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veröffentlicht am:

  • 27.08.2019
Fotobuch „Inshallah“

Handy-Dokumentation einer dramatischen Flucht

Foto aus dem Buch: Das Lager in Harmanli, Bulgarien
„Inshallah“, Seite 19: Das Lager in Harmanli, Bulgarien. (Foto: Pascal Amos Rest)

Spannend wie ein Krimi: Mit seinem Fotobuch „Inshallah“ erzählt der Dortmunder Fotograf und ehemalige FH-Dozent Pascal Amos Rest sehr detailliert eine wahre und berührende Geschichte.

Sie beginnt in Syrien 2013: Für die wissenschaftliche Angestellte Asmaa wird die Lage in Damaskus lebensgefährlich, weil ihr Bruder ein Oppositionsführer ist. Sie trifft die schwere Entscheidung: Flucht. Ihre drei Kinder, weniger gefährdet, bleiben beim Großvater zurück. Bis Asmaa einen sicheren Ort für sie alle gefunden haben wird – so der Plan.

Asmaa flieht über Abu Dhabi und Jordanien nach Bulgarien, kommt dort ins Flüchtlingslager in Harmanli. Eingesperrt mit rund 3000 anderen. Essen, Schlafen, Toilette, sonst nichts, acht Monate lang.

Pascal Amos Rest ist als Fotojournalist dort, will die Geschichten der Geflüchteten dokumentieren, von den unmenschlichen Bedingungen im Lager berichten. Zufällig lernen sie einander kennen, und zufällig beginnen sie einander zu vertrauen. Das Leben im Lager sei „die Hölle“, eröffnet Asmaa dem Fotoreporter. Sie wolle nach Deutschland.

Whatsapp-Chats und Fotos erzählen die Geschichte
Mit Whatsapp-Chats und Fotos erzählt das Buch von der Flucht.(Foto: Pascal Amos Rest)

Mit Whatsapp-Chats

Damit beginnt die eigentliche Geschichte, die Asmaa nach zwei Jahren schließlich nach Dortmund führt – und auch die Flucht von Asmaas jüngster Tochter dokumentiert.

Im Buch erzählt Rest die Geschichte, die auch seine eigene ist, ohne aufgesetzte Distanz, sondern persönlich und nah: Mit vielen Fotos von den Stationen von Asmaas Flucht, die beispielhaft sind für die Geschichten vieler tausend anderer Geflüchteter, und kurzen Texten, die erläutern und einordnen.

Dazu stellt Rest Fotos, die Asmaa selbst auf ihrer Flucht aufgenommen hat, und Screenshots von Whatsapp-Nachrichten, mit denen die Syrerin und der Dortmunder Kontakt halten und über die er versucht, ihr zu helfen. Das Buch liest sich an diesen Stellen wie eine Graphic-Novel-Dokumentation mit Fotos anstelle von Zeichnungen.

Pascal Amos Rest und Asmaa in Dortmund
Pascal Amos Rest und Asmaa in Dortmund mit der "Fiktionsbescheinigung" (Foto: Pascal Amos Rest)

Rätselhaftes Deutschland

Und es zeigt Deutschland, aus den Augen einer Geflüchteten und ihren Freunden, als ein Land voller Rätsel. Beispiel: Die „Fiktionsbescheinigung“, die Menschen erhalten, wenn die Ausländerbehörde nicht sofort über eine Aufenthalts- bzw. Niederlassungserlaubnis entscheiden kann oder will.


 

 


Das Buch

Der Autor

  • Pascal Amos Rest studierte Psychologie in München und Wuppertal, bevor er 1997 sein Kommunikationsdesignstudium an der FH Dortmund begann, das er 2003 mit Auszeichnung abschloss.
  • Als freier Filmer, Fotograf und Bildjournalist arbeitet er im In- und Ausland für unterschiedliche Auftraggeber aus dem Medien- und PR-Bereich.
  • Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und sind regelmäßig in Zeitschriften und Magazinen, Einzel- und Gruppenausstellungen, sowie dauerhaft in Museen in Essen und New York zu sehen.