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Aktionstag 8 gegen 88

Aktionstag 8 gegen 88

Aktionstag 8 gegen 88 am 13. November 2018
Aktionstag 8 gegen 88

Auf dem diesjährigen „Aktionstag 8 gegen 88“, der sich dem Thema „Soziale Ungleichheit und Rechtspopulismus“ widmete, waren gleich zwei namhafte Experten zu Gast:

Prof. em. Dr. Wilhelm Heitmeyer (Soziologe und ehemaliger Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld) warnte bereits 2001 davor, dass die Globalisierung mit politischen und sozialen Kontrollverlusten einhergehe, die zum Aufstieg des autoritären Kapitalismus, zu Demokratieentleerung und einem Erstarken des Rechtspopulismus führen könnten. Diese Warnungen wollte insbesondere aus der Politik kaum jemand hören, heute hat sich die Analyse bestätigt. In seinem Vortrag analysierte er die tieferen Ursachen des modernen Rechtsrucks, charakterisierte die Politik der Partei AFD als „autoritären Nationalradikalismus“ und verdeutlichte die verheerenden Auswirkungen des autoritären Kapitalismus auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Prof. Dr. i.R. Michael Hartmann (Soziologe von der TU Darmstadt) ist in Deutschland insbesondere als Elitenforscher bekannt. Er warf einen kritischen Blick auf die Rolle der Eliten in Deutschland, ihre zunehmend homosoziale Zusammensetzung  nach sozialer Herkunft und damit zusammenhängende, überwiegend neoliberal geprägte politische Haltungen und führte hierfür viele anschauliche Beispiele aus der gegenwärtigen deutschen und internationalen Gesellschaft an. Seine Hauptthese war, dass die zunehmende Ferne der Eliten zu den Lebensrealitäten breiter Bevölkerungsschichten und einer Politik des „weiter so“ zu einer Gefahr für die Demokratie wird und den Rechtspopulismus beflügelt. Als Ausweg plädierte er unter anderem für die Idee einer „Arbeiterkinder-Quote“ für Spitzenpositionen, damit die Interessen breiter und vor allem unterer Bevölkerungsgruppen besser vertreten werden können.

 

Die Veranstaltung traf mit ca. 220 Teilnehmer*innen auf großes Interesse.