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veröffentlicht am:

  • 26.11.2019
SPIN

15 Millionen Euro für Spitzencluster: FH Dortmund forscht mit

Prof. Dr. Andrea Kienle (r.) und Prof. Dr. Stefan Kempen (4.v.l.) mit Kooperationspartern der Siemens AG Mülheim an der Ruhr auf dem Pressetermin. (Foto: privat)

Mit 15 Millionen Euro bezuschusst das Land NRW das Spitzencluster Industrielle Innovation (SPIN). Dieses erste große Projekt der Ruhrkonferenz soll Industrie, Forschungseinrichtungen und Start Ups zusammenbringen und ihnen helfen, die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu meistern. Die FH Dortmund forscht und arbeitet an einem der ersten SPIN-Projekte.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart gab die Einrichtung des Spitzenclusters Industrielle Innovationen (SPIN) am 22. November 2019 in Düsseldorf bekannt. Zu den Initiatoren und Gründungsmitgliedern zählen Mitsubishi Hitachi Power Systems Europe, RWE Generation, Siemens, STEAG, thyssenkrupp, Fraunhofer, ruhr:HUB, EWG – Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft sowie Zenit.

Eines der Pilotprojekte namens KV-BATT ist die Entwicklung eines neuartigen Batterie-Energie-Speicher-Systems (BESS), an dessen Entwicklung Prof. Dr. Stefan Kempen und Prof. Dr. Martin Kiel vom Fachbereich Elektrotechnik der Fachhochschule Dortmund forschen und arbeiten. BESS gleichen in elektrischen Energiesystemen momentane Ungleichgewichte zwischen erzeugter und verbrauchter elektrischer Leistung aus. Zum Ausgleich von Schwankungen im Netz durch die zunehmende Einspeisung von Windparks und Photovoltaikanlagen speichern sie überschüssigen Strom und geben ihn genau dann ab, wenn er gebraucht wird.

Entscheidende Vorteile

Bisherige BESS haben Nachteile: Die herkömmliche Bauweise erlaubt nur eine vergleichsweise geringe Gesamtspannung, was hohe Stromleitungsverluste mit sich bringt. Aufgrund ihrer hohen Zellenanzahl sind sie außerdem wartungsintensiv.

Der neuartige Hochspannungsenergiespeicher soll im ersten Schritt eine rund fünfmal höhere Gesamtspannung besitzen, künftig ist eine bis zu 20-mal höhere Gesamtspannung denkbar. Dank seiner extrem kompakten Bauweise, reduzierter Wartungsintervalle und höherer Effizienz leistet dieser Speicher einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Einsparung und optimiert Betriebskosten.

Signifikante Verbesserung

Konkrete Ziele des Projekts sind eine höhere Flexibilität und Zuverlässigkeit bei der Energieerzeugung mit konventionellen und Wasserstoff betriebenen Turbosätzen, eine verbesserte CO2-Bilanz von Schiffen und Zügen und die Erschließung weiterer Nutzungsszenarien und Märkte für Batteriespeicher. Insgesamt werden die bisherigen Lösungen für das Energiespeicherproblem damit signifikant verbessert.

Bei der Entwicklung übernehmen die Labore für Hochspannungstechnik, Prof. Kempen und für Regenerative Energien, Prof. Kiel, der Fachhochschule Dortmund die Bereiche Batterietechnologie, Hochspannungstechnik, Isolations- und Feldsteuerungskonzeption sowie Zelltechnologie. Weitere Partner des Projekts sind Siemens AG Mülheim an der Ruhr und Weissgerber Engineering Dortmund. Das Projekt beginnt voraussichtlich im März 2020 und ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Das ist das SPIN

Das Spitzencluster Industrielle Innovationen nutzt die Stärke der Metropole Ruhr. In einer Zeit, in der vor allem Schnelligkeit über den Erfolg industrieller Innovationen bestimmt, schafft die Plattform neue Allianzen aus Industrie, Digitaltechnologie und anwendungsbezogener Forschung. Ziel ist es, über Sektoren und Branchen hinweg Lösungen für industrielle Anwendung zu entwickeln, schnell zu implementieren und in die Welt zu exportieren. Der Fokus des Spitzenclusters liegt auf der Entwicklung von Technologien, Verfahren und Produkten für ein CO2-neutrales Energiesystem und der digitalen Transformation der Industrie.