DiverseCity

Karriere in der Wissenschaft – Women in Science

„Leaky Pipeline“ (wörtlich: undichte Leitung) ist das Schlagwort, das die schlechteren Chancen von Frauen auf eine Wissenschaftskarriere beschreibt. Studium, Promotion, Habilitation – auf dem Weg zur Professur wird der Frauenanteil immer kleiner. Beim siebten „DiverseCity Kongress“ am 5. Juli 2018 im Dortmunder Rathaus ergriffen im Workshop „Women in Science“ auch erfolgreiche Wissenschaftlerinnen von der Fachhochschule das Wort.

Inspirierende Vorbilder: Professorinnen und Wissenschaftlerinnen machten dem akademischen Nachwuchs Mut und setzten sich für faire Chancen auf Hochschulkarrieren ein.
Inspirierende Vorbilder: Professorinnen und Wissenschaftlerinnen machten dem akademischen Nachwuchs Mut und setzten sich für faire Chancen auf Hochschulkarrieren ein.

„Wir haben mehr gefühlte als faktische Geschlechtergleichheit an den Hochschulen“, betonte Dr. Beate Kortendiek Co-Autorin des Genderreports NRW. In ihrem Impulsvortrag zum Workshop, der von der Stadt in Kooperation mit der Fachhochschule und der Technischen Universität organisiert wurde, ernüchterte sie mit Fakten. Laut Genderreport zu „Geschlechter(un)gerechtigkeit an nordrhein-westfälischen Hochschulen“ ist die Wissenschaft noch immer von Männern dominiert. Dabei sprechen die Zahlen für sich: Nur 22,6 % der Professuren seien mit Frauen besetzt. Und – ein erstes Ergebnis einer Studie für den Gender Report 2019 – selbst diese verdienten im Schnitt 600 € weniger als ihre männlichen Kollegen.

Traumberuf Professorin

Offen und persönlich stellten Wissenschaftlerinnen und Professorinnen – jene also, die sich gegen bestehende Widerstände durchsetzen konnten – ihre Werdegänge dar. Ein Fokus lag dabei auf der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Denn diese sticht in Umfragen als größte Hürde auf dem Weg zur Professur heraus. Erfolgreiche Frauen und Mütter machten den Anwesenden Mut und betonten die Rolle von guter Netzwerkarbeit. Gemeinsam diskutierten sie, was sich ändern müsse, damit ihre Biographien in Zukunft ganz normal sein werden.

Wandel anstoßen

Von ihren Erfahrungen als Ingenieurin in der Wirtschaft und an der Hochschule berichtete Prof. Dr. Ruth Kaesemann, Professorin am Fachbereich Maschinenbau. Ebenso wie diese startete auch Obioma Pelka, Doktorandin in der Medizinischen Informatik, bereits mit Kindern in die Promotion. Dr. Beate Kortendiek (Universität Duisburg-Essen) und Dr. Kerstin Wohlgemuth (TU Dortmund) lieferten weitere Impulse. Und auch Prof. Dr. Katrin Löhr, Prorektorin für Internationalisierung und Diversity an der Fachhochschule brachte sich ins Gespräch ein. Durchaus kontrovers diskutiert wurde über Ausschlussmechanismen, Erfolgsstrategien und die Wirkung von Zielquoten. Klar wurde jedoch: Es muss sich etwas ändern. Als Chance für einen nachhaltigen Wandel nannte die Moderatorin des Workshops, Dr. Ute Zimmermann (TU Dortmund), die Idee des „Lebenslangen Lernens“ und die systemverändernde Wirkung von Menschen – Frauen wie Männern –, die neue Wege gehen.


gedruckt am: 20.08.2018  17:04