Grenzenlose Wärme

Studierende helfen in Griechenland

Bereits zum dritten Mal ist eine Gruppe von Studierenden der Fachhochschule nach Thessaloniki gereist, um Geflüchtete zu unterstützen. Das Projekt „Grenzenlose Wärme“ wurde vor zwei Jahren von Studierenden des dualen Studiengangs „Soziale Arbeit“ gegründet. Über den Jahreswechsel 2017/2018 fand die neue Tour nach Griechenland statt: Vieles hat sich geändert – vor Ort und auch an der Arbeitsweise des Projektteams.

„Grenzenlose Wärme“: Besprechung des Projektteams der dritten Tour in Thessaloniki (Quelle: Grenzenlose Wärme)
„Grenzenlose Wärme“: Besprechung des Projektteams der dritten Tour in Thessaloniki (Quelle: Grenzenlose Wärme)

Die dramatische Lage in den Camps für Geflüchtete auf den griechischen Inseln war auch Ende des Jahres wieder Thema in den Medien. Die Bedingungen auf dem Festland aber sind weitestgehend aus dem Blick geraten. Auch in Thessaloniki wird weiterhin dringend Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer*innen benötigt. Die meisten Camps wurden offiziell aufgelöst, aber Geflüchtete sind teils noch immer obdachlos oder leben in Camp-ähnlichen Umgebungen.

Spenden sortieren, Nahrungsmittel in Rationen packen, bei der Ausgabe von Kleidung und Essen unterstützen – Alltag für zehn Studierende der Fachhochschule, die mit dem Projekt „Grenzenlose Wärme“ für 14 Tage in die griechische Hafenstadt reisten. Die Erfahrungen vor Ort zeigen: Selbst auf dem Festland ist die Überforderung mit der Situation noch groß und regelmäßig gibt es „Emergency“-Einsätze, wenn es kurzfristig gilt, Familien mit kleinen Kindern unterzubringen.

Weshalb man lokale Projekte unterstützen sollte

Anders als bei der ersten Tour setzte sich das Team in Griechenland für lokale Hilfsprojekte ein. Dahinter steht ein Strategiewechsel: „Wir wollen nachhaltiger Hilfe leisten“, erklärt Sebastian Heinze von „Grenzenlose Wärme“. „Es geht nicht um uns,“ ergänzt Johannes König. „Es ist wichtig, das zu verstehen und auch danach zu handeln.“ Denn statt viele kleine, kurzfristige oder einmalige Aktionen zu starten, sei es sinnvoller, langfristig angelegte lokale Projekte zu stärken.

Freiwillige mit einem professionellen Hintergrund in der Sozialarbeit, Transporter zur Umverteilung von Gütern und Sachspenden nach Bedarf – damit bietet „Grenzenlose Wärme“ Ressourcen, die von NGOs und Projekten wie „Helping Hands 4 Greece“, „Help Refugees“ oder der „Soul Food Kitchen“ gezielt eingesetzt werden können. „Schön ist zu sehen, dass unser Netzwerk wächst und dass NGOs und Aktive vor Ort Vertrauen zu uns haben.“ Wichtig sei dabei der professionelle Anspruch des ganzen Teams und die Berufserfahrung als angehende Sozialarbeiter*innen.

Wie es mit dem Projekt „Grenzenlose Wärme“ weitergeht

Die Stadt Dortmund hat das Engagement der Studierenden im Dezember mit der Verleihung des Agenda-Siegels gewürdigt. Das Projekt soll langfristig verankert werden, da sind sich die mittlerweile gut 25 Teammitglieder einig. Auf dem Weg zur Vereinsgründung, die im Sommer erfolgen soll, wird „Grenzenlose Wärme“ beraten vom Multikulturellen Forum.

Das Team trifft sich einmal wöchentlich zu strategischen Absprachen und zur Planung kommender Touren. Wer Interesse hat, sich im Projekt zu engagieren, ist beim Jour Fixe herzlich willkommen. Dringend gesucht werden weitere Personen mit Arabisch-Kenntnissen, die auf der nächsten Tour – voraussichtlich im April 2018 – als Dolmetscher*innen tätig werden möchten.

 


Jour Fixe

Das Projektteam von „Grenzenlose Wärme“ trifft sich jeden Freitag um 14.30 Uhr am Campus Emil-Figge-Straße. (Anmeldung für alle Interessierten per E-Mail an: grenzenlosewaerme@outlook.com)


gedruckt am: 25.09.2018  03:22