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veröffentlicht am:

  • 12.03.2018
Fotografie-Workshops

Künstlerischer Austausch über „Identität“

Natürlich wissen wir, wer wir sind, oder? In einer internationalen Workshop-Reihe am Fachbereich Design wurde das Thema „Identität“ aus verschiedensten Perspektiven beleuchtet. Komplex – philosophisch – politisch! Studierende aus Dortmund, Belgrad (Serbien) und Skopje (Mazedonien) arbeiteten im DAAD-geförderten Projekt gemeinsam zu selbstgewählten Schwerpunkten: Was verstehen junge Kunstschaffende unter „Identität“? Welche Rolle spielen Heimat, Heimatlosigkeit und Verfolgung für Roma? Wie verändert sich im Alter der Blick auf das Leben und die eigene Identität? Am Fachbereich Design sind die Ergebnisse der Workshops ausgestellt.

Handwerksbetriebe und Identität: Studierende präsentieren ihre fotografischen Arbeiten zum Thema.
Handwerksbetriebe und Identität: Studierende präsentieren ihre fotografischen Arbeiten zum Thema.

„Wir haben ein Thema gewählt, das Anknüpfungspunkte für Studierende aus allen beteiligten Ländern bietet“, erklärt Dirk Gebhardt, Professor am Fachbereich Design. Vorgegeben war nur das Schlagwort „Identität“. Konkrete Fragestellungen entwickelten die Studierenden selbst. „Die Arbeiten sind sehr persönlich – und das hat viel damit zu tun, dass die Teilnehmenden Freiraum hatten, die Ideen aus sich heraus und im Gespräch miteinander zu entwickeln.“ Entstanden sind fotografische Serien, die Menschen, Umgebungen und Lebensweisen einfangen. Bilder von Rettungsdecken aus Gold-Silber-Folie symbolisieren die Situation von Geflüchteten. Ausdrucksstarke Portraits zeigen Frauen zwischen Individualität und Rollenstereotypen. Zerstörte Zugschienen, Mauern und Flüsse verweisen auf „Split Identities“ und das Leben zwischen Ländern und Kulturen.

Interkultureller Dialog

Die Zusammenarbeit im Projekt ist nicht selbstverständlich. „Hochschulen haben auch eine zivilgesellschaftliche Aufgabe“, betont Gebhardt. Im Rahmen der Workshop-Reihe möchte die Fachhochschule als Katalysator wirken und den künstlerischen Austausch zwischen ehemals verfeindeten Ländern auf dem Balkan anregen. „Mit den Widersprüchen leben zu lernen und eine Basis zu schaffen für ein gegenseitiges Verständnis – darum ging es ganz zentral.“ Und auch das ist eine Facette des gewählten Themas: nationale und ethnische Identitäten, die Zusammenhalt schaffen, aber auch auf Ausgrenzung fußen und zu Feindschaft und Krieg führen können.

Nachhaltige Kooperationen

Die Workshop-Reihe führte eine Kooperation weiter, die bereits 2013 mit einem gemeinsamen Projekt etabliert wurde. Beteiligt waren wieder die New Academy of Arts in Belgrad, die University of Audiovisual Arts – European Film Academy in Skopje und die Fachhochschule Dortmund. Angestrebt wird eine fest institutionalisierte Kooperation, die eine Mobilität von Studierenden und Lehrenden gewährleistet. Neben dem Aufbau von Austauschprogrammen wird bereits an mehreren weiteren Projekten gearbeitet: Die Summer School an der New Academy of Arts in Belgrad ist bereits seit mehreren Jahren für Dortmunder Studierende geöffnet. Und in naher Zukunft soll es ein Filmfestival der European Film Academy und der Fachhochschule geben.

 


Ausstellung am Max-Ophüls-Platz

Mit der Projektwoche an der Fachhochschule wurde die Workshop-Reihe abgeschlossen. Am 16. Februar präsentierten die Studierenden ihre neuesten Werke und eröffneten die Ausstellung der Fotografien aus Skopje und Belgrad. Bis Mitte April können diese am Fachbereich Design (Max-Ophüls-Platz 2, im Flurbereich bei der Galerie) besichtigt werden. Geplant ist zudem eine Publikation, welche die Fotografien mit Berichten und Interviews aus dem Produktionsprozess verbindet – denn das Zusammenspiel von Text und Bild ist ein Kern der bildjournalistischen Arbeitsweise.


gedruckt am: 18.07.2018  18:43