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veröffentlicht am:

  • 22.12.2017
Tag der Lehre

Digitale Lernformate bereichern das Studium

„Ist es nicht ein Glanzpunkt, gute Lehre zu machen?“ – Mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr. Helmut Hachul, Prorektor für Lehre und Studium, den ersten „Tag der Lehre“ an der Fachhochschule Dortmund. E-Learning, Virtual Reality Labore und Workshops für Schüler*innen: In Kurzvorträgen wurden Projekte vorgestellt, die in den letzten drei Jahren mit Mitteln der Hochschulinternen Lehrförderung (HiLF) umgesetzt werden konnten.

"Tag der Lehre": Fachbereichsübergreifend diskutierten Professor*innen Modellprojekte und Zukunftsperspektiven der Hochschullehre.

Digitalisierung ist ein Thema, das unsere Arbeits- und Lebenswelten fundamental betrifft und das auf vielen Ebenen zu einem Strukturwandel führt (Titelthema fh-presse 06/17). Im Zentrum des ersten „Tages der Lehre“ am 14. Dezember 2017 stand die Frage, welche Rolle digitale Lehr- und Lernformate im Studienalltag spielen sollten und welche Herausforderungen es bei der Einführung neuer Angebote zu bewältigen gilt. So kontrovers die Diskussion hier geführt werden könnte, so einig waren sich Professor*innen aller Fachbereiche: Digitale Angebote sollten nur eine Ergänzung sein, kein Ersatz.

ILIAS – „Ein mächtiges Werkzeug!“

Professionelle Videodokumentationen, der Einsatz von Apps in Schülerworkshops, Online-Übungen und Klausuren: Viele Projekte, die am „Tag der Lehre“ vorgestellt wurden, konnten mit Hilfe der E-Learning Koordinierungsstelle und durch die reichen Funktionalitäten der Lehr- und Lernplattform ILIAS umgesetzt werden. E-Learning wurde dabei in der Regel als Ergänzung der Lehre angeboten. Häufig setzten Lehrende Bonuspunkt-Systeme ein, um einen Anreiz zum kontinuierlichen Lernen zu bieten. Die Erfahrungen damit sind unterschiedlich: Werden die Studierenden besser oder steigt nur der Notenspiegel? Erfolgreich – so scheint es – sind nur recht aufwändige Systeme, die verschiedene Lernformen kombinieren.

Evaluationen und der Bedarf Studierender

Die Möglichkeit zur Evaluation von Lehrveranstaltungen durch Online-Umfragen in ILIAS wurde von vielen Professor*innen gezielt genutzt. Dies ist gerade in der Aufbauphase neuer Angebote äußerst sinnvoll. Denn die Ergebnisse können teilweise überraschen: Prof. Dr. Uschi Gröner etwa stellte fest, dass ihre frühen – eher einfachen – Lernvideos teils besser angenommen wurden als die aufwändig produzierten Nachfolger. Ein Grund, so Rückmeldungen der Studierenden in einer papiergebundenen Evaluation, liege in der Länge der Clips. Es zeigt sich: Studierende müssen in der Diskussion um die Entwicklung von Lehrformaten zu Wort kommen, denn letztlich geht es doch darum, diese beim Lernen zu unterstützen.

Wissenschaftlich erwiesen: Mitschreiben fördert den Lernerfolg

Digital oder analog? – Dass es dabei nicht um ein „Entweder-Oder“ gehen kann, zeigten Modellprojekte aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen. Verwiesen wurde etwa auf die im Fachjournal Psychological Science veröffentlichten Forschungsergebnisse zum Thema. Diese belegen: Wer handschriftliche Notizen macht, hat einen größeren Lernerfolg als jene, die am Laptop mittippen. Das liegt übrigens auch daran, dass nicht wörtlich mitgeschrieben wird, sondern bereits beim Schreiben Informationen verarbeitet und verdichtet werden. Mit einem Hauch von Nostalgie geschmunzelt wurde beim „Tag der Lehre“, als Prof. Dr. Dirk Wiesmann, Fachbereich Informatik, eine Werkzeugkette für die professionelle Softwareentwicklung erklärte – und zwar an der Tafel mit einem Stück Kreide, das erst gesucht werden musste.

Früh für das FH-Studium begeistern: Projekte mit Schüler*innen

Neben der „digitalen Wende“ in der Lehre lag ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung auf Workshop-Angeboten für Schüler*innen. Dabei ging es sowohl darum, wie die Fachhochschule durch Veranstaltungen in Schulen ihrer „Third Mission“ gerecht werden kann, als auch um die Frage, wie Schüler*innen für ein Studium an der Fachhochschule begeistert werden können. Wie erregt man etwa schon in der Mittelstufe Faszination für den Beruf des Ingenieurs? Durch welche ergänzenden Lehrangebote kann die Hochschule dem häufigen Defizit an Grundlagenwissen in der Mathematik entgegenwirken? Und was könnte das Interesse von Lehrer*innen und Schüler*innen für das praxisbezogene Studium an Fachhochschulen stärken? Diskutiert wurden Fragen des Hochschulmarketings ebenso wie didaktische Modelle zur Förderung von fachlichem Interesse und (intrinsischer) Motivation.

Was macht gute Lehre aus?

Am Ende des Tages klangen noch die Grußworte vom Lehrpreisträger 2017, Prof. Dr. Yves Rosefort, nach: unabhängig von den gewählten Mitteln, sind die eigene Begeisterung für die Aufgabe und die aufrichtige Wertschätzung der Studierenden „notwendige Voraussetzungen für gute Lehre“. Und natürlich – das betonte auch Prof. Dr. Martin Hirsch, Dekan des Fachbereichs Informatik, 2017 ausgezeichnet mit dem „Wanderpokal ‚Frische Lehre‘“ – ein starkes Team und aktives Kollegium, für das die Lehre „das schönste Beschäftigungsfeld der Welt“ (Hachul) ist.


gedruckt am: 18.06.2018  04:02