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zuletzt geändert am:

  • 12.12.2017

veröffentlicht am:

  • 01.12.2017
ZDF-Interview

Prof. Maria Wersig zu Abtreibungsinformationen

Schwangerschaftsabbruch ist ein Tabu-Thema. Und Gegenstand eines Gerichtsprozesses, der Wellen schlägt. Eine Frauenärztin wurde zu einer Geldstrafe verurteilt: wegen verbotener Werbung. Wie der Fall juristisch einzuordnen ist, erklärte Prof. Dr. Maria Wersig aus dem Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“.

(Screenshot: ZDF-Mediathek)
(Screenshot: ZDF-Mediathek)

„Es ist eine bewusste Regelung, dass die Information über die Dienstleistung ‚Schwanger­schafts­abbruch‘ nicht zur Verfügung stehen soll,“ betont Professorin Wersig im Fernsehinterview. Die Gießener Frauenärztin Kristina Hänel bietet aber auf ihrer Website Informationen zum Verfahren an. Grundlage ihrer Verurteilung vor dem Amtsgericht Gießen ist Paragraph 219a Strafgesetzbuch (StGB). Die Grenze zwischen sachdienlicher Information und Werbung wird darin nicht gezogen. Damit ist Ärzten jede öffentliche Erläuterung zum Schwanger­schafts­abbruch in ihren Praxen untersagt.

Ein Fall fürs Verfassungsgericht: Rückhalt von Ärzten und Juristen

Ganz bewusst setzt sich Hänel für das Informationsrecht von Frauen ein. Deshalb habe sie auch nach wiederholten Anzeigen die Erläuterungen nicht von ihrer Website entfernt. Sie erlebt nach eigenen Aussagen viel Rückhalt aus dem Kollegenkreis. Auch der Deutsche Juristinnenbund – so Professorin Wersig, Präsidentin des Vereins  – fordert die Abschaffung des Paragraphen. Ein Weg dahin könnte sein, falls der Fall Hänel vor dem Verfassungsgericht verhandelt wird.

Weiteres Interview

Ein weiteres ZDF-Interview mit Prof. Dr. Wersig zum Thema Abtreibungsinformationen wurde am 12. Dezember 2017 in der Sendung "heute+" ausgestrahlt.

 


Beiträge in der ZDF-Mediathek

  • Interview mit Professorin Maria Wersig bei "Volle Kanne" (29. November 2017)
  • Interview bei "heute+" (12. Dezember 2017, ab Minute 6:33)

gedruckt am: 18.07.2018  12:56