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veröffentlicht am:

  • 15.06.2018
Digitalisierung

(R)Evolution der Hochschullehre

„Die Grenzen von analoger und digitaler Lehre sind aufgehoben“, betonte Prorektor Prof. Dr. Helmut Hachul bei der Eröffnung des 4. Tages der mediengestützten Lehre Anfang Juni 2018. Digitale Angebote können die Lehre nachhaltig verbessern. Wie genau die Digitalisierung zur Entlastung von Dozent*innen und gleichzeitig zur Steigerung der Lehrqualität führen kann, stand im Zentrum des „Austauschs über alle Grenzen der Disziplinen und Hochschulen hinweg“.

Podiumsdiskussion (v.l.): Prof. Dr. Carsten Wolff (FH Dortmund), Dr. Barbara Getto (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Helmut Hachul (FH Dortmund), Prof. Dr. Lutz Niehüser (FH Dortmund), Peter Rempis (Universität Tübingen)
Podiumsdiskussion (v.l.): Prof. Dr. Carsten Wolff (FH Dortmund), Dr. Barbara Getto (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Helmut Hachul (FH Dortmund), Prof. Dr. Lutz Niehüser (FH Dortmund), Peter Rempis (Universität Tübingen)

Gute Lehre vorantreiben und den weltweiten und offenen akademischen Raum mitgestalten – das sind Ziele, die die Fachhochschule Dortmund aktiv unterstützt. Gemeinsam kann vieles erreicht werden: Digitale Neuerungen führen zur Reduzierung des Organisationsaufwands und ermöglichen Freiräume für persönliche Betreuung, wissenschaftliche Diskussionen und die Vertiefung von Inhalten. Frei zugängliche und didaktisch hochwertige Lehrmaterialien schaffen die Basis für eine kontinuierliche Verbesserung der Lehre. Und neue mediale Formate sprechen Studierende an, indem sie wirkungsvolle Bildungserlebnisse ermöglichen.

„Flach spielen, hoch gewinnen!“

Statt einen radikalen Bruch zu versuchen, gelte es zu verstehen, „wie man in kleinen Schritten vorgehen kann.“ Dafür plädierte Prof. Dr. Karl Wilbers von der Universität Erlangen-Nürnberg in seinem Eröffnungsvortrag. Schon der Buchdruck hätte die klassische Architektur der akademischen Lehre erschüttern müssen, aber noch heute seien Vorlesungen mit Übungen verbreitet. Prof. Wilbers selbst bevorzugt das Modell des „Flipped Classrooms“. Nach einem vorgeschalteten Selbststudium stehen der Transfer von Wissen und die inhaltliche Diskussion im Zentrum seiner Präsenzveranstaltungen. Den Weg dorthin beschreibt er als evolutiven Prozess. Und genau dazu motiviert er auch andere Hochschullehrende: „Es gilt, jedes Semester nach einer überschaubaren Verbesserung zu suchen. Und: Wir dürfen uns dabei nicht zu früh zufriedengeben.“

Video in der Lehre: Das Team von der E-Learning Koordinierungsstelle der FH zeigte, wie Erklärvideos entstehen und eingesetzt werden können.
Video in der Lehre: Das Team von der E-Learning Koordinierungsstelle der FH zeigte, wie Erklärvideos entstehen und eingesetzt werden können.

So macht Lernen Spaß

Wie Live-Abstimmungen mit dem ILIAS-Plug-In „LiveVoting“ die Aktivität Studierender fördern, wie virtuelle Labore das Selbststudium vereinfachen und wie Erklärvideos den Lernerfolg erhöhen können, wurde in Workshops greifbar. Maximilian Koch und Sven Molke von der E-Learning Koordinierungsstelle der Fachhochschule führten nicht nur ins Thema „Video in der Lehre“ ein, sondern gaben auch einen Ausblick auf das hochschuleigene Videoportal, das noch in diesem Jahr offiziell starten soll. Ausprobieren ist dabei erwünscht: Das Team unterstützt bei der Produktion professioneller Videos und ermuntert zum Experiment – denn richtig eingesetzt ist multimedialer Content ein starkes Element der Wissensvermittlung.

Digital und offen

„Hochschulübergreifend“, bekräftigte Prof. Hachul, „gilt es nach Lösungen und Synergieeffekten zu suchen“. Die Digitalisierung stelle die Hochschulen vor viele Herausforderungen. Etwa auch rechtlicher Natur, wie FH-Justiziar Thilo Groll in seinem Vortrag zu den praktischen Folgen der Urheberrechtsreform für die digitale Lehre aufzeigte. Die Chancen aber seien es, die im Vordergrund stünden. Open Educational Resources (OER), online verfügbare Lehrmaterialien mit Creative-Commons-Lizenz etwa, bieten die Basis für Crowdworking in Lehre und Wissenschaft. Mit dem OER-Repositorium der Hochschulen in Baden-Württemberg (ZOERR) präsentierte Peter Rempis von der Universität Tübingen ein Vorreiterprojekt in diesem Bereich. Und auch in der abschließenden Podiumsdiskussion wurde klar: Durch die Partizipation vieler Forscher*innen und Dozent*innen aus der ganzen Welt wächst der Fundus an didaktisch hochwertigem Material. Und damit wird die Basis immer stärker für eine Lehre, die nachhaltig Wissen schafft und begeistert.

 


Vortrag im Video

„Flach spielen, hoch gewinnen!“ von Prof. Dr. Karl Wilbers

Angehörige der Fachhochschule Dortmund können sich den Vortrag von Prof. Dr. Karl Wilbers in voller Länge auf unserem Video-Portal anschauen. Aus urheberrechtlichen Gründen ist das Video erst nach einer Anmeldung auf dem Video-Portal sichtbar. Für die Anmeldung sind lediglich die FH-Kennung und das dazugehörige Passwort erforderlich. Wenn Sie den Video-Link unangemeldet anklicken, erhalten Sie einen Hinweis mit der Bitte, die Anmeldung nachzuholen.



gedruckt am: 21.11.2018  02:23