Weitere Informationen

Kontakt

zuletzt geändert am:

  • 07.12.2018
Bildungsgerechtigkeit

Erste Studienpioniere der FH mit Bachelor

Seit dem Wintersemester 2014/15 studieren an der Fachhochschule Dortmund Studienpioniere – junge Leute aus Nichtakademiker*innen-Familien, die den Sprung an die Hochschule gewagt haben und im Projekt „Studienpioniere@fh-dortmund“ gefördert werden. Jetzt haben die ersten von ihnen den Bachelor-Abschluss in der Tasche. Sie stehen beispielhaft für mehr Bildungsgerechtigkeit im Ruhrgebiet.

Eine von ihnen ist Carina Kremin, die den Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit in der Regelstudienzeit abgeschlossen hat. Die junge Frau, deren Bildungsweg an der Hauptschule begann, ist dankbar für die Unterstützung während ihres Studiums: „Als Studienpionierin wurde ich mit 300 Euro monatlich unterstützt und konnte mich ganz auf das Studium konzentrieren. Profitiert habe ich auch von den persönlichen Beratungsgesprächen – ich wusste, dass man mir zuhört und ich meine Anliegen vortragen kann.“

Begleitendes Coaching

Klassische Themen des studienbegleitenden Coachings sind die Studienplanung, die Prüfungsvorbereitung oder der Umgang mit Zweifeln und Krisen. „Für Erstakademikerinnen und Akademiker ist es besonders wichtig, verlässliche Ansprechpartner an der Hochschule zu haben. Unsere Studienpioniere werden zu jedem Zeitpunkt des Studiums bei ihren individuellen Fragen unterstützt“, sagt Gisela Moser, die als Dezernentin für Studium und Internationales das Projekt verantwortet.

Neben den Einzelberatungen sind die Stipendiat*innen eingeladen, kompetenzbildende Workshops zu besuchen: Schreibkurse zu Grammatik und Wortschatz zählen ebenso dazu wie das Aneignen von Schlüsselkompetenzen oder Unterstützung beim Berufseinstieg. Projektkoordinatorin Sylwia Lindhorst erläutert: „Die Studienpioniere können auf ein Netzwerk inner- und außerhalb der FH zugreifen. Zu unseren Kooperationspartnern zählen beispielsweise der FH-Career Service, die IHK und HWK Dortmund sowie Unternehmen der Region.“

Schreibwerkstatt und Trainings

Absolventin Carina Kremin hat besonders von der Schreibwerkstatt und dem Vorstellungstraining profitiert: „Ich konnte die Inhalte schon während des Studiums anwenden, als ich mich für ein Praxissemester in der Bewährungshilfe beworben habe.“ Mittlerweile ist die 26-Jährige erfolgreich in den Beruf eingestiegen, sie arbeitet als Case-Managerin bei der Flüchtlingsberatung der Stadt Krefeld. Perspektivisch kann sich die Bildungsaufsteigerin vorstellen, ihren Master zu machen – der könnte ihr den Weg in ihr Wunschberufsfeld Kriminologie ebnen.

Andere Schülerinnen und Schüler aus Nichtakademiker*innen-Familien ermutigt Carina Kremin, sich über Stipendienprogramme zu informieren: „Das Klischeedenken muss weg, dass Stipendien nur für herausragende Schülerinnen und Schüler gedacht sind.“ Wer den Willen und den Mut aufbringe, sich auf etwas bisher Unbekanntes einzulassen, der habe realistische Aufstiegschancen.

 


Über die Studienpioniere

Junge Leute aus Elternhäusern ohne akademische Tradition sind an deutschen Hochschulen unterrepräsentiert und brechen ihr Studium überdurchschnittlich häufig ab. Die Initiative Studienpioniere der Stiftung Mercator und des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft will dieser Ungleichheit entgegenwirken und förderte an zehn Fachhochschulen – darunter die FH Dortmund – gut durchdachte Konzepte zur Gewinnung und Betreuung von Studierenden aus Nichtakademiker*innen-Familien. Die Fachhochschule Dortmund rekrutierte für ihr Projekt studienpioniere@fh-dortmund.de Schülerinnen und Schüler aus fünf Dortmunder Kooperationsschulen.


gedruckt am: 18.01.2019  01:56