Forum StadtBauKultur

Radschnellweg Ruhr führt zur FH

Die Vision vom 101 Kilometer langen „Radschnellweg Ruhr“ (RS1) zwischen Hamm und Duisburg wird immer konkreter: Erste Teilstücke in den Nachbarstädten sind bereits fertig und werden intensiv genutzt. In Dortmund erfolgt der erste Spatenstich voraussichtlich im Frühjahr 2019. Über den aktuellen Planungsstand informierte das „Forum StadtBauKultur“ am 25. Juni 2018 am FH-Standort Sonnenstraße.

Informationen zum Radschnellweg Ruhr sammelten interessierte Bürger*innen erst bei einem Spaziergang an der Sonnenstraße und anschließend in einem Hörsaal der Fachhochschule.
Informationen zum Radschnellweg Ruhr sammelten interessierte Bürger*innen erst bei einem Spaziergang an der Sonnenstraße und anschließend in einem Hörsaal der Fachhochschule.

Die Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) und der Bund deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) hatten die Veranstaltung gemeinsam konzipiert, um die Bedeutung und das Potenzial des Radschnellweges vorzustellen. Dieser soll ein stadtgestalterischer Baustein zukunftsfähiger Mobilität im Ruhrgebiet sein.

Trasse im Dortmunder Kreuzviertel

Nach einem Spaziergang interessierter Bürger*innen entlang der geplanten RS1-Trasse im Kreuzviertel begrüßte Heinrich Finger, Leiter des Geschäftsbereichs Städtebau/Bauleitplanung der Stadt, rund 120 Gäste im Hörsaal F211 der Fachhochschule. Das Grußwort übernahm Prof. Dr. Helmut Hachul, Prorektor für Lehre und Studium. Er äußerte den Wunsch, dass künftig auch möglichst viele Studierende der Fachhochschule auf Fahrräder umsteigen.

Nebeneinander von Fahrrad und Auto

Der Rat der Stadt Dortmund hatte die Verwaltung 2017 beauftragt, einen Trassenverlauf planerisch zu konkretisieren und den ersten Bauabschnitt im Kreuzviertel voranzutreiben. Winfried Sagolla, Leiter der städtischen Mobilitätsplanung, gab einen Ausblick darauf, wie der Dortmunder Beitrag zum RS1 aussehen könnte und wie das Nebeneinander von Fahrrad- und Autofahrer*innen funktionieren soll.

 


Geplante Änderungen: Teilstück am FH-Standort Sonnenstraße (speziell zwischen Lindemannstraße und Hohe Straße)

Umgekehrte Fahrtrichtung

Fahrräder dürfen auf der Sonnenstraße weiterhin in beiden Richtungen unterwegs sein, wobei ihnen der RS1 nicht exklusiv zur Verfügung steht: Für Kraftfahrzeuge bleibt der Abschnitt nach jetzigem Stand eine Einbahnstraße, die künftig aber von Westen nach Osten zu nutzen ist. Dadurch soll vermieden werden, dass es an der Kreuzung Möllerbrücke zu eng wird durch Fahrzeuge, die an der roten Ampel warten müssen.


Vorrang für RS1 und Fahrräder

Die Rechts- vor Links-Regelungen an den Querstraßen (Arnecke-, Liebig-, Poppelsdorfer und Weisbachstraße) entfallen, sodass die Verkehrsteilnehmenden dank Vorfahrtberechtigung auf dem RS1 zügig vorankommen. Autofahrer*innen haben dabei in der weiterhin bestehenden Tempo-30-Zone besondere Rücksicht auf die Fahrräder zu nehmen und sich deren geringerer Geschwindigkeit anzupassen.


Parkmöglichkeiten

Fahrzeuge dürfen direkt auf der RS1-Fahrbahn grundsätzlich nicht mehr abgestellt werden. Im Abschnitt Sonnenstraße wird es auf der Nordseite entlang der Bahnstrecke ausschließlich schräg angelegte Abstellplätze geben. Auf der Häuserseite könnten nach Planung der Stadt etwa 20 Plätze entfallen.


Fahrbahnmarkierungen

Optisch erkennbar machen den RS1 (neben Beschilderungen) durchgezogene grüne Streifen an beiden Seitenrändern sowie ebenfalls grüne Fahrrad-Piktogramme.


Ladestation für E-Autos

Die Zapfsäule gegenüber dem FH-Gebäude soll erhalten bleiben, sie wird jedoch an den RS1-Rand ein Stückchen nach Norden versetzt.


 


Maßnahmen der Fachhochschule

„Den Radschnellweg Ruhr begrüßen wir an der Fachhochschule sehr und freuen uns auf die zügige Verbindung zwischen unseren Standorten Sonnenstraße und Emil-Figge-Straße“, sagte Martin Hübner, Leiter des Dezernats IV (Organisation und Facilitymanagement). Die FH werde sich verstärkt für fahrradfreundliche Maßnahmen einsetzen. „Dazu gehört, dass wir weitere Abstellmöglichkeiten für die Räder anbieten werden. Außerdem verhandeln wir derzeit mit dem Anbieter Nextbike über die Nutzung von Leihrädern für unsere Beschäftigten.“ Für die FH-Studierenden läuft aktuell bereits eine Testphase mit Sonderkonditionen, die einhergehend mit einer geringen Erhöhung des Sozialbeitrages auch Freifahrten auf den Rädern mit der Bezeichnung „metropolradruhr“ umfassen.

 


Weitere Referenten beim Forum StadtBauKultur

  • Dr. Daniel Zerweck, europize – realising projects, Geschäftsführer der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) e. V., stellte heraus, wie der RS1 weit über die beteiligten Städte hinaus in der gesamten Region das Mobilitätsbewusstsein und -verhalten zugunsten von Fahrrädern verändern wird.

  • Karl-Heinz Danielzik, Danielzik Leuchter + Partner Landschaftsarchitekten, erläuterte, wie die bereits bestehenden RS1-Abschnitte in Essen und Mülheim a. d. Ruhr zu „Erlebnisräumen in der Stadtlandschaft“ wurden.

gedruckt am: 19.11.2018  03:35