IDAHOT

Wie ein grünes Schaf in einer weißen Herde - Lebenssituationen und Bedarfe junger Trans*-Menschen in Deutschland

Dienstag, 16. Mai 2017: 18 Uhr

Fachhochschule Dortmund
Emil-Figge-Str. 44 | Raum 3.01
44227 Dortmund

Vortrag und Diskussion zum IDAHOT 2017

Transidente Menschen erleben in ihrem Alltag vielfältige Diskriminierungen. Häufig wird ihnen von so genannten „Expert_innen“ aus Medizin bzw. Psychologie ihr Wissen über sich selbst abgesprochen. Dies gilt besonders für Trans*-Kinder und -Jugendliche bzw. junge Erwachsene, für die nur wenige spezielle Unterstützungsangebote vorhanden sind und über deren Selbst-Verständnisse bisher kaum Berichte und Beschreibungen existieren.

Im Rahmen eines bundesweiten Netzwerks von Trans*-Aktivist_innen in Deutschland, aus dem im Sommer 2015 der „Bundesverband Trans*“ (BVT*) hervorging, fanden in mehreren Städten Empowerment-Medien-Workshops für Jugendliche und junge erwachsene Trans*-Menschen statt.

Begleitend wurden mit 15 Teilnehmenden im Alter von 14–26 Jahren Fokusgruppen-Interviews über ihre Selbstverständnisse und ihre Lebenssituationen durchgeführt. Das Forschungsprojekt folgte dem Ansatz der Community-Based Participatory Research. In diesem Sinne wurden die qualitativ ausgewerteten Interviews den Befragten anschließend zur Korrektur und Re-Interpretation vorgelegt.

Die Interviewten äußerten sich dabei differenziert über ihre Lebenssituation und ihren Unterstützungsbedarf seitens der Gesellschaft und durch Institutionen. Trotz vielfältiger Schwierigkeiten und Diskriminierungserfahrungen hatten viele Ressourcen entwickelt, als hilfreich wurden insbesondere spezifische Angebote für junge Trans* genannt. Von ihrem Umfeld und der Gesellschaft wünschten sie sich vor allem Unterstützung und Akzeptanz.

Die Ergebnisse der Studie wurden am 9. Dezember 2016 veröffentlicht und in einer ersten Veranstaltung in den Räumen des BVT* einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Es sind weitere Vorstellungen für 2017 geplant. Gerne kommen die Autor_innen auch zu Ihnen in Ihre Stadt - sprechen Sie die dafür einfach an. Die Studie finden Sie unter „Publikationen“ auf der Webseite des BVT* (www.bv-trans.de). Gedruckte Exemplare können Sie bestellen über info@bv-trans.de.

Link zum Download der Studie: http://www.bv-trans.de/wp-content/uploads/2016/12/web_schaf_brosch_161128.pdf

Zum Referenten

Erik Meyer ist Psychologe, Sexualwissenschaftler und Systemischer Berater. Seit 2011 berät er in Hamburg Menschen aller Altersgruppen mit Fragen zu Geschlecht und Identität: „Trans*affirmative Beratung“, Trans*beratung Nord e.V. Weiteres Engagement bspw. Netzwerk inter_trans_wissenschaft, Bundesvereinigung Trans* (BVT*) und psychologischer Fachverband VLSP*.

Zu den Studienautoren

Arn Sauer ist Geschichtswissenschaftler und Politologe, Zertifikat „Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung“. Er promoviert zur Abschätzung der Folgen von Gleichstellungspolitik. Ehrenamtlich engagiert er sich seit 2006 bei TransInterQueer e.V. (TrIQ) in Berlin.

Erik Meyer ist Psychologe, Sexualwissenschaftler und Systemischer Berater. Seit 2011 berät er in Hamburg über den Verein Trans*beratung Nord Menschen aller Altersgruppen mit Fragen zu Geschlecht und Identität nach seinem Konzept der „Trans*affirmativen Beratung“. Vorstandsmitglied im psychologischen Fachverband VLSP*.

Beide haben 2012 das inter_trans_wissenschaftsnetzwerk mit gegründet und engagieren sich als Gründungsmitglieder im Vorstand der Bundesvereinigung Trans* e.V. (BVT*)."

IDAHOT

Der Internationale Tag gegen Lesben-, Schwulen-, Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit (IDAHOT) wird jedes Jahr am 17. Mai begangen. An diesem Tag beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1990, Homosexualität nicht länger als Krankheit einzuordnen.


gedruckt am: 25.06.2018  05:56