Kontakt

veröffentlicht am:

  • 31.08.2018
Revitalisierung

Studierende erarbeiten Ansätze für Dortmunder Stadtteil Hombruch

Kleine Studios für Studierende werden zum Blickfang in Baulücken. Hinterhöfe werden grüner und belebter. Eine neue Künstler*innen- und Galeriemeile sorgt für Attraktivität: Das sind nur einige der Ideen, die Studierende der Fachhochschule Dortmund und angehende Architekt*innen aus Spanien für die zukünftige Entwicklung der westlichen Harkortstraße im Dortmunder Stadtteil Hombruch erarbeitet haben.

Bei der Abschlusspräsentation im Atelier: Die internationalen Teams stellten gemeinsam ihre städtebaulichen Konzepte vor.
Bei der Abschlusspräsentation im Atelier: Die internationalen Teams stellten gemeinsam ihre städtebaulichen Konzepte vor.

Im Blick hatten sie dabei das Problem leerstehender Ladenlokale in diesem Bereich. Um ein Gefühl für den Ort zu bekommen, funktionierten die 20 Studierenden eines der ungenutzten Ladenlokale an der Harkortstraße 80 zu einem temporären Architekturbüro um, schwärmten in die umliegenden Straßen aus, sprachen mit Anwohner*innen und entwickelten in fünf internationalen Teams ihre städtebauliche Planung. Dabei standen die Türen offen: Interessierte Anwohner*innen konnten ihnen beim Planen und Zeichnen nach Belieben über die Schulter schauen.

Öffentliche Präsentation

Dass die kreative Zusammenarbeit in einer Internationalen Summer School trotz der kurzen Zeit zu spannenden Ergebnissen geführt hat, zeigte sich bei der öffentlichen Präsentation der Konzepte am 29. August 2018 vor Ort im Atelier. Die Studierenden brachten weitgehende Ideen ein, etwa die Fußgängerzone um einige Meter auszudehnen oder bestimmte Bereiche durch eine einheitliche Farbgebung optisch zu verbinden. Ein Wandel zu einer „Art Street“ würde die Harkortstraße beleben und sie für jüngere und ältere Menschen gleichermaßen attraktiv machen. Auch die nahegelegenen Hochschulen, so die Studierenden, könnten ihren kreativen Input durch Ausstellungen geben und multikulturelle Akzente setzen.

Spanische und deutsche Architektur-Studierende erarbeiteten die Konzepte für den Stadtteil Hombruch, hier mit Prof. Christian Moczala (rechts).
Spanische und deutsche Architektur-Studierende erarbeiteten die Konzepte für den Stadtteil Hombruch, hier mit Prof. Christian Moczala (rechts).

Unterschiedliche Blickwinkel

Das offene Atelier war Teil des Austauschprojektes „Menschen ohne Raum – Räume ohne Menschen“, das die Fachhochschule gemeinsam mit der Universidad de Navarra in Pamplona als Internationale Summer School gestaltet. Aufgabe der Studierenden war es, in nur wenigen Tagen konkrete Ideen für eine nachhaltige städtebauliche Aufwertung zu geben. „Leben und Wohnen in beiden Ländern unterscheiden sich sehr. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel haben die spanisch-deutschen Teams ganz neue Impulse geben können“, so Prof. Christian Moczala, der das Projekt zusammen mit Claudia Rother vom Fachbereich Architektur organisiert hat.

Im Publikum verfolgten Anwohner*innen, Geschäftsleute und Politiker*innen die Präsentation mit großem Interesse. Einer der aufkommenden Wünsche war, dass die Fachhochschule die Entwicklung auch weiterhin begleiten solle.

 


Hintergrund: Leben nach der Finanzkrise

Das durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Projekt „Menschen ohne Raum – Räume ohne Menschen“ zielt darauf ab, die unterschiedliche Nutzung von öffentlichem und privatem Raum in Deutschland und Spanien vergleichend zu untersuchen. Die Länder unterscheiden sich beim Leben und Wohnen nicht nur durch Lage, Klima und Kultur: Im Unterschied zu Deutschland leidet Spanien weiterhin an den Auswirkungen der Finanzkrise. Aus der nationenübergreifenden Perspektive erarbeiten Studierende und Lehrende der FH Dortmund und der Universidad de Navarra/Pamplona gemeinsam Ansätze für eine nachhaltigere Architektur- und Stadtentwicklung.


gedruckt am: 18.11.2018  02:23