Hier finden Sie Stellungnahmen zu Themen und Anliegen von Studierenden aus dem Lehralltag.
Aus Gründen von Transparenz und im Hinblick auf Zeitgewinn in Seminaren und Sprechstunden sind die Antworten im Sinne von "Basics" und somit auch bewusst etwas ausführlicher formuliert.

Was muss ich tun, wenn ich eine Prüfungsleistung erbringen möchte?

Über die formalen Modalitäten und Anmeldeprozeduren sollten Sie sich eigenständig und frühzeitig informieren. Bei speziellen Fragen hilft Ihnen sicher auch das Studienbüro weiter. Welche Prüfungsleistung in welcher Form in der jeweiligen Lehrveranstaltung möglich/vorgesehen ist, erfahren Sie selbstverständlich von mir in den Veranstaltungen.

Termine für Klausuren gebe ich rechtzeitig bekannt. Diese finden in den vorgesehenen Prüfungswochen statt.
Abgabefristen und Terminvereinbarungen betrachte ich als hochgradig verbindlich. Falls nicht anders ausdrücklich besprochen, gelten in meinen Lehrveranstaltungen die in der Studienordnung bzw. vom Prüfungsausschuss festgelegten Abgabetermine bzw. bei mündlichen Leistungen oder Berichten die zwischen uns vereinbarten Termine und Absprachen.

Darüber hinaus möchte ich Sie einladen und ermutigen, mich bei inhaltlichen Fragen anzusprechen und die Kontaktmöglichkeiten zu nutzen. Beratung und Unterstützung von Studierenden sehe ich als wichtigen Teil meines Auftrags an. 
Ich empfehle Ihnen, bei schriftlichen oder mündlichen Leistungsnachweisen in der Planungs- und Vorbereitungszeit ein Vorgespräch mit mir zu vereinbaren.

Was erwarten Sie von Referaten und Seminararbeiten?

Sie sollen mit der Präsentation oder der Seminararbeit zeigen, dass Sie ein Thema exemplarisch, sorgfältig und reflektierend eigenständig erarbeiten, eine fachliche Position dazu finden und es - mündlich oder schriftlich - angemessen präsentieren können.

Mit Ihren Arbeiten weisen Sie außerdem nach, dass Sie fähig sind, ein solches Vorhaben zu strukturieren, darzustellen und innerhalb eines gegebenen formalen und organisatorischen Rahmens abzuschließen. Darin eingeschlossen sind auch professionelle (Schlüssel-)Kompetenzen wie z.B. wissenschaftliches Arbeiten, didaktische Überlegungen, Arbeiten in einem Zeitrahmen, Kooperation, Selbstmanagement etc., die Sie im Studium erlernen und erweitern und in diesem Zusammenhang ebenfalls nachweisen und demonstrieren.

Wie sieht ein "gutes" Referat aus, was sollte ich beachten?

Ein Thema wird in komprimierter Form aufgearbeitet, gegliedert und anschaulich präsentiert  - das ist der Auftrag.
Bitte denken Sie an Ihre AdressatInnen und versetzen Sie sich in die Lage von interessierten KommilitonInnen - dies ist bereits ein Teil der Leistung, der u.a. relevant für die Bewertung ist. Sie erhalten von mir einen schriftlichen Auftrag über die zu behandelnde Thematik mit entsprechenden Literaturhinweisen. Sie bestätigen mit Ihrer Unterschrift verbindlich, dass Sie das Referat zu einem abgesprochenen Termin übernehmen werden.
Mit Ihrem Beitrag gestalten Sie didaktisch einen Teil der Lehrveranstaltung und sind für diesen Bereich "ExpertInnen" und unsere AnsprechpartnerInnen für "Ihr Thema". In Bezug auf das, was Sie den SeminarteilnehmerInnen vermitteln und erfahrbar machen wollen, sind Ihrer Kreativität und dem Einsatz von Medien/Hilfsmitteln keine Grenzen gesetzt. Und nebenbei: Spaß darf es Ihnen und uns auch machen ...

Der zeitliche Rahmen beträgt 30 - max. 40 Minuten. Falls das Referat Übungen und Gruppenaufgaben enthält, kann der Rahmen nach Absprache auch erweitert werden.

Wenn Sie Technik verwenden, sind Sie bitte so vorbereitet, dass Ihre Technik ohne langes Hantieren und Zeitverlust funktioniert.

Als "Serviceleistung" für die AdressatInnen erstellen Sie bitte ein Handout, das den TeilnehmerInnen und mir in Kopie zur Verfügung steht. Das Handout enthält die Gliederung und - thesenhaft zusammengefasst - die zentralen Inhalte und "Botschaften" Ihres Vortrags.

Wenn Sie Fragen zum Aufbau, Inhalt und zur didaktischen Gestaltung haben, zögern Sie bitte nicht, mich (rechtzeitig!) zu kontaktieren.

Was gehört grundsätzlich zu einer Seminararbeit?

