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zuletzt geändert am:

  • 22.07.2019

BMBF-Bekanntmachung "Ökonomische Aspekte von IT-Sicherheit und Privatheit"

Ziel

Ökonomische Erwägungen sind die maßgeblichen Treiber für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Dazu zählen z. B. Effizienzgewinne und neue Geschäftsmodelle, wie z. B. der Handel mit Daten und personalisierte Werbung, die auf einer immer effizienteren Sammlung, Verknüpfung und Auswertung von Daten beruhen. IT-Sicherheit und ein angemessener Umgang mit Privatheit werden dabei bisher unzureichend berücksichtigt. Der Schutz der Unternehmen durch IT-Sicherheit wird allgemein als notwendig erachtet, allerdings ist die Einführung von IT-Sicherheitsmaßnahmen immer noch aufwändig und teuer. IT-Sicherheitsmaßnahmen werden häufig auch deshalb vernachlässigt, weil ihr Nutzen nicht direkt bezifferbar ist. Daher beabsichtigt das BMBF die Erforschung ökonomischer Aspekte von IT-Sicherheit und Privatheit zu durch diese Bekanntmachung zu fördern. Ziel ist es, die deutsche Führungsrolle im Bereich Schutz von Privatheit weiter zu stärken. Es soll dazu beigetragen werden, das IT-Sicherheitsniveau in Deutschland sowie die Überführung von Forschungsergebnissen in die Praxis zu verbessern.

Die Fördermaßnahme ist Teil der Umsetzung des Forschungsrahmenprogramms der Bundesregierung zur IT-Sicherheit "Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt" und der Higthtech-Strategie 2025



Fördergegenstand
Gegenstand der Förderung ist die Erforschung, Entwicklung und Analyse innovativer Konzepte und Lösungen, welche zentral ökonomische Aspekte von IT-Sicherheit oder Privatheit adressieren. Die Gestaltung von Geschäftsmodellen ist in diesem Zusammenhang von großem Interesse, da sie der Ausgangspunkt für sämtliche Kosten-Nutzen-Abschätzungen sind. Die zu untersuchenden Fragestellungen können jedoch über betriebswirtschaftliche Aspekte hinausgehen und volkswirtschaftliche und damit auch gesellschaftliche Fragen berühren. Ökonomische Aspekte sind dabei nicht nur ökonomisch zu verstehen. Da Menschen Privatheit genießen und Sicherheitslösungen einsetzen, sind auch verhaltensökonomische Aspekte von Bedeutung. Diese umfassen z. B. psychologische Fragen zu Vertrauen, Präferenzen oder Verhaltensasymmetrien aber auch Fragen zur Benutzbarkeit und zur kognitiven Last.

Folgende Forschungsthemen sollen u. a. thematisiert werden

  • IT-Sicherheit messen und beziffern
  • Geschäftsmodelle zur kooperativen Verbesserung von IT-Sicherheit
  • privatheitsfreundliche Geschäftsmodelle in einer Plattformökonomie
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit


Antragsteller

Antragsberechtigt sind staatliche und nicht staatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Vereine, Verbände und sonstige Organisationen mit F&E-Interesse sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Die Beteiligung von Start-ups, KMU sowie mittelständischen Unternehmen wird ausdrücklich erwünscht und bei der Projektbegutachtung positiv begutachtet.


Besondere Zuwendungsvoraussetzungen

Gefördert wird das Zusammenwirken von Beteiligten aus Wirtschaft und Wissenschaft zur Lösung von gemeinsamen Forschungsaufgaben im Rahmen von Verbundprojekten. Antragsteller müssen die Bereitschaft zur interdisziplinären Zusammenarbeit mitbringen und durch Vorabeiten insbes. im betreffenden Fachgebiet ausgewiesen sein.

Die Zusammenarbeit von Unternehmen und Forschungseinrichtungen soll auch deshalb intensiviert werden, insbesondere die Einbindung von KMU, um IT-Sicherheit in der Unternehmenskultur zu verankern, sowie privatfreiheitsfreundliche Geschäftsmodelle in Deutschland zu etablieren.

Der Verbreitung der erreichten Ergebnisse und der Zusammenarbeit mit den Unternehmen wird große Bedeutung beigemessen. An den Verbundprojekten müssen deshalb Partner beteiligt sein, die die Forschungsergebisse zur breiten Anwendung bringen wollen und können.


Art, Höhe und Umfang der Förderung

Die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben von Hochschulen sowie Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen werden i.d.R. bis zu 100% gefördert; diejenigen von Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft je nach Anwendungsnähe bis zu 50%.



Antragsverfahren und Einreichungsfrist

Das Antragsverfahren ist zweistufig. Auf der ersten Verfahrensstufe sind Projektskizzen bis zum 17. Oktober 2019 beim Projektträger VDI/VDE Innovation und Technik GmbH einzureichen.

Weitere Details zur den Förderkriterien der Bekanntmachung finden Sie hier auf den Webseiten des BMBF.