Designer zeigen Abschlussarbeiten

77 Abschlussarbeiten sind vom 8. bis 10. Juli 2011 in der Ausstellung „Schau-raum“ im Fachbereich Design zu sehen. Präsentiert werden dabei Arbeiten aus allen Studienrichtungen von Grafikdesign, Objekt- und Raumdesign bis hin zu Fotografie und Film.

„Pottspotting analog“ nennt Objekt- und Raumdesignerin Marie Träger den szenografischen Rückholversuch virtueller Inhalte in die Wirklichkeit. Für die Internetseite „pottspotting.de“, die gute Orte im Ruhrgebiet vorstellt, hat sie einen interaktiven Standaufbau entworfen und gebaut. Bei kulturellen Events, Festivals oder einfach auf der Straße kann das analoge Gegenüber flexibel genutzt werden: So spuckt ein Location-Automat bei Eingabe von Orten oder Kategorien wie Kultur, Handwerk oder Mode gute Tipps für die Ruhrgebietsstädte aus. Gleichzeitig nimmt er als Briefkasten die guten Anregungen der Standbesucher auf.

Schweinefilet mit Spargelfenchel-Ragout, Lachsterrine oder Erdbeertrifle – köstlich gekocht, nobel angerichtet und professionell fotografiert. Nur wer bei der Arbeit „Unhaltbarkeit“ genauer hinschaut, merkt, dass da etwas nicht stimmen kann: Designerin Nina Ebbinghaus hat drei Wochen über das Verfallsdatum hinaus der zerstörerischen Kraft der Bakterien freien Lauf gelassen, bevor sie aus gammelnden Lebensmitteln "leckere" Rezepte kochte. Entstanden ist auf diese Weise ein Vexierbild der Haltbarkeit, das den Betrachter kurzzeitig zu täuschen vermag.

Reproduktion war das Thema von Eva Thiessis: In einer Wandinstallation zeigt sie Bildwelten und Inhalte zum Thema Reproduktion auf, die verwandt, aber nicht identisch sind – von Zwillingen über das Replikat der Meisterschale bis hin zum Plagiator zu Guttenberg. Mit einem Kopierer können Besucher selbst Kopien von Teilbereichen der Installation machen.

Im Stil alter Ölgemälde visualisiert Lana Fischer Sprichwörter wie „Wer schön sein will, muss leiden“ oder „Gegensätze ziehen sich an“. Unzählige Aufnahmen von Menschen in Kostümen, Landschaften und original Rokoko-Schlössern hat sie dafür digital zu völlig neuen Phantasie-Szenen zusammengebaut. Kleine Hinweise wie Steckdose, Pampers oder Peacezeichen decken auf, dass hier kein alter Meister am Werk war.

Schau-raum

Ausstellungseröffnung: 8. Juli, 19.30 Uhr
Ausstellung: 9.-10. Juli, 10 bis 20 Uhr
Ort: Fachhochschule Dortmund, Fachbereich Design, Max-Ophüls-Platz 2