Sie befinden sich hier:

Weitere Informationen

Segelfreizeit 2010

Zum 4. Mal in Folge führte die Segelfreizeit des SFH ins niederländische Friesland, nach Langweer. Schon fast ist es Tradition - und es scheint gut anzukommen, denn auch diesmal hatten sich wieder über 25 Teilnehmer für die Freizeit vom 6. - 10. September angemeldet.

Am Montag gegen Mittag traf sich daher eine ordentliche Truppe im Villapark Langweer. 5 Häuser und 6 Polyfalken standen für die Segler bereit. Die Polyfalken sind offene Boote, aber dank ihres hohen Ballastanteils doch recht stabil. Allerdings nicht 100 % kentersicher - eine gewisser gesunder Respekt vor Wind und Welle ist also sinnvoll. Als negatives Beispiel konnten wir eine fremde Crew auf dem Sneeker Meer bei "Tauchübungen" mit einem Polyfalk beobachten. Sie waren nach einer etwas zu schwungvollen Halse gekentert. Anders als ein leichtes Schwertboot ist ein Polyfalk nicht selbst wieder aufzurichten - schlägt es voll Wasser, dann sinkt es zwar nicht, aber es schwimmt bündig mit dem Laufdeck an der Wasseroberfläche. Ohne anderes (Motor-)Boot in der Nähe ist da nichts mehr zu machen. Festhalten und auf Hilfe warten ist dann angesagt.

Verstärkt wurde die Flotte durch einen 15er Jollenkreuzer sowie den Jeton des Segelvereins, den Fabian mitgebracht hatte - für alle, die mal so richtig abfetzen wollten. Dazu war Wind genug: die ganze Woche über wehte es ordentlich, selten unter 5 Windstärken, meist aus östlichen Richtungen. Bei dem Wetter darf es dann schon mal ein Reff im Großsegel sein - und dass Schwimmwesten getragen werden, ist eh' so selbstverständlich wie der Anschnallgurt im Auto. Die ganze Woche über wurde schnell und viel gesegelt, trotz einiger Regenschauer.

Und wer sich mit Hans-Peter oder Fabian auf den Jeton wagte, der hatte hinterher so ein gefährliches Glitzern in den Augen......

Anders als im Vorjahr gab es in diesem Jahr keine Segelschüler, die am Ende der Freizeit eine Prüfung ablegen mussten. Daher war die Freizeit als reiner Urlaubstörn konzipiert und auch nur für 5 Tage angesetzt. Für einen ordentlichen Segelkurs ist das zu kurz, da müssen mindestens sieben volle Praxistage zur Verfügung stehen. Immerhin gehören zur praktischen Prüfung nicht nur die Segelmanöver und Knoten, sondern man muss auch zeigen, dass man ein Motorboot zumindest in seinen Grundzügen beherrscht.

Stattdessen konnte jeder segeln, wie er wollte. Anders als bei der Schulung ist bei der Freizeit jeder selbst für die Gestaltung seines Tages verantwortlich. Mit wem kann ich auf ein Boot? Wohin möchte ich segeln? Wer ist der Skipper? Das kann jedes Mal ein anderer sein, aber vor jeder Ausfahrt muss jeder in der Crew und die Verantwortlichen im Segelverein genau wissen: der/die ist Skipper und hat damit letztlich die Entscheidung über und auch die Verantwortung für jedes Manöver.

Das heißt aber nicht, dass jeder auf sich allein gestellt ist. Genau das macht für viele ja auch den Reiz der Freizeit aus: immer findet sich jemand, der etwas mehr Erfahrung hat, der Tipps geben kann, der als Skipper fungiert und die Neulinge, die gerade erst ihren Schein gemacht haben oder lange nicht mehr gesegelt sind, mal an die Pinne lässt. Und wer will, kann natürlich auch Hans-Peter oder Winnie ansprechen für eine kleine Segelstunde, eine Stunde Manövertraining, ein kurzes Trimmtraining, oder was man gerade so austesten möchte.

So trafen sich alle jeden Morgen gegen 10 Uhr zur Skipperbesprechung. Wer nimmt welches Boot? Wer ist Skipper? Was sagt die Wettervorhersage? Welche Richtung ist günstig, welche lässt man lieber bleiben? Wer das erste Mal bei strammem Südwest von Langweer kommend auf das Heeger Meer herausgesegelt ist, der weiss, dass die Törnplanung auch bei kurzen Strecken nicht unwichtig ist. Hans-Peter und Winnie hatten immer noch den einen oder anderen Tipp bereit, oder wälzten wie im Bild festgehalten Fachliteratur.

