Weitere Informationen

Kontakt

veröffentlicht am:

  • 20.06.2018
StoryLab kiU

Virtuell hoch hinaus mit „Stage 0“

Das Staunen beginnt auf einem realen Stuhl. Das unscheinbare hölzerne Möbelstück, platziert auf einem illuminierten Gitterboden, ist der Ausgangspunkt für die Exkursion in eine abenteuerliche Welt, die das Team vom StoryLab kiU der Fachhochschule Dortmund am Computer erschaffen hat. Mit einem Festakt feierte das Projekt „Stage 0“ jetzt Premiere – als Eingang zu einer Bibliothek virtuell erlebbarer Geschichten.

Realer Rektor mit virtuellem Raum: Zum Auftakt wagte sich Prof. Dr. Wilhelm Schwick (vorne rechts) auf die „Stage 0“. Eine Beamer-Leinwand hinter ihm zeigte allen Gästen des Festaktes seine Erlebnisse mit der Virtual-Reality-Brille.

Ausgerechnet in der Event-Location „THE VIEW“ auf der obersten (siebten) Etage im Dortmunder U durfte das Publikum am 15. Juni 2018 mit der untersten (nullten) Ebene der virtuellen Simulation starten. Ein verlockendes Wagnis, bei dem es schnell hoch hinausging: Denn kaum war die auf dem Holzstuhl bereitgelegte Virtual-Reality-Brille samt Kopfhörer aufgesetzt, verwandelte sich die Gitter-Plattform zu einem offenen Fahrstuhl, der sich immer rasanter nach oben bewegte, bis sich die Wände aufzulösen schienen. Dazu der verheißungsvolle Kommentar einer Stimme: „Es gibt keine Regale, keine geschlossenen Bücher. Es gibt nur Geschichten.“

Lob für innovatives Wirken

Den Festakt eröffnet hatte vor rund 50 Besucher*innen Stefan Mühlhofer, Geschäftsführer der Kulturbetriebe Dortmund, der das innovative Wirken des kiU als Bereicherung für den Standort lobte. Ein Grußwort sprach anschließend Rektor Prof. Dr. Wilhelm Schwick. Er dankte dem Fachbereich Design und speziell Harald Opel, dem künstlerischen Leiter des kiU, „der das Ganze zum Fliegen gebracht hat – so wie ich es mir immer gewünscht habe.“ Eine Videobotschaft steuerte der Direktor des Dortmunder U, Edwin Jacobs, bei, der dem kiU auf diesem Wege weiterhin viel Energie und Spontanität wünschte.


Rückblick: Impressionen vom Festakt finden Sie in unserer Bildergalerie.


Unter Beobachtung: Auf der obersten Etage im Dortmunder U verfolgte das Publikum unter anderem die virtuelle Szene „Miss Q“ in einem Gerichtssaal.

Geschichten ohne feste Formate

Eine Einführung zur „Stage 0“ gab Harald Opel. Sichtbar werde „der Stand der Dinge, was das kiU denkt, was das kiU macht, womit wir experimentieren“. Künftig sollen weitere „Stages“ hinzukommen. „Wir wollen herausfinden, wie man sich von festen Formaten lösen kann, um Geschichten parallel zu erzählen“, erläuterte er seine Grundidee. Es gehe ihm darum, modernes Storytelling in der virtuellen Welt als Kunstform voranzutreiben, und er hoffe bei diesem Forschungsprojekt auf fortlaufend neue Erkenntnisse.

Übertragung auf Leinwand

Zu erleben waren zunächst zwei „Storys“. „Auf weitere Geschichten haben wir heute verzichtet, damit sich unsere Gäste nicht zu lange im Virtuellen aufhalten, sondern auch noch Zeit finden, mit uns ins Gespräch zu kommen“, kommentierte Harald Opel. Um den Austausch über das virtuelle Geschehen zu fördern, zeigte zusätzlich eine großflächige Beamer-Leinwand für alle die jeweiligen Live-Bilder aus der VR-Brille.

Netzwerken mit Live-Musik

Im Laufe des Abends konnten die Gäste die virtuelle Bibliothek einzeln begehen und mit Blick über die Dächer der Stadt miteinander „real“ netzwerken, während die Band „Present Paradox“ für Live-Musik sorgte. Wer die „Stage 0“ ebenfalls noch erkunden möchte, findet sie nun im StoryLab kiU auf der ersten Etage im Dortmunder U.

 


Virtuelle Erlebnisse

Gerichtsverhandlung mit „Miss Q“

Frei nach einer Erzählung von Stanislaw Lem ist die Gerichtsverhandlung von „Miss Q“ in einem verblüffend detailreich dargestellten futuristischen Szenario zu erleben. Verhandelt wird die Frage, ob Miss Q aufgrund zahlreicher Implantate noch Mensch oder bereits Maschine und damit Eigentum der Firma ist, die alle Körperteile und einen Teil des Gehirns ersetzt hat. Während der Verhandlung können sich die Nutzer*innen der VR-Brille beispielsweise auf den Stuhl der Angeklagten setzen und so in ihre Wahrnehmung eintauchen.


Mathematik und Ästhetik

Anlässlich des Festivals „Womit rechnest du?“ im Jahr 2017 hatte das kiU-Team für eine begehbare Kuppel (Fulldome) eine audiovisuelle 360-Grad-Projektion zum Thema „Mathematik und Ästhetik“ erstellt. Der etwa sechs Minuten lange Loop vermischt Naturaufnahmen (zum Beispiel Meereswellen) mit animierten, abstrakten Elementen mathematischen Ursprungs, etwa Graphen oder Kurven. Zu hören sind Klangwelten und Musik, die sich ebenso an mathematische Konzepte anlehnen.


 


Audio-Statement des Rektors

Auf Tuchfühlung mit „Stage 0“ ging beim Festakt als Erster Rektor Prof. Dr. Wilhelm Schwick. Direkt nach seinem Ausflug ins Virtuelle äußerte er sich sehr beeindruckt von dem Erlebten.


gedruckt am: 19.11.2018  03:38