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Näheres zur Modularisierung

Es hat sich gezeigt, dass die Vermittlung eines Stoffgebietes oder auch mehrerer verwandter Stoffgebiete zu nachhaltigerem Wissen führt, wenn unterschiedliche Lehr- und Lernformen zur Anwendung kommen, die sich gemeinsam einem thematischen Schwerpunkt widmen. Denn es gilt: Je vielfältiger die Verknüpfung der zu vermittelnden Wissensinhalte erfolgt, desto größer ist in aller Regel der Lernerfolg bei den Studierenden. Ein solcher Ansatz, der die Akkumulation punktuellen Wissens durch die integrative Erschließung von Wissensgebieten ersetzt, erfordert jedoch eine Um- bzw. Neustrukturierung der Curricula, die es ermöglicht, neben wissensvermittelnden Veranstaltungen auch Formen selbstständigen Studierens und forschenden Lernens verbindlich einzubeziehen. Hieraus ergibt sich stärker als bisher die Möglichkeit, theoretisch erlerntes Wissen – beispielsweise in Form von eigenständig durchzuführenden Projekten oder Forschungsarbeiten – durch unmittelbare Anwendung zu überprüfen.

Ein weiteres Ziel der Modularisierung besteht bekanntermaßen darin, die Kompatibilität der Studienangebote und damit die Mobilität der Studierenden zu erhöhen. Infolgedessen wurden auch auf diesem Gebiet gewisse Standards formuliert, die eine entsprechende Vergleichbarkeit gewährleisten sollen:

  • In dem KMK-Beschluss „Rahmenvorgaben für die Einführung von Leistungspunktsystemen und die Modularisierung von Studiengängen” vom 15.09.2000 heißt es hierzu: „Modularisierung ist die Zusammenfassung von Stoffgebieten zu thematisch und zeitlich abgerundeten, in sich abgeschlossenen und mit Leistungspunkten versehenen abprüfbaren Einheiten. Module können sich aus verschiedenen Lehr- und Lernformen (wie zum Beispiel Vorlesungen, Übungen, Praktika u.a.) zusammensetzen.”
  • Module werden grundsätzlich mit Prüfungen abgeschlossen, auf deren Grundlage ECTS-kompatible Leistungspunkte vergeben werden (vgl. KMK-Beschluss vom 15.09.2000 und Erlass des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung des Landes NRW vom 15.2.2001). Die studienbegleitenden Prüfungen können über Referate, Hausarbeiten, mündliche und schriftliche Prüfungen oder einer Mischung dieser Elemente erfolgen.

Mit der Modularisierung soll keine Kanonisierung oder „Verschulung” der Lehrinhalte verbunden sein. Stattdessen sollen die Studierenden die Möglichkeit haben, durch eigenverantwortliche Fächerwahl selbstständig über Studienschwerpunkte zu entscheiden. Dabei sind gemäß des NRW-Erlasses zu Leistungspunktsystemen und Modularisierung vom November 2001 zwei verschiedene Modelle denkbar:

  • Die Hochschule bietet verschiedene Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls an, von denen der/die Studierende eine vorgegebene Anzahl zum Erreichen der notwendigen Leistungspunktzahl auswählen kann.
  • Die Hochschule bietet mehrere mit Leistungspunkten versehene Module an, von denen der/die Studierende einzelne auswählt, um die notwendige Leistungspunktzahl zu erreichen.

Was ist ein Modul?
Unter einem Modul ist eine thematisch und zeitlich abgerundete und in sich geschlossene Studieneinheit zu verstehen, die zu einer auf das jeweilige Studienziel bezogenen Teilqualifikation führt. Ein Modul besteht aus mindestens zwei inhaltlich aufeinander abgestimmten Lehrveranstaltungen eines Semesters oder eines Studienjahres und wird mit Prüfungen abgeschlossen, auf deren Grundlage Leistungspunkte vergeben werden. Module müssen qualitativ (Inhalte) und quantitativ (Arbeitsaufwand und zu vergebende Leistungspunkte) beschreibbar sein.

Die Beschreibung eines Moduls muss Angaben mindestens zu folgenden Punkten enthalten:

a) Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls
b) Lehrformen
c) Voraussetzungen für die Teilnahme
d) Verwendbarkeit des Moduls
e) Voraussetzungen für die Vergabe von Leistungspunkten
f ) Leistungspunkte und Noten
g) Häufigkeit des Angebots von Modulen
h) Arbeitsaufwand
i) Dauer der Module

Um die Flexibilität und Mobilität von Studierenden nicht durch zu große oder zu kleine Lehreinheiten zu behindern, sollten sich die Module nur über ein, höchstens jedoch über zwei Semester erstrecken. Als Richtwert für den quantitativen Umfang eines Moduls, so die Vorgaben des Ministeriums in NRW, gelten 6 bis 10 SWS, nur in begründeten Ausnahmefällen auch 4 SWS. Prüfungsleistungen sind grundsätzlich auf die Module zu beziehen. Dabei sind in NRW sowohl mehrere Prüfungsleistungen denkbar als auch eine abschließende Modulprüfung, für die wiederum Leistungspunkte zu vergeben sind.