Bauen und Gestalten in den 50er Jahren

Zum Vortrag:

Im Rahmen der Reihe '100 Jahre Gestalten, Planen und Bauen in Dortmund' referieren Historikerin Dr. Gisela Framke und Stadtplanerin Dr. Bettina Heine-Hippler am 17. November über Bauen und Gestalten in den 50er Jahren.

Dr. Bettina Heine-Hippler wird sich im Rahmen ihres Vortrages vor allem mit den städtebaulichen Spuren von Will Schwarz in Dortmund beschäftigen. Im Zeitalter der Spezialisierung haben wir es uns abgewöhnt, vom Architekten zu fordern, daß er nicht nur Wohnhäuser bauen, sondern auch Mobiliar, Verwaltungs- und Industriebauten sowie Bauten des Gesundheitswesens konzipieren könne.

Das Oeuvre des Künstlers, Städtbauers und Architekten Will Schwarz ist nicht nur als vielseitig in seiner baukünstlerischen Dimension zu bezeich-nen, es geht über die engen Grenzen des Bauens hinaus. Als Architekt ver-körperte Will Schwarz diesen vielseitigen, heute selten gewordenen Typus - eines 'Baukünstlers'. Neben seinen wichtigen Arbeiten - dem Mahnmal in der Bittermark, dem Gesundheitsamt in Dortmund, den Berufsförderungswerken in Dortmund und Oberhausen, dem Florianturm und dem Parkcafé baute er Einfamilienhäuser, Schulen, Industrie- und Verwaltungsbauten, gestaltete Möbel und nahm an über fünfzig Wettbewerben teil. Der Vortrag geht dem Lebensweg des Architekten Will Schwarz nach, seiner Kindheit, Ausbildung an der Kunstgewerbeschule und an der Berliner Hochschule der Künste (HDK) bis hin zu seinen frühen Bauten.

In der Nachkriegszeit bestand die Aufgabe zur Neuordnung und Neuorientie-rung aber nicht nur im planerischen und baulichen Bereich, sondern auch im politischen, gesellschaftlichen und kulturellen. Die Aufgabe, aktiv an der Ausformung einer 'neuen', demokratischen Gesellschaft mitzuwirken, wur-de besonders ausgeprägt in den Reihen der Intellektuellen und Kreativen empfunden. Im zerstörten Dortmund gab es nicht viele Orte, neue Ideen ken-nen zu lernen, zu diskutieren und den Blick wieder über die Grenzen zu rich-ten.

Neben dem von der britischen Besatzungsmacht eingerichteten Kulturinstitut 'Die Brücke' war dies seit 1949 vor allem das 'Haus am Ostwall'. Auf dieses Haus, das in den fünfziger Jahren eine bedeutende Position unter den deut-schen Einrichtungen einnehmen sollte, die um die Einbindung moderner Kunst in das Leben der Menschen bemüht waren, legt Dr. Gisela Framke in ihrem Vortrag den Schwerpunkt. Durch sein Einrichtungs-, Ausstellungs- und Vortragsprogramm sollte sich in dieser Zeit das Museum am Ostwall als Kno-tenpunkt in Dortmund für gestalterische Fragen in allen relevanten Bereichen heraus kristallisieren.

Zu den Referentinnen:

Bettina Heine-Hippler:
Studium der Raumplanung in Dortmund. Freiberufliche Tätigkeit (Monogra-phie über D&K Schulze zusammen mit K. Hartmann und anderen). 1989-1991 Refrendariat Städtebau, seit 1991 Gebietsreferentin beim Westfä-lischen Amt für Denkmalpflege, 2002 Promotion an der TH/TU Delft. Verhei-ratet, Mutter von 2 Kindern.

Dr. Gisela Framke:
Studium der Geschichte und Romanistik an der Universität Köln, Dissertation über das Südtirolproblem und den italienischen Nationalismus, seit 1984 wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 1988 stellvertretende Direktorin des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund.


Abschließende Veranstaltung der Reihe:

Mittwoch, 24.11.2004, 19. 30 Uhr
Fachbereich Architektur, Emil-Figge-Str. 40
Round-Table - Gespräch: Die letzten 30 Jahre - und wie geht es weiter?
Diskussion mit: Prof. Dr. Renate Kastorff-Viehmann, Prof. Gerald Koeniger, Prof. Wolfgang Richter, Prof. Dr. Manfred Walz, Prof. Dr. Jürgen Zänker.
Erstellt am 29.03.07

gedruckt am: 14.12.2018  06:07