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veröffentlicht am:

  • 28.09.2017
FH-Interview

Workshop vermittelte Startup-Knowhow

Sich sozial engagieren und dazu ein Startup ins Leben rufen? Was Sozialunternehmer*innen ausmacht und wie es gelingt, selber dazuzugehören, „ergründeten“ 20 Studierende und Alumni verschiedener Fachbereiche unserer Fachhochschule in dem kostenlosen Workshop „ZGI:kompakt“ Ende September.

Die Leitung des „Zertifikatsprogramms Gesellschaftliche Innovationen“ (ZGI) übernahmen zwei Dozierende von der Münchener „Social Entrepreneurship Akademie“ (SEA). Als Praxisbeispiel diente der Verein „Tausche Bildung für Wohnen e.V.“ aus Duisburg-Marxloh, den drei Mitglieder vorstellten.

Details zum Workshop berichtet Erdme Brüning, Gründungslotsin der FH-Transferstelle, im Interview mit unserer Online-Redaktion:

Frau Brüning, welchen Kerngedanken hatte der Workshop?

Grundsätzlich ging es darum zu klären, was Social Entrepreneurship und soziales Unternehmertum eigentlich bedeuten. Das Ziel kann nicht sein, die ganze Welt zu retten. Man sollte erstmal klein anfangen und dazu beitragen, einen gesellschaftlichen Mehrwert zu leisten und gesellschaftliche Probleme zu lösen.

Lässt sich das konkretisieren?

Die UN haben weltweit 17 Ziele aus den Herausforderungen abgeleitet, unter anderem „no poverty“, „zero hunger“, „quality education“, „responsible consumption and production“ und „climate action“. Die Regierungen kommen damit alleine derzeit nicht mehr weiter. In der „alten“ Welt gab es wenige Überschneidungen von „profitabel sein“ und „sozial sein“. Beim Sozialunternehmertum sollen beides zusammengebracht werden, um beispielsweise von Spenden unabhängig zu werden und flexibel an den Problemen arbeiten zu können.

Haben auch soziale Unternehmer Wachstumsabsichten?

Natürlich! Während sie versuchen, chronische soziale Probleme zu lösen, wollen sie auch wachsen, allerdings aus anderen Gründen als ein „normaler“ Unternehmer – zum Beispiel um noch mehr Menschen helfen zu können und insgesamt eine noch größere Wirkung zu erzielen.

Welche Unterstützung konnte der Workshop geben?

Nach dem Kennenlernen und dem Warm-up haben wir immer wieder  zwischen theoretischem Input und praktischen Arbeitsphasen gewechselt. Unter anderem haben die Teilnehmenden den Design-Thinking-Prozess in sehr verkürzter Form durchlaufen. Sie entwickelten mit Hilfe des Brainwritings Ideen zu Themen wie „Umwelt und Klima“ oder „Bildung und Teilhabe“, außerdem haben sie mit dem „Business Model Canvas“ gearbeitet, das ist eine gängige Visualisierungsmöglichkeit für Geschäftsideen auf großen Papierbögen. Mit dem Tool „Whose life is it?” konnten die Teilnehmenden darüber hinaus trainieren, exakt hinzusehen, zu beobachten und zu verstehen. Denn das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, die Zielgruppen für eigene Ideen sehr genau kennenzulernen und bedarfsgerecht zu handeln.

Was passierte mit den entwickelten Ideen?

Anhand verschiedener Kriterien haben die Teilnehmenden ihre Ideen gefiltert, indem sie zum Beispiel die grundsätzliche Machbarkeit prüften. Am Ende blieb bei jeder von insgesamt vier Gruppen eine Idee übrig. Die Ergebnisse wurden dann weiter bearbeitet und schließlich in Form eines Pitches präsentiert. Dabei handelte es sich um die Problembereiche „Feinstaub“, „Politikverdrossenheit“, „unbelebte Kleinstädte“ und „Ausfall von Schulstunden“. Alles in allem war der Workshop eine runde Sache, es gab sehr positive Rückmeldungen.

 


Feedback von Teilnehmerin Jennifer Decker (Doktorandin)

„Ich finde es toll, dass das ZGI:kompakt-Programm für Sozialunternehmertum nun auch an die Fachhochschule Dortmund geholt wurde. Das Training war didaktisch durchdacht und modern, die Themen hoch aktuell und die Trainer kompetent. Ich kann es nur weiterempfehlen und hoffe, dass es nicht das letzte Mal gewesen ist, dass wir ein solches Format an der Hochschule hatten. Vielen Dank auch an die Gründungslotsin Frau Brüning für die gelungene Organisation!“


gedruckt am: 26.04.2018  03:55