impEct 9 /2018



Die vorliegende Ausgabe von impEct Nr. 9, 2018, bietet Beiträge aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, interkulturelle und europäische Studien, Geschichte und Philosophie.

An erster Stelle kann impEct 9 mit einer Premiere aufwarten: Wir freuen uns, zwei Beiträge von Kollegen der Staatlichen Universität Kostroma (RU) vorstellen zu können.

An zweiter Stelle ist die Fortsetzung einer Veröffentlichungsreihe anzuzeigen. Es handelt sich um eine philosophische Betrachtung der global einflussreichsten Kulturen durch einen Kollegen der Universität Babeş-Bolyai Cluj (RO), der in impEct Nr. 8 mit der Analyse der „russischen Idee“ begonnen hatte.

Drittens gibt es einen Schwerpunkt Europa und europäische Kultur. Schließlich folgen Ankündigungen von demnächst erscheinenden Beiträgen, die den Schwerpunkt Europa und die europäische Kultur vertiefen werden.

Der erste Beitrag stammt von Dr. Alexander A. Turygin, stellvertretender Direktor des Instituts der Geisteswissenschaften der Staatlichen Universität Kostroma. Er widmet sich dem Konflikt um das Jahr 1900 ff. zwischen völkischer Ideologie und katholischem Ultramontanismus.

Der zweite ist eine Gemeinschaftsarbeit von Dr. Alexander A. Turygin und Dr. Olga V. Minovskaia, Lehrstuhl für Pädagogik und Psychologie:


Vlad Mureşan, PhD, Associate Professor an der Babeş-Bolyai-Universität Cluj, setzt die in impEct 8, 2016, mit Russland begonnene geschichtsphilosophische Analyse der großen politischen Mächte. Ausgehend von Hegels Philosophie öffnet dieser Artikel wie beim Aufsatz über Russland eine welthistorische Perspektive.


Danach folgt von Dr. Werner Müller-Pelzer, Initiator von impEct und der Forschungsstelle Interkulturalität und europäische Studien, die Rezension des Buches von Gerd Held.



Außerdem sind die Bücher zweier Kolleginnen anzuzeigen.

Pilar Sánchez, PhD, Professorin für Behavioural Economics, Consumer Economics and Business Administration der ESIC Marketing & Business School Madrid (E), hat kürzlich zusammen mit María del Carmen de la Orden folgenden Sammelband herausgegeben: Ética, marketing y finanzas islámicas. Madrid ESIC Editorial 2017

Darin kommt eine Reihe von Experten zu Wort. Die Kollegen wird, so hoffe ich, in der folgenden Nummer von impEct den Ertrag der Untersuchungen vorstellen können.


Mariella Olivos Rossini, PhD, Professorin an der Universität ESAN, Lima (PE), hat 2017 ihre Dissertation veröffentlicht.

Internationalization at home: Technology-supported multicultural learning in Peru


Der Schwerpunkt Europa und die europäische Kultur umfasst vier Beiträge von Dr. Werner Müller-Pelzer.

Diese zunächst bei www.philosophie.ch veröffentlichten Texte sind ab Herbst 2018 von den Herausgebern sukzessive gelöscht worden, zunächst mit der Begründung "unzureichender Wissenschaftlichkeit", dann sukzessive ohne jede Begründung. Ausgelöst wurde die Kontroverse durch meine Thesen zur Unverträglichkeit von Islam und Islamismus mit dem europäischen Zivilisationsmodell. Unter den gelöschten Texten sind damit auch diejenigen, die nichts mit dieser Frage nichts zu tun haben. Daraus schließe ich, dass ich generell zu einem unerwünschten Autor geworden bin.

Im ersten wird die Frage untersucht, ob das Dilemma zwischen sozialem Autismus (rationalistische Gesellschaftsmodelle) und sozialer Zwangsjacke (kommunitaristische Gesellschaftsmodelle) aufgelöst werden kann. Es wird ein Vorgehen skizziert, das sich auf Hermann Schmitz bezieht.


Der zweite Aufsatz thematisiert das Projekt der EU-Eliten, Europäischer Union und Europa zu identifizieren. Dabei geht es um eine veränderte Machtverteilung der weiter zentralisierten Kompetenzen in Brüssel. Die Identifizierung beruht aber auf einem Kategorienfehler. Der Aufsatz argumentiert deshalb für eine Abgrenzung der beiden Sphären.



Es folgt die Kurzfassung eines gleichnamigen Aufsatzes, der Ende 2018 erschienen ist (s.u.). Die Europäische Union des Jahres 2017 befindet sich im Widerspruch mir ihren eigenen Prinzipien. Deshalb versucht sie, die Europäer in einen kollektiven Selbstbetrug hineinzuziehen. Aber Austauschstudierende verfügen über die Möglichkeit, in Anlehnung an das Konzepts der „Adoptivsprache“ (Trabant) in kollektive Atmosphären einer Zielkultur hineinzuwachsen.



Der vierte Aufsatz beschäftigt sich mit dem sog. offenen Kulturbegriff nach Jürgen Bolten. Bolten sieht die Notwendigkeit, starke affektive gemeinschaftliche (landschaftliche, sprachliche, historische, religiöse etc.) Bindungen der Menschen im Zeichen allgegenwärtiger globaler Vermischungen ironistisch zu brechen. Doch er operiert auf der Ebene von Konstellationen und berücksichtigt nicht die präreflexive Prägekraft gemeinsamer Situationen, insbesondere der europäischen Identifikationssprachen.



Der europäische Schwerpunkt findet eine Fortsetzung in folgenden Beiträgen von Müller-Pelzer:


Das Erasmus-Programm ist trotz seines positiven Images in keiner Weise geeignet, das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken. Das geplante Montaigne-Program geht von der philosophischen Überlegung aus, dass die präreflexive Erfahrung (Leib, leibliche Kommunikation, Atmosphären) für eine bessere Verständigung in Europa notwendig ist.

About the role of collective atmospheres for European Students, in: Studi di estetica.

(erscheint 2019)

Ein weiterer Artikel ist Ende 2018 erschienen. Er kritisiert die Einladung an die europäischen Bürger, sich die kollektive "mauvaise foi" zu eigen zu machen, wonach die EU die Menschenrechte verteidigt und ein Modell harmonischer ethnischer Vermischung verkörpern könne. Die affektive Einbindung in implantierende gemeinsame Situationen (Schmitz) weist den Weg, Europa zu regenerieren.

Régénérer l’Europe. Narratifs – critique – situations communes d’implantation, in: Journal of the European Integration Studies. Special issue ed. by Nicolae Păun: The Future of the European Union.https://www.nomos-elibrary.de/10.5771/0947-9511-2018-2/jeih-journal-of-european-integration-history-jahrgang-24-2018-heft-2

Siehe auch die Liste der Veröffentlichungen Müller-Pelzer

Werner Müller-Pelzer

April, 2018 Aktualisiert: Februar 2019