen eine Analyse der physischen und sozialen Barrieren für Menschen mit Behinderungen an den öffentlich zugänglichen Gebäuden in der Stadt durchgeführt. Insbesondere die Zugänge der städtischen und sonstigen öffentlich zugänglichen Gebäude standen im Vordergrund des Interesses.

In einer zweiten Phase führten die Studierenden schließlich qualitative Interviews mit insgesamt 60 Herdecker*innen durch und werteten diese im Anschluss aus. Höhepunkt des auf ein Semester angelegten Projekts war die Präsentation der Ergebnisse im Sozialausschuss der Stadt Herdecke durch die Studierenden unseres Fachbereichs.

Das Resümee der beteiligten Akteur*innen fiel mehr als positiv aus. Eine „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten: Die Studierenden konnten den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs an den konkreten Herausforderungen der Praxis überprüfen und anwenden und die Stadt Herdecke erhielt einen kostenlosen „Barriere Check“. So könne angewandte Wissenschaft „einen Beitrag dazu leisten, das Leben von Menschen im Alltag zu verändern“, kommentierte Prof. Dr. Michael Boecker.