Segelfreizeit 2001 in Mecklenburg-Vorpommern

In der ersten Septemberwoche fand die diesjährige Segelfreizeit des Segelvereins der FH Dortmund statt. Diesmal hatte der Organisator, Herr Ruttkowski, eine Ferienanlage am Ellbogensee, ca. 50 km nördlich von Neuruppin, ausgesucht.

Eine Woche segeln pur mit den FH-eigenen Booten, so war es geplant. Doch vor die Erholung haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. Und so trafen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwei Tage vor der Abfahrt am Kemnader See bei Bochum, um die Segeljollen aus dem Wasser zu holen und reisefertig zu verzurren. Nach zwei Stunden intensiver Arbeit waren die Masten von Jeton und Gipsy gelegt, die Schiffe standen sicher auf ihren Trailern, die Zurrgurte waren festgezogen und alle eventuellen Druck- und Scheuerstellen abgefendert.

Derartig gut gerüstet, ging es am Samstag, dem 1. September, in Richtung Osten. Nach sechs Stunden ermüdender Fahrt über Autobahn und brandenburgische Landstraßen erreichte die kleine Gruppe (leider hatten sich nur vier Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet) den Ort Strasen am Ellbogensee. Dort warteten schon Herr und Frau Ruttkowski auf die Segler, mit heißem Kaffee und leckerem Kuchen.

Auch diesmal war die Ferienanlage optimal ausgesucht. Die Holzhäuser, gut ausgestattet mit allem, was man so braucht, malerisch gelegen zwischen alten Kiefern und mit Blick auf den See, warteten auf ihre neuen Bewohner.

Für die Segeljollen gab es nur 150 m vom Haus entfernt eine kleine Steganlage.

Etwas schwierig erwies es sich, die Boote zu Wasser zu lassen. Aufgrund strenger Umweltschutzauflagen gibt es in Strasen keine Slip- oder Krananlage. Also packten alle mit an, um die relativ leichten Boote von den Trailern ins Wasser zu hieven. Gut, das diesmal der Cadet nicht dabei war, der hätte im Nachbarort gekrant werden müssen. Gegen Abend lagen die Jollen segelklar in ihren Boxen, direkt neben dem Motorboot der Ruttkowskis. Und später trafen sich alle zu einer fröhlichen Runde im Gasthof 'Drei Eichen'. Dort wurde auf gutes Gelingen angestoßen und das erste Seemannsgarn gesponnen.

Der nächste Tag begann mit viel Wind und einem Himmel, der nichts gutes verhieß. Doch der Wetterbericht sagte für den Rest der Woche nicht viel besseres vorher, und so waren alle fest entschlossen, jede trockene Stunde zu nutzen. Mit achterlichem Wind ging es hinaus auf den Ellbogensee in Richtung Priepert und Großmenow. Beim Zurückkreuzen wurde dann jedem deutlich, was die Probleme einer relativ kleinen Wasserfläche sind. Aufgrund der hohen Bäume wird der Wind im Uferbereich sehr unbeständig und dreht ständig, so dass das Kreuzen zu einem Geduldspiel wird.

Für Anfänger nicht ganz einfach, zumal sich Böen und Flauten ständig abwechseln und höchste Aufmerksamkeit von Skipper und Vorschoter erfordern. Immerhin blieb es den ganzen Tag trocken. Und nach dieser 'Lehrstunde' hatte jeder wieder ein Gefühl für Segel und Ruder. Dennoch stand schnell fest, am nächsten Tag ein anderes Revier auszuprobieren.

Auf der anderen Seite von Strasen, nur durch eine Schleuse und ein Brücke getrennt, erweitert sich die Müritz- Havel- Wasserstraße zum nächsten See, dem großen Pälitzsee. Dieser ist nicht nur etwas größer, sondern liegt auch längs zur Hauptwindrichtung, und bietet damit sehr viel beständigere Windverhältnisse. Mit gelegtem Mast und Motorkraft ging es in die Schleuse. Diesmal hatte Petrus ein Einsehen. Der Wind blies gleichmäßig mit vielleicht 3 - 4 Windstärken, genau richtig, um mit viel Spaß zu segeln. Wer wollte, konnte bei diesen Windstärken ganz nah ran an den Wind und ins Trapez gehen. Wem das zu sportlich war, der fierte die Schoten etwas mehr, und segelte etwas verhaltener über den See. Gegen Nachmittag ließ der Wind immer mehr nach. 'Kaffeesegeln' nennen wir das, wenn der Wind kaum die Segel füllt und Skipper und Vorschoter zu Kaffeekanne und Plätzchen greifen können.

Neben dem Segeln kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Wir haben die geleerten Weinflaschen ebenso wenig gezählt wie die Kannen Kaffee. Auf jeden Fall fand sich immer plötzlich ein Kuchen, ein Topf Spaghetti, eine geräucherte Forelle, die unbedingt gemeinsam verzehrt werden mussten. Da konnten wir es auch verschmerzen, das das Wetter leider schon zu kalt und zu nass für einen zünftigen Grillabend war.

Wie schade, dass die Boote schon bald wieder aus dem Wasser geholt werden mussten. Eine Woche geht einfach viel zu schnell vorbei.

In einem waren sich alle Teilnehmer einig: Wir kommen wieder mit! Und vielleicht finden sich im nächsten Jahr ja ein paar mehr Interessenten, die in ungezwungener Umgebung das Segeln einfach mal ausprobieren wollen.

Übrigens:

Die Segelfreizeit ist auch ideal für alle, die schon lange den Segelschein in der Tasche haben, denen aber die Praxis fehlt. Unter den Teilnehmern findet sich immer jemand, der noch Tipps und Hilfen geben kann oder auch erst einmal das Steuer übernimmt, bis die notwendige Übung wieder da ist. Die beste Möglichkeit also, in ungezwungener Umgebung (wieder) ein Gefühl für Boot und Wind zu bekommen. Bei entsprechendem Bedarf kann auch der Cadett als drittes Boot mitgenommen werden, oder es lässt sich vor Ort ein Boot chartern. Die beiden größeren Boote werden mit einem Außenborder ausgerüstet und wenn Herr Ruttkowski mitfährt, hat er bestimmt sein Motorboot dabei.