Allerdings ließ sich im Verlauf der Freizeit eine gewisse sinkende Disziplin bei der morgendlichen Besprechung feststellen: das Frühstück dauerte doch häufig länger als 10 Uhr. War am Dienstag der strömende Regen noch eine gute Entschuldigung, so konnte es an den folgenden Tagen doch wohl nur die viele frische Luft sein .... oder wohl doch eher die Sangria von Moni, die Caipirinha-Bowle von Ria oder das Grolsch beim Grillen?

Sicher ist aber, dass alle es immer schafften, bis Mittag auf dem Wasser zu sein - ein Zeichen, dass Segler feiern UND segeln können!

Montag mussten zunächst mal die Boote geholt werden - erstmals ebenfalls von Twirre Watersport, bei denen auch die Häuser im Villapark gemietet werden. Im letzten Jahr wurden die Polyfalken noch bei Noel Watersport, auch direkt in Langweer, gechartert. Letztlich aber kein großer Unterschied, weder preislich noch qualitativ. Nur dass 'unsere' Polyfalken diesmal blau statt weiß waren, daran musste man sich erst gewöhnen. Niemanden hielt es lange im Haus, schnell ging es raus auf den Wielen, immerhin strahlte die Sonne vom Himmel, dazu ein äußerst frischer Segelwind - das wollte jeder ausnutzen. Abends gab es gleich die traditionelle Grillparty.

Der Dienstag begann mit strömendem Regen. Sneek war angesagt, bei fast allen - mit dem Auto. Nachmittags klarte es dann aber noch etwas auf, so dass zumindest ein kurzer Schlag auf dem Wielen für alle möglich war.

Auch der Mittwoch sah nicht wirklich vielversprechend aus. Doch wir sind schließlich hier zum Segeln, und so ließ sich eine Gruppe nicht davon abhalten, statt zum Sneeker Meer im Norden einmal Richtung Süden bis ans Ijsselmeer, nach Lemmer, zu segeln. Das ist schon ein ordentliches Tagesetmal, für eine erfahrene Crew bei guten 4-5 Windstärken aus Ost aber gut zu schaffen. Und sie wurden belohnt mit neuen Eindrücken, und einem immer mehr aufklarenden Himmel.

Donnerstag war schon der letzte richtige Segeltag. Weiterhin blies es aus Ost - und damit blieb wieder das Sneeker Meer eigentlich das einzige vernünftige Ziel, zum Heeger Meer hätte man auf dem Rückweg lange Motorstrecken gehabt. Da die Pommesbude am Starteiland aber inzwischen gut bekannt ist, wurde ein anderes Ziel gesucht: diesmal sollte es nach Ter Herne gehen, im Norden des Sneeker Meeres. Nach und nach kamen alle dort an, einige über die Nordstrecke durch die stillgelegte Schleuse im Princess-Margriet-Kanaal, einige aus Süden.

Dank Walkie-Talkies fanden sich schließlich 6 Polyfalken und ein Jollenkreuzer im neuen Hafen von Ter Herne. Fehlte nur noch die Pommesbude für die obligatorischen Frikandel speciaal. Doch auch die war nach einem kurzen Spaziergang gefunden - und wir konnten sogar alle gemeinsam in der Sonne sitzen. Pommes und Frikandel für über 20 Personen - ein beeindruckendes Bild. Eine Segelfreizeit in Holland ist einfach nicht zu denken ohne eine ordentliche Portion aus der Friteuse.

Abends beendete eine zweite gemeinsame Grillparty einen rundum erfolgreichen Segeltag. Monis Schwenkgrill hat sich mal wieder bestens bewährt.

Am Freitag mussten die Häuser bis 10 Uhr geräumt sein, die Polyfalken durften wir aber noch bis 18.00 Uhr nutzen. Wer nicht unbedingt heim musste, nutzte das trockene Wetter und den anfangs moderaten Wind noch für ein paar Schläge auf dem Wielen. Und es kann ja auch nicht schaden, das eine oder andere Manöver noch einmal zu üben, so manch ein Anlegemanöver geriet während der letzten Tage doch noch - nun ja - sagen wir mal suboptimal.

Wenden, Halse, Boje über Bord, beidrehen, anlegen und ablegen am Steg unter Segeln und unter Motor - alles Dinge, die man nicht oft genug in der Praxis ausprobieren kann. Dazu bietet der Langweerder Wielen wirklich alle Möglichkeiten. Nur mit Bedauern gaben wir die letzten Boote am Freitag abend ab.

Da tröstet nur eins: bestimmt gibt es auch im nächsten Jahr wieder eine Freitzeit des SFH.