  • zuallererst (und für die eigene Motivation ziemlich bedeutsam):
    eine Idee - und damit verbunden Neugier und Interesse an einer bestimmten fachlichen Fragestellung.
  • ein klar formuliertes und umrissenes Thema (im Zweifelsfall lieber klein, "fein" und präzise anstelle eines großen "erschöpfenden" Rundumschlages).
  • mehr als ein Buch/ein Artikel/eine Internetquelle 
  • mehr als eine Zusammenfassung von Gedanken anderer mit eigenen Worten mit abschließender "persönlicher Meinung".
  • ein nachvollziehbarer und begründeter Bezug zur Sozialen Arbeit.
  • die Kompetenz bzw. der Versuch, unterschiedliche Standpunkte und Positionen wahrzunehmen, zu beschreiben und Perspektiven zu wechseln.
  • Erkenntnisse zusammen zu fassen, zu begründen, Schlüsse zu ziehen.
  • mit ggf. offen gebliebenen Fragen und Aspekten leben zu lernen.

Welche formalen Kriterien muss eine Seminararbeit erfüllen?

Dieser Aspekt wird nach meiner Wahrnehmung oft wenig beachtet bzw. in seiner Bedeutung (auch für die Bewertung) unterschätzt. Bei inhaltlich gelungenen Arbeiten ist dies oft richtig schade - bei weniger überzeugenden Inhalten könnte die formale Seite ein positives Gegengewicht bedeuten. Es lohnt sich also - so oder so.
Hinweise und Arbeitshilfen zur formalen Gestaltung von Seminar- und Abschlussarbeiten finden Sie auf der Homepage unseres Fachbereichs. Überdies traue und mute ich Ihnen eigenständige Recherchen zu, um eventuelle Wissensdefizite zu diesem Thema auszugleichen. Und nicht zuletzt: Funktionen Ihres PCs wie "Rechtschreibprüfung" und "Silbentrennung" sollten Sie kennen und auch verwenden.

Wie werden Prüfungsleistungen bewertet und benotet?

Die Kriterien ergeben sich aus den oben beschriebenen Anforderungen. Das bedeutet zusammengefasst, eine Arbeit wird nach inhaltlichen und formalen Kriterien und dem Anteil von erkennbarer eigenständiger Leistung bewertet. Bei mündlichen Leistungen fließen auch didaktische Elemente (z.B. Zielsetzung, Transparenz, Strukturierung, überlegter Einsatz von Medien, angemessene Einbeziehung der AdressatInnen, Handout) in die Bewertung mit ein. Für die Bewertung der Prüfungsleistungen werden folgende Noten laut Prüfungsordnung verwendet.

1 = Sehr gut: eine hervorragende Leistung

2 = Gut: eine Leistung, die erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen liegt

3 = Befriedigend: eine Leistung, die durchschnittlichen Anforderungen entspricht

4 = Ausreichend: eine Leistung, die trotz ihrer Mängel noch den Anforderungen genügt

5 = Nicht ausreichend: eine Leistung, die wegen erheblicher Mängel den Anforderungen nicht mehr genügt

Diese Bewertungs- und Notenskala verstehe ich als verbindlich und verwende sie auch so in ihrer Bedeutung und Bandbreite. Eine 2,7 beispielsweise entspricht daher immer noch einer Arbeit, die über den durchschnittlichen Anforderungen liegt.

Als Vertreter systemischer Perspektiven halte ich "Objektivität" im absoluten Sinne letztlich für nicht herstellbar, was aber nicht heißt, dass Maßstäbe, Transparenz, Feedback und Begründungen wegfallen. Daher nutze ich Rückmeldung und Austausch als Instrument im Anschluss an Leistungsnachweise. Darin liegen Chancen für Ihre persönlichen und fachlichen Lernprozesse, z.B. im Sinne von Bestätigung (so weiter), Veränderung (anders weiter) und Reflexion (was sonst noch) - und zwar ganz unabhängig von der erzielten Note.

Wie steht es mit der Anwesenheit in den Seminaren?

Dieses Thema wird zu Recht kontrovers diskutiert. Einerseits ist ein Studium selbst organisiertes Lernen, Erwachsenenbildung im besten Sinne und daher ein Prozess mit Freiheiten, Risiken und Wahlmöglichkeiten, die die Studierenden eigenverantwortlich steuern können und sollten. Andererseits definiert sich der Auftrag einer Fachhochschule darüber, Studierende in entsprechend organisierten Lernkontexten auf eine anspruchsvolle Praxis vorzubereiten.

Ich empfehle daher Studierenden, folgende Aspekte zu bedenken:

  • Die Workload-Systematik im Bachelor-Studiengang setzt ausdrücklich Präsenzzeiten voraus. 
  • Methoden der Sozialen Arbeit (mein Lehrgebiet also) lernt man/frau nicht in erster Linie im Eigenstudium oder aus Fachliteratur, sondern durch erfahrungsorientiertes Lernen in sozialen Zusammenhängen, durch kontinuierliches Ausprobieren, Üben und durch Reflexion des Erlebten und der persönlichen/fachlichen Lernerfahrungen. Erfahrungemäß entwickeln Sie dabei auch Sicherheit und Handlungskompetenz für die Praxis - und das um so mehr, je kontinuierlicher Sie im Seminar anwesend sind.